Sieg beim Ironman 70.3 – Doppelpodium der Wittmann Brüder

Sieg beim Ironman 70.3 Cascais / Portugal – Doppelpodium als Krönung einer gelungenen Saison 2019 

Auf der Suche nach einem passenden Saisonabschluss, der sich am besten mit einem erholsamen Urlaub realisieren lässt, entschieden wir uns für den Ironman 70.3 Cascais / Portugal.

Unsere Saison verlief vor allem mit den Sub9 Zeiten bei der Challenge Roth ziemlich positiv. Die Form aus unserem ersten Highlight konnten wir nochmals mit sehr guten Trainingsblöcken steigern. Deshalb flogen wir am 25.09 mit einem richtig guten Gefühl nach Lissabon. Wir entschieden uns für die frühe Anreise um uns noch ein paar Tage an das Klima zu gewöhnen und die Tage vor dem Wettkampf möglichst stressfrei zu halten. So konnten wir auch die Traumhaften Strecken erkunden.

Geschwommen werden die 1,9km in der Marina von Cascais. Der Bikesplit mit 90,1km / 750Hm führt im ersten Teil über die voll gesperrte Küstenstraße nach Lissabon und zurück. Der zweite Part brachte uns ins leicht bergige Hinterland, mit traumhaften Blick auf die Hafenstadt. Die abschließenden 21,1km sind auf der welligen Küstenstraße zu absolvieren. 

Sonntag, 4:00 Uhr: It’s race day! Wie gewohnt klingelt an solchen Tagen der Wecker früh, sodass wir mindestens 3 Stunden vor dem Start gefrühstückt haben. Dann ging alles ganz schnell. Nochmals kurz in die Wechselzone und schon stand man am kleinen Strandabschnitt, wo um 7:35 Uhr unser Startschuss fiel. 

Mit einem Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch konnte die Kulisse kaum besser sein. Die Anspannung und Vorfreude war uns beiden anzusehen, die Konzentration stieg und dann ging es endlich mit einem Rollingstart los. Jetzt war jeder wieder auf sich alleine gestellt. Wir gingen in der Reihe 7 und 8 in den Atlantik. Schnell konnten wir die Lücken zu den vorderen Gruppen schließen. Nico gelang es auf den letzten 900m der Verfolgergruppe auszureißen und kam nach nur 26:20 Minuten aus dem Wasser. Andi beendete das Schwimmen nur knapp dahinter mit 27:28 Minuten. Für die Statistik: neue persönliche Bestzeiten über 1900m für uns beide. Auf dem ungewohnt langem Weg zur Wechselzone machten wir schon den ein oder anderen Platz gut.

Am Rad wollten wir von Anfang an unsere Stärke ausspielen. Die Devise war: Kopf tief, Druck auf das Pedal und die eigene Strategie verfolgen. Dies gelang uns sehr gut. So lag Nico schon nach 70km mit ca. 2 Minuten vor Andi in Führung. Durch die schwierigen und oft unvorhersehbaren  Windverhältnisse mussten wir uns zu 100% auf das Rad konzentrieren und konnten die traumhafte Kulisse kaum wahrnehmen. Unser Abstand blieb konstant, aber die Lücke zu unseren Verfolgern konnten wir ausbauen. Mit einer Zeit von 2:19 Stunde für 90,1km fuhren wir die zwei schnellsten Radzeiten im Amateurfeld. 

Der Wechsel in die Laufschuhe ist ebenfalls problemlos verlaufen. Auf den ersten Metern fühlten sich die Beine noch halbwegs gut an. Jetzt hieß es cool zu bleiben, den Rhythmus zu suchen und nicht zu übertreiben. Wir gingen den abschließenden Halbmarathon nahezu identisch an. Deshalb blieb unser Abstand durchgehend gleich. An den Wenden konnten wir auch die Abstände abschätzen und uns gegenseitig motivieren.

Nach 14km mussten wir dem intensiven Bikesplit und der hügeligen Laufstrecke etwas Tribut zollen. Der Halbmarathon entwickelte sich dadurch nach und nach zu einem echten Krimi für unsere Supporter vor Ort und in Deutschland. Von hinten lief ein Franzose und ein Schweizer Stück für Stück heran. Wir kämpften wortwörtlich um jede Sekunde und zogen auch noch das letzte Korn aus den Speichern. So wurde es zwar nicht der schnellste, aber der vielleicht härteste Lauf. Für diesen Kampf wurde Nico dann auch ordentlich belohnt und er sicherte sich im Zielsprint 3 Sekunden Vorsprung. Ehrlich gesagt war uns die Dramatik während dessen gar nicht so bewusst. Erst im Nachhinein realisierte man, wie knapp es wirklich war. Sorry dafür an unser Team. Das hat bestimmt dem Einen oder Anderen viel Nerven am Liveticker gekostet.

Nico gewann somit nach 4:17:49h beim Ironman 70.3 mit 2200 Altersklassen Athleten. Kurz danach kam Andi mit 4:19:11h auf Platz 4 ins Ziel. In unserer Altersklasse konnten wir das Doppelpodium mit Platz 1 und 3 sichern.

Wir konnten es immer noch nicht ganz glauben, wie und was passiert ist. Einfach überwältigend!

Mit diesen Ergebnissen hätten wir uns für die Ironman 70.3 World Championship 2020 in Taupo / NZ qualifiziert. Aus Kostengründen und anderen Langzeitplänen lehnten wir aber die Slots ab. 

Einen großen Anteil an einer tollen Saison und diesem Erfolg hat unser Supporter Team Tanja und Max. Sie kochten im Vorfeld, hielten uns den Rücken frei, gaben uns im Wettkampf den nötigen Input und pushten uns immer wieder. 

Ausnahmsweise waren unsere Eltern mal nicht vor Ort. Das war tatsächlich das erste Mal. Trotzdem gehört Ihnen ein großer Anteil, da sie uns im Trainingsalltag bestens unterstützen und manchmal auch unsere schlechte Laune ertragen müssen. 

Von Nico’s Seite geht noch ein spezieller Dankesgruß an Sebi Mahr. Trainer, Sehlsorger, Motivator, etc. Durch dein Engagement und Herzblut werden solche Momente wahr! 

Die Liste könnte jetzt unendlich mit Freunden, Trainingspartner, Sponsoren etc. weitergeführt werden. Jeder Einzelne trägt in gewisser Weise seinen Beitrag für unsere erfolgreiche Saison. DANKE euch allen!

Jetzt genießen wir den Erfolg, verbringen noch eine Woche in Lissabon und gehen für 3 Wochen in die Offseason. 

Obrigado e adeus!

Nico und Andi