Triathlon Ingolstadt – Nachbericht

Ingolstadt – 29.05.2022

Audi Triathlon Ingolstadt – Mitteldistanz

Was für ein herrlicher Sonntagmorgen: Sonnenschein, blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Es sah alles nach einem perfekten Triathlontag aus. Aber es sollte am Ende ganz anders kommen. Nun aber der Reihe nach.

Nachdem einige von uns kurz vor Start noch ihr Rad eingecheckt hatten, versammelten wir uns in einer kleinen Gruppe beim Schwimmstart und machten uns ready. Die letzten Insidertipps wurden ausgetauscht, die Neoprenanzüge zurechtgerückt und die letzten warm-up Bewegungen ausgeführt. Wir waren ready.

In fünf unterschiedlichen Startgruppen waren wir verteilt und gingen nacheinander zwischen 08.00 und 08:25 Uhr ins Wasser, um die 1,9km schwimmen zu absolvieren. Alle zehn Starter (2 Frauen, 8 Männer) kamen mit soliden Zeiten zwischen 29-40min aus dem Wasser. Schnell in die Wechselzone, Helm auf und los gings mit dem Rad.

Nachdem wir den ersten Wendepunkt am DonauCityCenter hinter uns brachten und wieder aus der Stadt rausfuhren, staunten wir alle nicht schlecht, denn es begann zu regnen. „Ach die ein paar Tropfen, sind schneller wieder weg, als sie gekommen sind“, dachte sich Spartenleiter Matthias Hausmann. Weit gefehlt. Dies sollte sich nämlich im weiteren Verlauf des Rennens als frommer Wunsch weitentfernt von der Realität herausstellen. Der Regen wurde immer stärker, der Wind brauste auf und die Temperatur fiel. Ergo: maximal widrige Bedingungen, um an ein normales Rennen zu denken. Ab jetzt stand nicht mehr die Zeit, sondern das Durchkommen im Vordergrund oder anders gesagt, es herrschte purer Überlebenskampf. Die Strasse wurde schmierig und der Körper kühlte immer weiter aus. Dies wurde sehr vielen Athleten zum Verhängnis, so auch Dominik Bartsch, der leider nach der ersten Radrunde die Segel streichen musste. Viele von uns retteten sich mit stark bibbernden Zähnen auf die zweite Runde. Selbst für Holger Wanke, unseren starken Radfahrer in der siegreichen Mitteldistanz Staffel, wurde es zum Ritt auf der Rasierklinge: „Nach einer Kurve rutschte mir das Rad weg und der Puls schnellte nach oben, ich war froh, dass es bei diesem Schreckmoment blieb.“

Ab dem zweiten Wendepunkt war Aufgeben keine Option mehr und wir retteten uns in die zweite Wechselzone. Hier stand uns allen eine der größten Herausforderungen bevor, womit vorher keiner uns gerechnet hatte. Den Kinnriemen des Helms aufzubekommen ist normalerweise ein Kinderspiel. Nur heute nicht. Mit teilweise komplett tauben Fingerspitzen scheiterte einer nach dem anderen an einem schnellen Wechsel auf die Laufstrecke. Auf den ersten Metern froren wir noch wie alte Schlosshunde und versuchten irgendwie in einen halbwegs vernünftigen Laufschritt zu finden. Nun blieb auch endlich der Regen aus und die Sonne zeigte sich hin und wieder mal am Himmel. Die Motivation auf das immer näher rückende Ziel stieg von Sekunde zu Sekunde. In der neu angelegten Stadtrunde waren doch ein paar wenige Zuschauer und die Moderation durch Daniel Unger gaben noch mal einen kleinen Schub Energie. Es erreichten dann auch am Ende alle, die es bis in die zweite Wechselzone geschafft hatten, das Ziel.

Trotz dieser widrigen Bedingungen können wir auf zahlreiche Top Platzierungen schauen. Bei den Männern schafften es Olaf und Gerhard jeweils in die TOP10 ihrer Altersklasse. Daniel und Matthias sicherten sich Platz 2 und 3 in der Stadtmeisterschaft und in der Mannschaftswertung holten Thomas, Daniel und Matthias den dritten Platz. Für den TSV waren noch Thomas Hartmann und Stefan Leithner am Start, die ihre Rennen erfolgreich beenden konnten.

Bei den Frauen machte es unsere Eva (Am Start für TriStar Regensburg, aber dennoch eine von uns 🙂 ) am besten, die es mit einem Gesamtplatz 6 und somit dem ersten Platz in der AK20 zum deutschen Meistertitel schaffte. Herzlichen Glückwunsch! Julia Schwimmer komplettiert das Starterfeld und beendet das Rennen erfolgreich.

