Herren - und Mixed Team dominieren beim King of the Lake
Am 21.09.2024 stand die 14.Ausgabe des ASVO King of the Lake am Attersee an. Für uns jedes Jahr eins der großen Saisonhighlights. Dieses Jahr reisten wir zwar ohne Einzelstarter, dafür aber mit drei 4er Teams an den ,,Lake of Pain” und konnten sowohl mit dem Mixed Team als auch dem Herren 4er das Teamzeitfahren über 48km und 300 Höhenmeter für uns entscheiden.
Vorbereitung und Anreise
Der Wettergott spielte wie vom Attersee gewohnt mit und wir reisten am Freitag bei strahlendem Sonnenschein und 20-25 Grad an. Die Vorfreude war bereits im Auto spürbar, denn für viele war es das letzte große Saisonhighlight vor der Winterpause.
Die Vorbereitung lief dabei bei jedem Team ganz unterschiedlich. Unser Mixed Team mit Birgit, Juri, Kilian und Jannik bereitete sich akribisch seit Anfang August mit zahlreichen Trainingseinheiten auf das Rennen vor. Es wurde über Führungszeiten und Taktik philosophiert und viel getestet. Bei unserem Herrenteam II mit Mitch, Henrik, Dominic und Max waren die gemeinsamen Trainingseinheiten dann schon an einer Hand abzuzählen und unser Herrenteam 1 mit Holger, Johannes, Max Schwarz und Illo traf sich auch aufgrund räumlicher Distanz der Fahrer genau einmal, nämlich einen Woche vor dem Rennen zur Generalprobe auf der Strecke des Triathlon Ingolstadt.
Angekommen am Attersee fuhren wir noch eine Runde die Beine locker und besichtigten mit Kilian und Birgit, die zum ersten Mal dabei waren, die letzten 18km der Strecke. Ein paar Vorbelastungsintervalle durften selbstverständlich auch nicht fehlen.
Daraufhin ging es zum Abendessen wie jedes Jahr in unsere Stammpizzeria. Da Jürgen dieses Jahr leider nicht dabei war, wurde auf Pizza Tonno ausnahmsweise verzichtet. Nach dem Essen liefen wir nochmal einen kleinen Umweg am Wasser entlang und stimmten uns mit dem ein oder anderen Getränk auf den Renntag ein.
Der Renntag
Um 7:30 klingelte der Wecker und es ging ab zum Frühstück bei unserer grandiosen Gastgeberin Frau Lenzenweger. Mit Blick auf den noch in leichten Nebel gehüllten See wurde viel gelacht und die Speicher gefüllt. Auf dem Klavier von Frau Lenzenweger standen die 3 Pokale aus den Vorjahren. Mit den Worten: ,,Siege, ich erwarte Siege!” wurden wir nochmal heiß gemacht. Danach schlenderten wir zur Startunterlagenausgabe und noch kurz über die Messe, bevor wir unsere Räder für die Mission ,,1 Std Vollgas” vorbereiteten.
Um 11:00 Uhr stand dann der obligatorische Fototermin an. Dieses Jahr mit einem Zusatz: Schnurrekontrolle!!! Vielen Dank an dieser Stelle schon mal an Anna, die das ganze Wochenende als Betreuerin Fotos und Videos machte und uns grandios unterstützte.
Dann stieg die Anspannung langsam aber sicher und wir fuhren uns ca.30-45min warm. Ziel war, das Equipment nochmal schnell durchzutesten, die Beine auf Betriebstemperatur zu bringen und in den Kreiselrhythmus zu kommen. Ich kann hier nur für Team 1 sprechen, aber ich kann mich nach 12 min Racepace-Kreiseln nur an Holgers Worte erinnern: ,, Also Männer, meine Beine sind so gut, ich glaub wir können in der Führung vorne schon 500-530W Fahren!” Geplant waren davor so 460-500W. An Selbstvertrauen mangelte es uns nicht, denn wir hatten eine ganz klare Mission: ,,Der Streckenrekord muss und wird heute fallen!” Dann rollten die Teams nach einer kurzen Pause auch schon zum Start.
Herrenteam I pulverisiert den Streckenrekord
Als erstes war um 13:16 Uhr unser Herrenteam I mit Holger, Johannes, Max und Illo an der Reihe. Ausgestattet mit einer zusätzlichen Flasche vorne im Zeitfahranzug machten wir uns auf den Weg zum Start. In der Reihe angekommen ernteten wir einige komische Blicke, als wir uns 2 min vor Start alle den Inhalt unserer 500ml Flasche drüber schütteten. Alles für die Kühlung! Vor uns starteten nur 10er Teams, eins der Teams schaute uns derart blöd an, dass wir nicht anders konnten als ein kurzes: ,,Fahrts nachher bitte rechts!” rüberzuschreien. Dann ging es los und wir rollten als erstes von 108 Viererteams von der Rampe.
Holger führte den Zug über den Starthügel an und wir fuhren los wie die Gestörten. Der Zug lief rund und wir überholten 10er Teams im Minutentakt. Aber es war wirklich bretthart vom ersten Meter. Der Vorteil: Jeder im Team litt aber ließ sich nichts anmerken. Wir setzten unsere Taktik gut um und wechselten so, dass Holger mit seinem großen Kettenblatt die Abfahrten von vorne fahren konnte. Von der ersten Zwischenzeit an bauten wir unseren Vorsprung auf die Konkurrenz kontinuierlich aus.
