Pyrenäen Tour 2020

Pyrenäen-Tour 2020

Vom 08.08.-15.08. durchquerten Stefan M., Walter K., Jochen B., Albert K., Lorenz G., Klaus H. und Guido G. die Pyrenäen. Stefan M. hatte diese Tour bis ins Detail ausgeplant. Vom Atlantik bis ans Mittelmeer, von Westen nach Osten auf der französischen Seite wurden in 7 Tagesetappen mit insgesamt 800 km und 19.000 hm 38 Pässe erklommen und natürlich wieder heruntergefahren. Bis auf ein paar wunde Hintern, dicke Beine und eine leichte Berührung einer Leitplanke gab es keine Blessuren und auch keine technischen Defekte (ok, der Reifenplatzer gleich nach 500 m…). Das Wetter meinte es gut. Es war nie besonders heiß und Regen gab es nur zweimal bergauf. Der Servicewagen wurde von jedem mal gefahren, so dass sich ein Ruhetag von selbst ergab. Nicht zuletzt war es jedoch auch der gute Zusammenhalt der Truppe, die perfekte Planung sowie das mittägliche „Tischlein deck dich“, dass die Tour von allen bewältigt wurde. Als Schluß der Zusammenfassung und vor einer kurzen Beschreibung der Einzeletappen noch die „gefühlten“ Wertungskategorien:

Bergwertung: Jochen B.

Kulinarikwertung: Albert K.

Nachwuchswertung: Guido G.

Gleichmäßigkeitswertung: Walter K.

Sprintwertung: Stefan M.

Abfahrtswertung: Klaus H.

Aufmerksamster Fahrer: Lorenz G.

Tag 1: St.Jean de Luz / Larrau, 131 km / 2758 Hm :
https://www.bikemap.net/de/r/6314746/

Steil Bergauf – Bergab vom Atlantik durchs französich-spanische Baskenland nach Larrau via Col de Ibardin, Col de Lizunlagg, Col de Oxtondo, Col de Ispeguy, Col de Burdincurutcheta und Col de Bagargui

Nach einem Tag in St. Jean de Luz mit Baden und Abendessen in einem Fischrestaurant ging es am Sonntagmorgen um 8 Uhr los. Nach 500 m platzte bei Klaus H. der Hinterreifen. Nach der Depannage (O-Ton Jean-Claude) setzte er die Fahrt zunächst fort, löste dann aber wegen körperlicher Probleme Stefan als Fahrer ab. Mit zwei kleineren Pässen wurde begonnen und die Favoriten auf die Bergwertung hielten sich hinten. Wußten die was kommt? Der Col d’Iraty (Col de Bagargui) wurde zum Scharfrichter. Allen bis auf Stefan namentlich unbekannt stellte dieser sich als schlimmster Pass der ganzen Tour heraus. Auch weil es an dem Tag sehr sonnig war. Als Belohnung gab es einen wunderschönen Aufenthalt im Ort Larrau in einem tollen Hotel. Der Inhaber wird uns nicht vergessen, da er mithilfe Leiter auf dem Vordach Lenz’ angeblich heruntergefallene SIM-Karte suchte und Jochens aus dem Fenster gefallenes Trikot aus dem Garten holen musste.

Tag 2: Larrau / Argeles-Gazost, 142 km / 3253 Hm:
https://www.bikemap.net/de/r/6315561/

Die Pyrenäen-Pässe-Rallye ging weiter. Col Suscousse, Col de Soudet, Col de Labays, Col de Houratate, Col de Marie Blanque und als Highlight der Col d`Aubisque. Zum Abschluss eine rauschende Abfahrt via Col du Soulor nach Argeles-Gazost.

An dem Tag befuhren wir als letzten Pass einen von der Tour de France bekannten Pass: Col d‘Aubisque. An diesem erwischten wir einen Regenschauer, der die Auffahrt aber eher angenehmer machte, da es weiterhin warm war. Fazit Baskenland: irgendwie gibt es zuviel weiße und rote Hausfarbe im Baskenland. Alles sah wie neu gestrichen aus.

Tag 3: Argeles-Gazost / Bagneres-Luchon, 114 km / 3111 Hm:
https://www.bikemap.net/de/r/6382051/

Es ging auf das Dach unserer Tour, dem 2115 m hohen Col du Tourmalet. Nach einer rauschenden Abfahrt stand der der Col d`Aspin, 1489 m auf dem Programm und zum Abschluss hieß es den 1569 m hohen Col de Peyresourde zu bezwingen.

