Gran Fondo Strade Bianche, So-12 Sep 2021

Mailand oder Madrid? Hauptsache Italien! *
Die Strade zum Zweiten 🙂

 

  Siena (ITA), am 17 Sep 2021, von Brunni //
Nachdem RTG bereits 2019 mit 13 Mann beim “Gran Fondo Strade Bianche Pinarello” im italienischen Siena dabei war, war RTG diesmal gemeinsam mit Radsport Kipfenberg in der Toskana am Start: Thomas Brunnegger + Thomas Heller ! Bei sommerlichen Temperaturen konnten beide das Rennen über 140km, teilweise auf Schotter erfolgreich beenden.

 

Siena

Siena ist eine der schönsten Städte der Toskana, aber auch bekannt durch die italienische Sängerin Gianna Nannini: “Bello e Impossibile” oder “Un’ estate Italiana” (Wir erinnern uns: der WM-Song, Deutschland wurde im Juli 1990 in Italien Fussball-Weltmeister) und ihren Bruder Alessandro Nannini. Ehemaliger Formel 1-Pilot bei Benetton (Sieger eines sehr denkwürdigen Rennens: Suzuka 1989) und nach einem Hubschrauber Absturz sehr erfolgreich in der Deutschen Tourenwagen-Rennserie DTM mit dem Alfa Romeo 155ti in den 90er Jahren … In Siena gibt’s einige Lokale und Restaurants der Familie.
Auch ein James Bond Film wurde in Siena gedreht (mit Szenen am Piazza del Campo).


Strade Bianche:
Die weißen Straßen der Toskana

Während der Eurosport-live Übertragung des Profi-Rennens im März diesen Jahres (Mathieu van der Poel gewann vor Julian Alaphilippe und Egan Bernal) war mit klar: Da muss ich wieder hin … Frage war natürlich: Bekomme ich einen Startplatz ? Nachdem der Gran Fondo 2020 abgesagt bzw. auf 2021 verschoben wurde, waren die verbleibenden Startplätze knapp. Auch mein Freund Thomas Heller vom Radsport Kipfenberg war von der Idee begeistert. Wenn, dann fahren wir beide. Wir hatten Glück tatsächlich 2 Startplätze zu erhalten, auch wenn die Anmeldeprozedur über ENDU nicht ganz einfach ist :-(.
Auch wenn das Profirennen “Strade Bianche” ein noch relativ junges Radrennen im Vergleich zu den Monumenten “Paris-Roubaix”, “Ronde van Vlaanderen” oder “Liege-Bastogne-Liege” ist, so hat es als “Südlichster Klassiker des Nordens” in kurzer  Zeit einen sehr hohen Stellwert erreicht. Wir erinnern uns an die Sieger: Moreno Moser (ITA), Fabian Cancellara (SUI), Michal Kwiatkowski (POL), Tiesj Benoot (BEL), Julian Alaphilippe (FRA), Wout van Art (BEL). Auch für Amateure ist die Strade ein richtig schwerer Gran Fondo, obwohl “echte” Berge im Vergleich zum Maratona oder Ötztaler fehlen.


Die Strecke

Der Start ist in Siena am Fortezzea Medicea, Ziel am berühmten Piazza del Campo. Auf der “Langen” sind 140km mit rund 2200HM und auf der “Kurzen” sind 90km zu bewältigen. Aber bei der Strade sind es nicht die Kilometer oder Höhenmeter, sondern die “Settore”, dh Sektoren die das Rennen ausmachen. Über 140km sind es 8 Sektoren mit 40km Schotter in Summe. Wir kennen die Strecke ja eh von 2019, also kein Problem. Soweit unsere Überlegungen am Samstag.


