Sub 9 gefallen – Die Challenge Roth als Saisonhighlight der Wittmann Brüder

Challenge Roth 07.07.2019 – Langdistanz 

Die Sub9 ist gefallen – gelungenes Saisonhighlight

Nach gut 9 Monaten Vorbereitung war es endlich soweit – unser Start beim größten und traditionsreichsten Langdistanzrennen! Wir waren richtig heiß, die Vorfreude stieg die letzten Wochen nochmal richtig an. Für Nico war´s der zweite Start in Roth, nachdem er schon im letzten Jahr bei seinem Langdistanzdebüt den 1.Platz in der AK20 einfahren konnte. Bei Andi stand die erste Langdistanz an. Somit hatte jeder von uns seine individuellen Ziele und Erwartungen an das Rennen, aber ein gemeinsames Ziel gaben wir für uns bereits im Winter aus – Sub9, unter der 9h-Marke zu finishen. 

Die Anreise mit dem Wohnmobil zum Campingplatz am Schwimmstart in Hilpoltstein machten wir entspannt am Freitagmittag, dann ging´s noch zur Startunterlagenausgabe und zum Flanieren auf die Expo nach Roth. Logischerweise ließen wir uns die Pastaparty am Abend nicht entgehen. Am Samstag nochmal ausschlafen, Bike-Warm-Up mit unserem Freund Aron, am Nachmittag dann alles Vorbereiten für die Wechselzonen und der Bike-Check-In. Als wir fertig waren kamen auch schon unsere Family und Freunde, die uns im Wettkampf unterstützen werden. Jetzt nochmal Carbo-Loading und ab ins Bett. 

 

Bike Check-In am Samstag

Am Sonntag um kurz nach 3 Uhr klingelt der Wecker, ein kleines Frühstück und ab in die Wechselzone, um die letzten Dinge vorzubereiten. Trotz der krassen Atmosphäre sind wir beide bis zum Start sehr entspannt – aber voll fokussiert. Nach den Profi-Herren und Damen, die ohne Neopren schwimmen müssen, geht’s für uns mit Neo ins Wasser an die Startlinie. 

Um 6:45 Uhr dann unser Startschuss aus der Kanone, die Kette geht hoch und der Spaß kann beginnen. Nico geht das Schwimmen von Anfang an sehr offensiv an und kann sich auch gleich in der ersten Gruppe unseres Startfeldes behaupten. Die ersten hundert Meter sind dabei extrem hart, bis sich das Feld etwas entzerrt hat. Andi startet etwas defensiver und reiht sich in der Mitte ein. Das Schwimmen verläuft erstaunlich gut und im Wasserschatten können wir uns trotz der hohen Pace wertvolle Kraft sparen. Nach nur 55 Minuten steigt Nico mit der Agegroup-Spitze aus dem Wasser, Andi wechselt mit knapp 3 Minuten Rückstand zu Nico aufs Rad.

3,8km Schwimmen im Main-Donau Kanal

Positiv gestimmt über das für uns nahezu perfekte Schwimmen, gehen wir beide das Radfahren sehr schnell an. Die Beine sind gut und der Schnitt bis Greding bei über 40 km/h. Dort reichten uns am Kalvarienberg unsere Helfer die erste Verpflegungsration. Jetzt wieder etwas rausnehmen, das Rennen ist noch lang. Kurz vor Hilpoltstein konnte Andi auf Nico aufschließen und somit arbeiteten wir ab diesem Zeitpunkt gut zusammen. Die Stimmung am Solarer Berg war der Hammer und Nico kletterte gleich mit weit über 300 Watt vorne weg. Kurz danach versorgte uns das zweite Helferteam mit weiterem Malto-Treibstoff und feuerte uns euphorisch an. In der zweiten Runde formierte sich um uns herum eine gute Gruppe. Die Pace war jetzt etwas langsamer, vor allem weil mehr Athleten auf der Strecke waren – aber das war perfekt um nicht zu Überdrehen und die Kraft für´s Laufen zu sparen. Bis auf den locker gewordenen Auflieger bei Andi, der aber zum Glück gehalten hat, verläuft das Radfahren und die Aufnahme der eigenen Verpflegung nahezu reibungslos. Die nassen Straßenverhältnisse und auflebender Wind machte den Bike-Split etwas langsamer wie erhofft. Trotzdem waren wir aber mit unseren Radzeiten um die 4:45h und den guten Schwimmzeiten voll im Sub9-Soll. 

Gänsehautmomente am Solarer Berg

Der Wechsel zum Laufen war wie geschmiert, für jeden Handgriff gab es einen Helfer – das Bike wurde einem direkt nach dem Absteigen abgenommen, der Wechselbeutel gereicht, Kap und Sonnenbrille wurden uns aufgesetzt, nur die Socken und Schuhe mussten wir uns noch selber anziehen. Und los geht der Marathon – jetzt cool bleiben und am Anfang nicht zu schnell los-tigern war die Devise. 

Mit guten Beinen konnten wir die Jungs aus unserer Radgruppe gleich auf den ersten Kilometern am Kanal hinter uns lassen. Gemeinsam pushten wir uns weiter nach vorne und auch unsere wahnsinnigen Supporter feuerten uns gefühlt an jeder Ecke an. Das gab nochmal einen extra Schub an Motivation, den wir auf der 2ten Hälfte des Marathons gut gebrauchen konnten. So langsam schwinden die Kräfte bei uns. Zu allem Übel bekam Nico auch noch Waden-und Magenkrämpfe. Dadurch setzte sich Andi ein wenig ab, der ohne Beschwerden einen Schritt schneller war. 

 

Nach knapp 25Km am Kanal kamen wir endlich zurück Richtung Roth und wurden dort wieder von unseren Leuten und den vielen anderen Zuschauern an der Strecke beflügelt. Einmal quer durch Roth verging wie im Flug. Jetzt „nur noch“ der Endgegner – der Anstieg über ca. 3km nach Büchenbach. Das war richtig hart! Wir bissen uns durch und wurden wieder mit super Stimmung sowie feinstem Bratwurstduft auf der Fanmeile im Ort empfangen. Eine letzte Wende – ab geht´s auf die letzten Kilometer, zurück nach Roth und beim Lauf durch die Stadt wurde uns klar, dass es geschafft ist! Noch ein letztes Mal die geniale Stimmung aufsaugen und dann dieser triumphale Einzug über den roten Teppich ins Stadion – einfach nur gigantisch! 

Emotionen pur nach der Finishline

Andi wurde mit einer Zeit von 08:44:40h (Swim 00:57:45h, Bike 04:43:15h, Run 02:59:46h) Zweiter in der Altersklasse M25 und landete auf dem Gesamtplatz 27. 

Nico kam mit 08:47:56h (Swim 00:55:16h, Bike 04:46:01h, Run 03:03:31h) als Vierter in der Altersklasse M25 ins Ziel, auf dem Gesamtplatz 32. 

Ein riesen Dankeschön geht an unsere Familie, Supporter-Teams und Freunde, die uns sowohl im Vorfeld als auch während des Rennens bestens unterstützt und angefeuert haben.
Außerdem geht wieder ein großes Lob an die Organisatoren, Helfer und den Landkreis Roth.

Nun genehmigen wir uns eine Pause zur Regeneration, bevor wir das Training für den IM70.3 in Lissabon wieder aufnehmen.

Sportliche Grüße

Nico & Andi