Die Königsetappe führte uns über den höchsten Pass unserer Tour und drei bekannte Tour de France-Pässen. Der Tourmalet war lang, aber gut zu bewältigen. Wir stellten fest, dass zwei weitere Gruppen fast das gleiche Pensum bewältigten wie wir. Auf diese Gruppen trafen wir immer wieder, weil wir sie in den Folgetagen immer wieder überholten. Die Übernachtung fand in einem ehemals mondänen Kurort statt. Imposante, aber leerstehende Gebäude rundherum von Bergen umgeben. Leider klappte das mit der Halbpension nicht, sodass wir abends nicht gerade einen kulinarischen Höhepunkt erlebten. Zumindest wissen wir jetzt, dass man in Frankreich besser nicht Medium bestellt, sondern Gut durch.

Tag 4: Bagneres-Luchon / Seix, 133 km/3233 Hm :
https://www.bikemap.net/de/r/6382362/

Eine einsame Etappe via Col de Menté, Col de Portet d`Aspet, Val Bethmale und Col de la Core nach Seix.

Das Highlight diese Etappe war mit Sicherheit das “Liebesnest“ in Seix (man beachte das i), in dem wir übernachteten. Rosa Türrahmen mit Herzen auf den Vorhängen der Balkontüren nach vorne ließen einen diesen Eindruck gewinnen. Das Abendessen inklusive Paella-Teller zwischendurch war auch sehenswert.

Tag 5: Seix / Ax les Thermes, 137 km/2940 Hm:
https://www.bikemap.net/de/r/6382469/

Via Col de Latrape zum Pässe-Highlight des Tages Col d`Agnes und Col de Caougnous ging es ins Departement Ariege.über den Pas Souloumbrie, Col de Marmare und Col de Chioula erreichten wir den Bergsteigerort Ax les Thermes.

Hier blieben einem die Aussteigerdörfer und mehrere Familien auf vollgepackten Fahrrädern (auch die der Kinder) hängen. Im Zielort (wieder mit Therme) hängten Albert K. und Guido G. die Füße in das 800 Jahre alte Thermalbecken mit Schwefelwasser. Das gab warme Füße, hatte aber leider keine Auswirkung auf die Leistung am nächsten Tag. Zum Abendessen in dem Bergsteigerhotel gab es einen deftigen Kartoffelauflauf.

Tag 6: Ax les Thermes / Prades, 116 km/2717 Hm:
https://www.bikemap.net/de/r/6382655/

Gleich zu Beginn einer der schönsten Pässe der gesamten Tour – die Port de Pailheres. Von hier ging es hinunter in die Schlucht der Aude. Durchs Katherer-Land ging es über den Col de Jau nach Prades.

Mit dem Col de Pailhères fuhren wir den nächsten 2000er (2001 m, obwohl die vermutlich gelogen sind) und wurden mit dem besten Blick der ganzen Tour belohnt. Auf diesem Col verbrachten wir die längste Col-Zeit. Die Schlucht des Aude wurde bis auf Guido G. zugunsten eines richtigen Mittagessens im Restaurant ausgelassen.

Tag 7: Prades / Argelès Plage, 100 km/1300 Hm:
https://www.bikemap.net/de/r/6383104/

Das Mittelmeer ruft, doch noch gab es einige Cols zu bezwingen: Col de Roque-Jalere, Col Xtard, Col Fourtour. Via Col de Llauro nur noch bergab bis zum Bad im Meer.

Aus zeitlichen Gründen ließen wir den ersten Pass weg, sodass das Bad im Meer ausführlicher gestaltet werden konnte. Was ein Hochgefühl mit den Rädern nach 7 Tagen an der Strandpromenade von Argelès Plage anzukommen. Nach einem Vergleich der Mittelmeeraustern mit den Atlantikaustern durch Albert K. wurde sich am Strand für 1,5 h ausgeruht, bevor es zum nächtlichen Rückreisestop ging. Die Rückfahrt nach Hause am Sonntag verlief ohne besondere Vorkommnisse.

 Vielen Dank an Stefan M. für die Planung und Vorbereitung. Wir haben es genossen.