Das Rennen

Start ist am Sonntag um 08:00h, das ist ja richtig angenehm im Vergleich zum Ötztaler oder Maratona. Zudem können wir in “kurz/kurz”, ja wirklich, ohne Weste, ohne Jacke zum Start rollen. Wir haben schon 20 Grad, später werden es sogar 33 Grad mit Sonne sein, ein Traum. So wie man sich “Bella Italia” eben vorstellt :-). Ich nehme in Block 4 Aufstellung, Tom in Block 6. Das ist ja schon besser als wie in 2019 (da hatten wir alle 5xxx Startnummern). Ganz vorne am Start, wie wir das kennen von italienischen Gran Fondos, bekannte ex-Profis: Paolo Bettini (Campione del Mondo, Salzburg 2006 + Stuttgart 2007), Andrea Tafi (Paris-Roubaix Stockerl mit Team Mapei), Moreno Moser (Strade Sieger), … und natürlich viele bekannte Gran Fondo Grössen aus Italien wie Tomasso Elettrico (Maratona Sieger, Weltmeister, Ötztaler Dritter).
Das Rennen selber ist schnell erzählt: wir geben unser Bestes, versuchen ohne Defekt und Sturz durchzukommen. Wir schaffen das ganz gut, scheinbar haben wir doch ein gutes setup: Wir verlieren keine Flaschen, haben keine Defekte und stürzen nicht. Brunni fährt mit seinem Rennrad, Tom wählt seinen Crosser, aber verzichtet auf das kleine Kettenblatt, das er am Samstag beim Shakedown auf dem zeiten Sektor vernichtet …  Die Conclusion ist einfach: er hat genug Kraft immer nur das große Blatt zu verwenden.
In Summe müssen wir 8 Sektoren auf Schotter bezwingen, welche teilweise flach, aber auch bergab und steil bergauf sind. Generell stellen wir fest, dass die Qualität der Sektoren dieeses Jahr deutlich schlechter ist und schnelles Fahren viel schwieriger ist als wie 2019, wohl weil wir damals einen Tag nach den Pros gefahren sind und für die Chefs die Strade preperiert wurden. Egal, am Ende ist nach einem schweren und langen Rennen mit vielen Wellen und Sektor 8 “Le Tolfe” als letzten Sektor noch die Mauer “Santa Caterina” in Siena kurz vor Ziel zu bezwingen.  Mein einziges Ziel: Ohne Defekt links und rechts hochkommen, einfach nur ohne Absteigen hochfahren. An eine Attacke im Stile von Mathieu van der Poel ist an der Stelle für mich nicht zu denken (ich meine, die Löcher in den Steinplatten von seinem Antritt sind noch immer zu sehen …). Die letzten  Meter sind einfach nur noch geil, dass  der Strassenbelag mit den Steinplatten ein bissal holprig ist spielt keine Rolle. Ich rolle echt kaputt, aber glücklich über die Zielliine am Piazza del Campo. Kurz nach mir ist Tom am Ziel. Wir genießen gemeinsam ein Kaltgetränk in einem Cafe an der Piazza, dass mit der traumhaften Aussicht besonders
gut schmeckt.


Ergebnisse

Brunni ist am Ende mit der offiziellen Zeit 4h33min auf Platz 250 Gesamt, Platz 43 in der Klasse, Tom mit 4h51min auf Platz 486, Klasse 74. In Summe waren rund 5000 Rennfahrer am Start.
https://www.endu.net/en/events/gran-fondo-strade-bianche/results


Links

Veranstalter
http://gfstradebianche.it/

Strade 2021, Profi
https://www.youtube.com/watch?v=ytgfrI78Xnk

 

Conclusion

Wir können zusammenfassen: ein sehr schönes Radrennen mit italienischem Flair auf und neben der Rennstrecke. Prädikat: Sehr empfehlenswert. Die lange Anreise zahlt sich aus, das ganze mit einem Urlaub zu verbinden ist sicher das Optimum. Die selbe Meinung hatte im Ziel Andreas Kublik vom Rennrad Magazin TOUR, der auch begeistert war, obwohl er schwer kämpfen musste. Wir hatten Andreas nach dem Rennen getroffen und freuen uns auf einen schönen Bericht vom ihm.
Wo Freud ist, ist auch Leid:  So haben wir an diesem Wochenende den Ingolstädter Triathlon verpasst 🙁

 

RTG
RTG@gmx,tm


* Der zitierte deutsche Fussball-Nationalspieler (Andy M.) kann sich an diesen Satz nicht mehr erinnern …


Fotos: www.sportograf.com / RTG