Glocknerkönig 2022

Letzten Sonntag stand mit der 25.Austragung des Glocknerkönigs ein echtes Kultrennen auf dem Programm. Wir waren mit 12 Teilnehmern am Start und konnten die 27,3km lange und mit knackigen 1694 Höhenmetern gespickte Hochalpenstraße bezwingen. 4 Fahrer nahmen dabei sogar die Ultradistanz mit Ziel auf der Edelweißspitze (2572 m Höhe) in Angriff und hatten über 1800 Höhenmeter zu bewältigen.

Dinzler, Recon, Radler und 2xPasta

Vor der Anreise am Samstag hatten wir aufgrund des Ferienbeginns etwas Bammel, kamen aber dank sensationeller Navigationskünste mit 4 Handys im Dauerbetrieb ganz gut durch und fanden sogar noch die Zeit für den obligatorischen Dinzler Stopp. Zu diesem Zeitpunkt nach dem ersten Flötzinger Spezi war eigentlich schon klar, dass dieses Wochenende gar nix mehr schief gehen kann. Nach dem Einchecken in unserer Unterkunft direkt an der Rennstrecke machten wir uns dann zügig auf zur Streckenbesichtigung und fuhren bei gefühlt 35 Grad die letzten Vorbelastungen bevor es nach der feierlichen Ankunft der Bärenfamilie aus Deggendorf auch gleich weiter zur Startunterlagenausgabe mit anschließender Pastaparty ging. Die Stimmung war top und den Premierenstartern wurde nochmal ausführlich vor Augen geführt zu was für einer Schinderei sie sich da eigentlich angemeldet haben. Auch die Bedienung merkte recht schnell, dass sie es mit Hochleistungs- Energieschleudern zu tun hat, denn nach dem ersten Teller Pasta wurde ohne mit der Wimper zu zucken einfach noch ein zweiter bestellt. Übereinstimmenden Medienberichten zu Folge war der Weg zum dritten Teller bei Manuel und Johannes auch nicht mehr weit.;-)
Nach dem geschaufle ging es dann zurück in die Unterkunft, wo die letzten Vorbereitungen am Rad getroffen und die Renntaktik der ersten 13km bis zur Mautstelle besprochen wurde. Vor allem zwischen Tick (Alex) Trick (Johannes) und MB Track (Manu) wurde noch die ein oder andere Pfeilspitze abgefeuert und tief in die psychologische Trickkiste gegriffen.

Tick, Trick und MB Track um kurz vor 6 Uhr in der Früh

Der frühe Vogel…

Oh yes! It’s Raceday! – Das hat sich zumindest von unseren Männern wohl nur Frühaufsteher Alex Geith gedacht, als um kurz vor 5 der Wecker klingelte. Um diese Uhrzeit sitzt er ja normal schon mit einem leckeren Kaffee in der Bar Centrale . Rennstart um 7 Uhr muss man schon mögen. Nach einem kurzen Frühstück ging es bei angenehmen Temperaturen ab zum Start, wo sich Alex, Manu, Johannes, Stefan und Anja in der ersten Reihe des zweiten Startblocks platzierten, weil halt um 6 Uhr in der Früh auch noch fast keine Menschenseele unterwegs war. Eva, Brunni und Markus starteten aus dem ersten Startblock. Ziel war es nicht gleich am Start durch Lücken im Feld den Anschluss zu verlieren und sich aus dem größten Ärger rauszuhalten. Dies gelang nur bedingt, da im Feld bis zum Berg so extrem langsam gefahren wurde, dass es sich nie richtig in die Länge zog und die Startphase insgesamt auch aufgrund mehrerer Staus durch Stürze sehr unruhig war.

Erster!!! – Wenigstens am Start 😉

Bergauf ohne Pause

Nach der Mautstation zerlegte sich das Feld dann schnell in seine Einzelteile und wir versuchten einen guten Rhythmus zu finden. Die Devise war bloß nicht unten rein zu überzocken und noch ein paar Körner für die letzten 5km aufzusparen. So fuhr im Prinzip jeder sein Tempo bis sich der Wald langsam lichtete und die Bäume weniger wurden. Das Highlight des gesamten Anstiegs war der Support unseres Bären Sebastian Gaßner, der sich in der Früh selbst mit 350W den Berg hinaufquälte um uns ca. bei der Hälfte des Anstiegs anzufeuern und die ein oder andere Cola zu reichen. Du bist der Beste!

Großer Bär in der RTG Fankurve gesichtet!!!