Wie weiter oben schon erwähnt hatten wir auch einige Staffelstarter im Einsatz. Holger Wanke sicherte sich mit seinem Team neben der Tagesbestzeit aller Starter (auch Einzel) auf der Radstrecke, auch den Gesamtsieg in der Herrenkonkurrenz. Kai Leicht schaffte es ebenfalls als Radfahrer auf Gesamtplatz 3 ins Ziel und Jan Höme zeigte eine starke Schwimmzeit in seiner Staffel.

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Später am Tag ging es um 10.30 Uhr für die Starter der olympischen Distanz ins Wasser. Von den fünf Startern (3 Frauen, 2 Männer) ging Andreas Wittmann als einer der Mitfavoriten auf den Sieg ins Rennen. Sein Plan war es den Abstand nach dem Schwimmen auf die Spitze so gering wie möglich zu halten, was ihm auch gelang. Beim Radfahren hatte der Regen bereits aufgehört, aber dennoch mussten sich alle den kalten Temperaturen entgegen stellen und irgendwie versuchen, Tempo zu machen.  Nach einer knappen Stunde auf dem Rad erfolgte der zweite Wechsel. Im Männerrennen gab es eine etwas größere Spitzengruppe, zu der auch unser Andi zählte. Im weiteren Verlauf des Rennens sammelte er Athlet für Athlet ein und konnte den Führenden auf dem letzten Kilometer vor dem Ziel sogar noch überholen. Sichtlich überrascht äußerte sich Andi im Ziel zum Rennen: „Über den Sieg beim Heimrennen bin ich mega glücklich und sehe, dass ich auf dem richtigen Weg Richtung Roth und der Weltmeisterschaft auf Hawaii bin“.

Florian Weihard feierte nach sehr langer Verletzungspause mit sehr soliden Zeiten beim Schwimmen und Radfahren sein Comeback.

Bei den Frauen gab es gleich drei Plätze auf dem Stockerl zu verzeichnen. Katja Höme machte wie gewohnt mächtig Alarm auf dem Rad und fuhr die schnellste Splitzeit bei den Frauen, was am Ende zu einem starken zweiten Platz in der AK30 reichte. Judith Hess setzte den Grundstein für ihren zweiten Platz in der AK20 beim Schwimmen und Marina Wittmann schaffte sogar den Sprung nach ganz vorne in der Klasse der Juniorinnen. Herzlichen Glückwunsch.

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Um 12.30 Uhr hieß es dann ein letztes Mal „Swim, Bike, Run“ für alle Starter über die Sprintdistanz. Auch hier waren wieder fünf Starter für den TSV Gaimersheim am Start. Auch wenn die meiste Aufmerksamkeit oft auf der Mitteldistanz liegt, hatte das Starterfeld hier einen entscheidenden Vorteil: es war von vorn bis hinten sonnig. Bei bestem Wetter hatten alle sichtlich viel Freude beim Absolvieren der drei Disziplinen. Die zweitschnellste Zeit aller Frauen verbuchte unsere Krissi. Sie zeigte eine konstant gute Leistung über den gesamten Rennverlauf und wurde am Ende zu Recht für ihren Einsatz belohnt. Das Rennen war auch hier stark umkämpft, so konnte sich Johanna Schuberth durch etwas schnellere Wechselzeiten mit nur knapp 18s Rückstand auf Krissi einen vierten Platz, aber dafür Platz 1 in der AK25 sichern. Des Weiteren für den TSV am Start waren Leonie Gauer und Franziska Holl, die ihre Rennen erfolgreich beendeten.

Bei den Männern ging einzig und allein Michael in der Altersklasse 50 an den Start und konnte sich mit Platz Drei ebenso sehr weit vorne platzieren.

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Abschließend gebührt unser voller Respekt allen die es an diesem Tag überhaupt ins Ziel geschafft haben. Wir sind mächtig stolz über die Leistung jedes Athleten und froh, dass alle unsere Vereinsmitglieder heil und unfallfrei geblieben sind. Ebenso wichtig, wie die Leistung auf dem Platz, ist die Leistung am Streckenrand. Ein herzlichster Dank an alle ehrenamtlichen Helfer, ob Polizei, Feuerwehr, BRK oder aufmerksame Anwohner, die allen unterkühlten Athleten mit Wärmedecken, warmen Getränken und einem Dach über dem Kopf geholfen haben. Genauso ein riesiges Dankeschön an alle anderen Vereinsmitglieder die beim Auf- und Abbau, bei der Startnummernausgabe, als Führungsradler oder Cheerleader (Johannes Stahr) geholfen haben. Ohne diesen Einsatz wäre ein solcher Wettkampf gar nicht erst möglich.

Nächstes Jahr greif ma wieder o!