Dann der Schreckmoment. Bei Minute 35 hörte ich in der Führung am Berg auf einmal einen lauten Knall. Illo hängte sich am Hinterrad von Johannes auf und Max und Holger kollidierten, Kette war kurz unten. Gott sei Dank ist Max MTB Profi und konnte den Sturz noch irgendwie verhindern. Nach ca. 20s setzten wir die Fahrt fort. Der Rhythmus und Schwung waren mal kurz dahin, aber wir fingen uns wieder und beschleunigten nochmal für die letzten 20min. Nun hatten wir das Ziel vor Augen und das Kameramotorrad begleitete uns, was motivationstechnisch schon eine Hilfe darstellte. Ich dachte mir nur: ,, Ich bin absolut am Ende, aber vor laufender Kamera lasse ich mich hier nicht abstellen! Da kann ich mir im Training 5 Jahre lang die Sprüche anhören: Der Starre wurd damals im Fernsehen abgestellt.” Also hieß es dranbleiben. Die Führungen wurden kürzer und wir litten alle vier brutal, die letzten 10min waren wahrscheinlich mit das härteste, was wir je auf dem Rennrad gemacht haben. Irgendwann nach den letzten 2 Hügeln sahen wir endlich die Brücke und sprinteten ins Ziel. 57:50, 49 km/h Schnitt. Den Streckenrekord haben wir schon Mal!
Im Ziel gab uns Anna recht schnell durch, dass wir an allen Zwischenzeiten vorne liegen würden. Da kehrte langsam Erleichterung ein und uns war klar: Das Ding haben wir! Dritter Sieg in Folge, trotz Fast-Sturz fast eine Minute schneller als letztes Jahr, Streckenrekord! Einfach nur geil wenn ein Plan aufgeht! Und eins ist sicher: Unterschätze niemals 4 Gaimersheimer mit Schnurre!
Mixed Team um Birgit dominiert Mixed Wertung
Als nächstes war unser trainingsfleißiges Mixed Team mit Birgit Stegmeier, Juri Kalintschenko, Kilian Schiebel und Jannik Münzer dran. Vor dem Rennen waren wir uns nicht ganz sicher, wo die Reise hingeht, ein Stockerlplatz sollte schon drin sein. Am Ende übertrafen die vier jedoch alle Erwartungen. Von Anfang an fuhren die vier einen starken Streifen, und gaben richtig Gas.
Schon bei den ersten Zwischenzeiten hatten die vier großen Vorsprung auf die anderen Mixed Teams und waren auf Kurs Top 10 Herren! Die Kräfte wurden perfekt eingeteilt und zu keiner Sekunde überzogen. Der einzige Störfaktor auf der Runde war ein Herrenteam, das eingeholt wurde, aber ständig zurücküberholen wollte und den Rhythmus der 4 20km lang störte. Sonst wäre die Zeit wohl noch schneller geworden. Am Ende stand eine sensationelle Zeit von 1:01:46, der Sieg mit mehr als 3min Vorsprung aufs nächste Mixed Team und ein 45,9 km/h Schnitt. Hut ab, sau starke Leistung!
Herrenteam II auf Platz 11
Auch unsere Herren II mit Mitch Stocker, Henrik Bey, Max Pfaller und Dominic Bartsch ließ sich nicht lumpen und ballerte stark um den Attersee. Die vier harmonierten gut und finishten das Rennen in kompletter Mannschaftsstärke nach 1:03:58, was einen 44,3 km/h Schnitt bedeutete. Das reichte am Ende für Platz 11. Stark Jungs. Wer hat bitte so ein Team II?
Ab geht die Party!
Nach dem Rennen starteten wir zügig in den feierlichen Teil des Wochenendes. Ich glaub ein paar Bilder sagen mehr als Worte. Kurfassung: Baden—>Hydrieren—>Siegerehrung—>Hydrieren—>Aftershow
The Day After
Sonntag Früh machten sich dann nach dem Frühstück die ersten auf den Heimweg, eine kleine Gruppe mit Juri, Kilian, Johannes und Birgit nutzte noch das schöne Wetter und drehte eine 75km Ehrenrunde.
Am Ende bleibt ein tolles Rennwochenende mit 2 Siegen, einem Streckenrekord, jeder Menge guter Laune und Top Stimmung. Vielen Dank an alle die dabei waren, unterstützt haben, ihre Zeitfahranzüge verliehen haben und von Zuhause die Daumen gedrückt haben. Ein großes Dankeschön auch an Anna für die Bilder und Videos. Danke an Frau Lenzenweger, die uns wieder mustergültig umsorgt hat und deren Klavier jetzt um 2 Pokale reicher ist. Wir können uns keine bessere Gastgeberin vorstellen. Der RTG Kalender für 2025 wird dieses Jahr geliefert. Versprochen.
Wir sehen uns im nächsten Jahr, wenn die nächste Rekordjagd rund um den Lake of Pain ansteht.
Bilder: Sportograf, Gottfried Gärtner