Tour de Kärnten 2022 – Hurra die Gams!

Hurra die Gams!! Tour de Kärnten 2022

Vergangene Woche machten sich mit Johannes Stahr, Patrick Gawlik, Jens Rebel und Jannik Münzer 4 RTG Starter auf den Weg nach Kärnten,  um bei der 11. Austragung der Tour de Kärnten am Faaker See in Österreich teilzunehmen. Vom 21.05 – 26.05.22 galt es 6.Etappen mit ca. 500 Kilometern und über 8800 Höhenmeter zu meistern. Und schonmal vorweg, es war a fetzn Gaudi!!

Unser RTG-Quartett bei der Tour de Kärnten

Voller Vorfreude und mit vielen guten Ratschlägen unserer Teilnehmer aus den Jahren 2018 und 2019 reisten wir am Freitag bei gefühlten 40 Grad und brutaler Hitze an, holten unsere Startunterlagen und bezogen unsere traumhafte Unterkunft mit ca. 5 Kilometer Entfernung zum Start. Am Abend wurde es dann ernst. Der Raum wurde abgedunkelt, der Hightechfernseher aus dem Jahre 1998 angeschmissen und mit dem Handy unseres fahrenden Navis Patrick Gawlik gekoppelt. Rennbesprechung ist angesagt! Kurz vor 8 haben wir noch überlegt unseren österreichischen Directeur Sportif Thomas Brunnegger per Zoom zuzuschalten, aber das sensationelle Wlan machte uns einen Strich durch die Rechnung. Huift ja nix…. Das Höhenprofil wurde von Hobby Künstler Jannik Münzer gemäldegleich abgezeichnet und die wichtigsten Stellen markiert. Der Plan war klar, morgen greif ma richtig an!! 

Jannik im Beast Mode
Etappe 1: Vom Pech verschont 

Und ja der erste Tag wurde ein einziger Angriff… Nach der neutralisierten Phase von 18 Km, die extrem hektisch war, mussten wir von Startblock C so schnell wie möglich nach vorne fahren, wurden dann jedoch von einem Massensturz  ausgebremst. Mit mehr Glück als Verstand passierte uns nichts, Patricks Hinterrad wurde zwar von auffahrenden Fahrern aus der Verankerung gerissen, blieb aber ganz und die Fahrt konnte fortgesetzt werden. Nach 15min mit gefühlt 500 W waren wir dann auch wieder im Feld bevor es an Position 70 viel zu weit hinten auch schon in den ersten Berg ging. So haben wir uns den Start vorgestellt! Letztendlich beendeten wir die erste Etappe auf Platz 29, 67,68 und 100 und fuhren uns in den ersten Startblock für den nächsten Tag. Hauptziel erreicht. 

Etappe 2-5: Klettern bis der Arzt kommt

Die folgenden Etappen liefen dann eigentlich immer im ähnlichen Muster ab. Nach der neutralisierten Phase von meistens 5-7km hatte jeder seine Aufgabe zu erledigen. Johannes genoss die Landschaft und passte auf, dass er bloß nicht zu weit vorne im Feld fährt, nicht dass sein persönlicher Anfahrer Jens, nach der Tour nur noch Michael Morkov genannt, noch einen stressfreien Arbeitstag hat. Jens holte Johannes täglich dann ca. 4km vor dem ersten Anstieg an Position 70 ab und pflügte durchs Feld um ihn in den Top 10 unten am Berg abzuliefern. Patrick passte die ganze Etappe auf Jannik auf, der sich über die Kameradschaft freute und auf Patrick aufpasste. 😊

Johannes am Anstieg

So fuhren wir dann eigentlich jeden Tag verteilt auf verschiedenen Gruppen, wobei Johannes  meistens mit der Spitzengruppe über die kürzere Berge kam, dann aber am Anstieg des Tages abgestellt wurde und sich in der Verfolgergruppe wiederfand, wo er viele Akzente setzen und mit Tagesplatzierungen in den Top 25 aufwarten konnte. Hut ab! Vor allem freute ihn, dass er den jungen Padawanschüler Moritz Mauss vom RC Büttgen mit seinen 14 Jahren in Schach halten und so Platz 27 im Gesamtklassement sichern konnte. 😉 Nächstes Jahr geht’s in die Top 20!!