 

Die Beine wurden langsam Müde, die Höhe und der brutale Wind taten ihr übriges. Selbst ein erfahrener Hase wie Brunni, der bei den letzten 10 Austragungen mit von der Partie war, meinte dass er selten einen so windigen Glocknerkönig gefahren ist. Die Taktik war einfach nur noch im Gegenwind im kleinsten Gang ausm Sattel zu gehen um nicht stehen zu bleiben um dann nach der nächsten Serpentine 5 Gänge hochzuschalten und mit Rückenwind Schwung zu holen. Die letzten zwei Kilometer wollten nicht enden aber irgendwie kämpften wir uns doch alle ins Ziel.

Brunni war dieses Jahr zum 10.Mal in Folge am Start

 

 

Letztlich war Johannes Stahr mit einer Zeit von 1:32:06 und Platz 45 (18.AK) bei seiner Premieren Teilnahme schnellster RTG Starter auf der Classic Distanz dicht gefolgt von Alex Geith (1:36:21), dessen Wattmesser vom Start weg keinen Bock auf das Event hatte. 🡪 Klassischer Wartungsfehler halt. 😉

Quasi in Sichtweite erreichten dann Sven Wilke (1:36:33), der sich aus Startblock 3 vorkämpfen musste und eine super Aufholjagd startete und der kleine Bär Manuel Friedl (1:37:47) das Ziel. Hut ab vor dieser Leistung Manu! Der Kämpfer hat sich einfach letzten Donnerstag beim Rennen in München die Schulter ausgekugelt und war trotzdem 3 Tage später mit so einer Zeit im Ziel. Wahnsinn!

Auch Stefan Dinglreiter (1:49:51) und Rainer Wolf (1:51:21) fuhren einen richtig guten Rhythmus und beendeten das Rennen deutlich unter 2 Stunden.

 

Ein Ausrufezeichen setzen auch unsere Damen wo Triathletin Eva Schien nur eine Woche nach ihrem deutschen Meistertitel auf der Mitteldistanz  aus dem Training heraus mit einer Zeit von 1:44:49 einen bärenstarken 7.Platz Overall (4.Platz AK) belegte. Sehr schön Eva! Next stop Roth!! Und übrigens: Geiles Radl!!

Auch Anja Dinglreiter war richtig schnell unterwegs und bezwang den Berg in 1:57:52, was bei ihrer ersten Teilnahme gleich zu Platz 19 Overall (6. Platz AK) reichte. Hut ab!!

 

Auf der Ultra Distanz war Markus Meyer als schnellster RTG Starter in einer Zeit von 1:42:23 im Ziel, womit er Platz 20 Gesamt und Platz 10 in seiner AK belegte. Kurz darauf erreichten Thomas Brunnegger (1:49:45) und Christian Kumpfe (1:49:53) im Doppelpack unter 1:50:00 das Ziel. Stark Männer! Den Abschluss machte dann Michael Wilhelm, der nach 2:15:47 auf der Edelweißspitze ankam. Respekt!

Im Ziel gönnten wir uns dann einen leckeren Kaiserschmarrn und genossen die tolle Aussicht, bevor nach der windigen Abfahrt wieder jede Menge Malle Hits und Bärenlieder angehört wurden. Zum Schluss wurde dann obligatorisch beim Dinzler das WE abgeschlossen und die Heimreise angetreten. Cooles Event, coole Leute da kann nix schief gehen. Bis zum nächsten Jahr!!

Kaiserschmarrn im Ziel

 

Zahlen Daten Fakten

Classic Strecke Herren:

Johannes Stahr 1:32:06 (P45 Gesamt/18AK)

Alex Geith          1:36:21 (P67 Gesamt/25AK)

Sven Wilke         1:36:33 (P72 Gesamt/25AK)

Manuel Friedl    1:37:47 (P80 Gesamt/28AK)

Stefan Dinglreiter 1:49:51 (P192 Gesamt/56AK)

Rainer Wolf        1:51:21 (P205 Gesamt/40AK)

 

Classic Strecke Damen:

Eva Schien 1:44:48 (P7 Gesamt/4AK)

Anja Dinglreiter 1:57:52 (P19 Gesamt/6AK)

 

Ultra Strecke:

Markus Meyer 1:42:23 (P20 Gesamt/10AK)

Thomas Brunnegger 1:49:45 (P57 Gesamt/24AK)

Christian Kumpfe 1:49:53 (P58 Gesamt/25AK)

Michael Wilhelm 2:15:47 (P226 Gesamt/113AK)