Kelheim 24H als Solist

Es war wieder mal soweit. Mitte Juli 2019 – Kelheim 24h Rennen. Auch in diesem Jahr habe ich mich im Frühjahr wieder zu dem regionalen Klassiker angemeldet. Die Vorbereitung für die Saison 2019 startete ich im November 2018. Viele Indoor-Trainingseinheiten standen auf dem Programm. Die Form sollte kontinuierlich aufgebaut werden. Highlights wie die Strade Bianche, die Tour de Kärnten und die Tour Transalp konnten im Vorfeld erfolgreich beendet werden. Somit standen die Vorzeichen gut für Kelheim. Nach zwei dritten Plätzen der beiden Vorjahre wollte ich auf alle Fälle wissen was da noch geht. 2018 mit 46 Runden. Da ist, wenn es optimal läuft, noch eine Runde mehr drin, dachte ich im Vorfeld. Also wurde die Strategie auf 47 Runden ausgelegt. Die Strategie ist aufgegangen 🙂

Gleich zu Beginn bildete sich eine Gruppe von starken Einzelfahrern. Mit Hubert Liepold, Sam Ghost und Michael Kochendörfer ging es in die ersten Runden. Leider verlor Sam durch einen Sturz den Anschluss. Es wurden schnelle Runden gefahren. Alle deutlich unter 30 Minuten. Trotz des schlechten Wetters. Huber verschärfte dann in einer Runde am Stausacker deutlich das Tempo. Zum Glück konnte ich folgen. Die Kollegen mussten abreißen lassen. Gemeinsam konnten wir bis zur 13’ten Runde den Vorsprung ausbauen. Zu dem Zeitpunkt, nach zwölf Runden in 5h:33m und knapp 200 km, ein 35,4 km/h Schnitt. Vielleicht ein wenig schnell. Wenn das mal gut geht! Hubert hatte in der 13’ten Runde Pech. Er fuhr einen Platten. Wie ich erst am Rennende erfuhr, wahrscheinlich durch ausgestreute Nägel. Was für Idioten machen denn so was! Unglaublich. Ich wunderte mich noch, warum die Feuerwehr im Dunkeln mit Taschenlampen die Straße absuchte. Hubert verlor durch den Defekt 13 Minuten. Mit dem Vorsprung ging es für mich als Führenden in die Nacht. Jetzt nicht zu viel investieren und die Nacht gut überstehen, dachte ich.

Also nahm ich ein wenig Tempo raus und ließ mir von Birgit jede Runde den Abstand mitteilen. Hubert holte jede Runde ein wenig auf und war nach Runde 34 (nach 17h:03m) nur noch 3m:45s hinter mir und das nach 557 km. Der Sonntagmorgen Pitstop fiel entsprechend kurz aus und ich konnte die Rundenzeiten im Anschluss ein wenig verkürzen. Glücklich und total erschöpft kam ich nach 47 Runden in 23h:56m und 770 km ins Ziel. Es hatte für den Sieg gelangt! Ohne ein starkes Team ist solch ein Erfolg nicht möglich. Vielen lieben Dank an Birgit, die auch keine Minute geschlafen hat und mich jede Runde versorgt hat.

 

Günter