Heubacher Bike the Rock MTB-Festival, Sa-23 APR 2022

Niclas startet erfolgreich ins Jahr 2022!


// Kösching, den 26. APR 2022 von Niclas Schäfer // Am vergangenen Samstag, den 23.
April 2022 traf sich im schwäbischen Heubach einmal mehr die Süddeutsche Marathon-Elite zum jährlichen „Bike the Rock MTB-Festival“. Für die Radsportabteilung des TSV Gaimersheim (RTG) war Niclas Schäfer am Start.


Im Jahr 2022 geht das „Bike the Rock (BTR) MTB-Festival“ im zwischen Aalen und
Schwäbisch Gmünd gelegenen Heubach bereits in seine 22. Austragung. Neben den Marathon (XCM), Bundesliga (XCO), Downhill und Enduro-Events wurden in diesem Jahr auch erstmals die deutschen Pumptrack Meisterschaften ausgetragen. Das Event ist überregional bekannt, so sind auf den Meldelisten der Frauen und Herren der Bundesliga-Rennen auch zahlreiche bekannte Namen aus dem Weltcup zu finden, wie zB die U23 Weltmeisterin Laura Lecomte (FRA) von Canyon CLLCTV oder Anton Cooper (NZL) aus dem Trek Factory Racing Team. RTG nahm mit Niclas Schäfer am tags zuvor stattfindenden Marathon in der ebenfalls stark besetzten Lizenzklasse (mit Markus Westhäuser, ehemaliger Deutscher Meister) teil, wobei es insgesamt rund 60km und 1750hm verteilt auf zwei Runden zu bewältigen galt.

Gemeinsam mit meinem seit vielen Jahren freundschaftlich verbundenen Radsportkumpel aus der Nähe von Ulm erreichen wir gegen 7:30 den Austragungsort Heubach. Das Thermometer klettert zu diesem Zeitpunkt auf stolze
7°C, die „frische Brise“ lässt es uns aber eher wie 2°C anfühlen. Nun gut, kurz/kurz scheidet erstmal aus, aber bis zum Start um 09:00 Uhr sind es ja noch gut 1 1/2h. Dieser findet dann auch pünktlich statt, und bereits am ersten „Hügel“ lässt das von der Spitze angeschlagene Tempo sämtliches Kälteempfinden verschwinden. Nach der darauffolgenden kurzen Abfahrt steht er dann an, der „Lauter-Climb“, mit einer Durchschnittssteigung von 12% und rund 900m Länge der härteste Anstieg des Rennens. Sollte sich ein Teilnehmer dennoch nicht ausreichend auf das Höhenprofil vorbereitet haben, weißt ein am Rande der Strecke angebrachtes Schild mit der
Aufschrift „Willkommen in der grünen Hölle“ freundlich auf die nun anstehende Ganzkörpertortur hin. Das sich zu diesem Zeitpunkt noch in Grenzen haltende Laktat in den Beinen ließ sogar noch den Gedankengang zu, dass sich die „echte“ grüne
Hölle doch in der Eiffel (Nürburgring Nordschleife) befindet.  Mit solchen Gedankenspielen war es dann in der Folge jedoch schnell vorbei, das Tempo wurde am Anstieg nochmals verschärft und so ergab sich sprichwörtlich die Qual der Wahl – zwanghaft versuchen zu Folgen oder doch am eigenen Limit bleiben und auf die Distanz setzen. Getreu dem Motto „es wird noch ein langer, harter Tag“ und der Tatsache, dass es sich um meinen ersten Marathon handelte, siegte letztendlich die Vernunft und ich ließ das Feld ziehen.

Glücklicherweise fand ich mich schnell in einem gut funktionierenden dreiköpfigen Gespann wieder, welches sich von nun an der Verfolgung widmete. Nach zahlreichen technischen Abfahrten, welche für mich „Edeltechniker“ mitunter eine ebenso große Herausforderung wie Anstiege bedeuten, konnten wir gegen Ende der ersten Runde bereits erste zurückfallende Fahrer wieder einholen. Der Plan auf die zweite Runde zu setzten schien für mich zunächst voll und ganz aufzugehen, konnte doch bei der zweiten Bewältigung des 12%-Ungetüms eine weitere kleine Gruppe gestellt werden.Die Lücke nach vorne war nun zu groß für eine weitere Aufholjagd, das große Taktieren um die besten Plätze begann. Leider widmete sich meine Aufmerksamkeit ganz diesen Spielereien, weshalb das Trinken und Essen deutlich zu kurz kam – ein Fehler, den ich in der Folge noch teuer bezahlen musste. So ereilten mich 15km vor dem Ziel Krämpfe in beiden Oberschenkeln, weshalb ich die verbliebenen Mitstreiter im Positionskampf wohl oder übel ziehen lassen musste.

Letztendlich wurde es Platz 25 von 52 gemeldeten Fahrern in der Lizenzklasse, ein zufriedenstellendes Ergebnis. Was mir neben den stark erschöpften Beinen vor allem in Erinnerung bleiben wird, ist die im Zielbereich unter den Teilnehmern entgegengebrachte Anerkennung und Wertschätzung der jeweiligen Leistung des Gegenübers, unabhängig dessen erzielter Position. Als Fazit empfehle ich jedem MTB-Verrückten sich dieses Event einmal „anzutun“, die Freude über das Erreichte überwiegen dem Schmerz.

 

Veranstalter
http://biketherock.heubach.de/startseite.html


Text: N Schäfer, RTG

Fotos: sportograf.com