Jannik und Patrick kamen dann meist mit der nächsten Gruppe an, in der sich auch die erste Frau samt Schweizer Garde als Leibwache befand und etablierten sich stark in den Top 50. Nicht selbstverständlich bei diesem Internationalen Starterfeld. Nachdem Patrick etwas stärker gestartet war, robbte sich Jannik in einem epischen Kampf Etappe für Etappe und Sekunde um Sekunde an Patrick heran, überließ dem 2 fachen Weltmeister im Radlputzen (2h am Tag) nach einigen Psychospielchen und Verbalattacken aber dann doch den Vortritt. Ob es an dem festeren Sattel, den extra fürs Bergzeitfahren montierten Laufrädern oder einfach den überragenden Kletterqualitäten a la Emu Buchmann lag werden wir wohl nie beantwortet bekommen. Was jedoch sicher ist, beide lieferten eine starke konstante Woche ab und landeten auf Platz 48 und 49 im Gesamtklassement. Herzlichen Glückwunsch!! 

Patrick und Jannik absolvierten das Etappenrennen meist im Duett

Da die Teamtaktik auf einen Dreizack im Stil von Movistar und Bora Hansgrohe ausgelegt war, schaute halt einer ein ganz kleines bisschen im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre. Jens, vielen Dank für deine sensationellen Kochkünste, für die Helferdienste während des Rennens und die zielgenauen Wetterprognosen. Schon an seinen Aufzeichnungen am Vorbau mit metergenauen Höhenangaben war zu erkennen, der Mann hat einen Plan und kam meistens mit der 2ten und 3ten Frau ins Ziel. Gerüchten zu Folge befand er sich nur nicht im ersten Startblock weil ihm das durchs  Feld pflügen so viel Spaß machte.  Beim herrlichen Bergzeitfahren rauf zum Dobratsch auf der Villacher Alpenstraße (Etappe 6) juckte es ihn dann doch nochmal in den Fingern und er fuhr sich noch in die Top 100 der Gesamtwertung. Am Ende sprang Platz 89 heraus.  Sauber Junge!!

Edelhelfer und angehender Sternekoch Jens
Radler, Giro, Strand und gute Laune

Alles in allem war es eine traumhafte Woche mit Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad, einem toporganisierten Event und jeder Menge Spaß. Vor allem die zahlreichen Strandbesuche, das Baden im See, Eisessen, Radler Trinken und Giro d’Italia schauen bleibt in Erinnerung. Auch die Polizei war anlässlich eines Tuning Treffs direkt in der Turbokurve sehr Milde gestimmt und kaum präsent, blitzte uns nur einmal und verhalf Jens zu seiner Premiere im Pusten. So ne hohe VO2 Max hatten die glaub ich noch nie am anderen Ende der Leitung. Jetzt heißt es erstmal Füße hochlegen und ausnahmsweise Mal nicht in der Früh um 7 aufwachen zum Radrennenfahren, wir werden es vermissen. Aber im Jahr 2023, da sind wir bestimmt wieder mit am Start. 

Zahlen Daten Fakten

Etappe 1 Gerlitzen – Runde   88,1 km 1330 Höhenmeter

Etappe 2 Lokal – Runde          84,1 km 1550 Höhenmeter

Etappe 3 Koralm – Runde      105 km   1690 Höhenmeter

Etappe 4 Gailtal – Runde      86,4 km  1520 Höhenmeter 

Etappe 5 Drau – Runde         88,8 km  1450 Höhenmeter

Etappe 6 Bergzeitfahren – Dobratsch     16,2km    1150 Höhenmeter

Platzierungen:

Johannes Stahr 13:52:56  GC Platz 27 (AK M-offen Platz 20)

Patrick Gawlik   14:20:20  GC Platz 48 (AK M-offen Platz 29)

Jannik Münzer  14:20:35  GC Platz 49 (AK M-offen Platz 30)

Jens Rebel         15:00:33  GC Platz 89 (AK M-offen Platz 50)