Trainingslager Tamniès, Frankreich, 06.04.-13.04.2019

Anfang April waren 12 Männer (leider ohne Hackners) und 4 Frauen zum Trainingslager in Tamniès im Perigord (Mittelfrankreich) im Trainingslager. Neben Rennrädern waren auch 4 E-Bikes dabei. Und zum Glück war das Wetter besser als alle Wetter-Apps der Teilnehmer vorausgesagt hatten.
Zunächst die kurze Zusammenfassung für leistungsorientierte Radler: 650 km, 7700 hm, 26 Stunden radeln (Maximalleistung von 3 Teilnehmern)
Jetzt die Zusammenfassung für kulturell Interessierte: Schlösser, Burgen, Gärten, Flüsse, Täler, Grotten, Höhlenmalereien, Gänse(leber)farmen, 4-Sterne-Essen, Wein
Der Bericht ist weitestgehend aus Sicht eines Teilnehmers der Rennradgruppe geschrieben. Die Aktivitäten anderer Teilnehmer kommen daher vielleicht etwas zu kurz, sorry.

1. Tag: Anreise und 18 km

Die 1200 km lange Strecke mit einem Sprinter und zwei Multivans mit unterschiedlichen Abfahrtszeiten in Angriff genommen. Aufgrund des schlechten Wetters am Zielort wurde zunächst der Markt in Sarlat erkundet, danach radelten drei Unentwegte bei Nieselwetter rund 20 km und einige besuchten die Höhlen von Lascaux. Abends dann das erste und dann täglcihe Abendessen. Es wäre es wert gewesen, die Menüfolge jeden Tag zu schreiben. So bleibt nur zu sagen: jeden Tag eine Schau und megalecker.

2. Tag: 115 km, 1200 hm

Ein Glück besseres Wetter! Aber morgens recht frisch, wie auch in den folgenden Tagen. Nachdem Harald seinen Zahnkranz montiert hatte, konnte es losgehen. Einen Großteil der Strecke folgten wir der Dordogne inklusive Mittagessen draußen (okay, einer hat drinnen gegessen). Werners Plattfuß wurde geflickt und mit 100 Pumperern (hochdeutsch: Pumpenstöße) wieder in Form gebracht.

3. Tag: 121 km, 1450 hm

Nach 25 km macht es einen lauten metallischen Knall: Wolfgang Zahnkränze vorne hatten sich gelöst, alle 5 Befestigungsschrauben waren nicht mehr auffindbar. Wir ließen Wolfgang zurück, er wurde von Herbert abgeholt. Das Rennradfahren war trotz Aufsuchen eines Radgeschäftes in Periguex für Wolfgang daher nicht mehr möglich. Nach 60 km kehrten wir in einer Bar ein, wo wir mit Nena-Song und Dortmund-Rufen unterhalten wurden. Erneut waren 100 Pumperer von Nöten, diesmal bei Jochen. Da das Hotel auf einem etwa 50 m hohen Berg lag, hatten wir am Ende jeder Tour noch die Möglichkeit, sich zusätzlich auszupowern. Heute mündete das in ein Rennen zwischen Werner und einem etwa halb so alten zufällig vorbeikommenden Radler, der doch einigermaßen erstaunt war, was der Senior da so raushaut.

4. Tag: 97 km, 1300 hm

Werner hat heute Geburtstag. Aufgrund des Frühnebels ging es erst um 11 Uhr los. Zum Mittagessen führten uns zwei ältere, französische Rennradler nach Domme, einer Touristenstadt auf einem Hügel. Walter und ich waren sehr skeptisch am Anstieg da hoch, aber es war es dann letzten Endes voll wert. Auf dem Rückweg fand Ralf eine Abkürzung inkl. 16 %-Steigung und 1 km Rollsplit. Da brachte s Donis gehörig zum Schimpfe, da er zum ersten mal seinen Carbon-Renner im Trainingslager mit dabei hatte. Abends gab es das obligatorische Döhner-Bier inkl. Musikalische Begleitung durch Leo und Kone. Natürlich wurde Werner auch ein Ständchen gebracht.

5. Tag: 110 km, 1000 hm

Mit dem Sprinter ging es nach Fumel. Es stand uns nach anderer Landschaft. In der Tat gab es in der Ecke dann Weinfelder. Fumel selber kann man getrost vergessen. Über das Mittagessen herrschte Uneinigkeit und außerdem Einöde, so dass ohne Essen durchgefahren wurde.
6. Tag: 70 km, 800 hm (nur 4 Mann)
Wir radelten zu einem Weinhandel in Habeichnichtaufgeschrieben, wo sich die Radler mit den anderen Ausflüglern trafen. Für die teuerste, ausgestellte Weinflasche (hätte man einfach mitnehmen können) wäre ein sehr guter Renner drin gewesen. Es wurde ordentlich eingekauft.

7. Tag: 136 km, 1800 hm

Die Königsetappe nach Rocamadour mit fast kompletter Rennradtruppe. Rocamadour, ein Touristen-Bilderbuchort. Wir hörten gar nicht mehr auf zu knipsen. Die Uneinigkeit beim Mittagessen wurde unabgesprochen über die Verteilung auf zwei Restaurants gelöst. Man fand sich dann wieder im Ort und gemeinsam ging es auf den Weg zurück. Trotzdem kamen wir in zwei Gruppen am Hotel an. Was Albi dazu nutzte, die eine Gruppe noch zu einer Eisdiele nach Sarlat zu führen. Diese Gruppe hatte also 4 km mehr.
Es blieb nur die Rückfahrt am nächsten Tag, die uns mit Schnee auf der Schwäbischen Alb überraschte. Den gemeinsamen Freudenschrei aller Natives beim Übertritt in den Freistaat werde ich nicht vergessen.
Dank an Helmut, Ralf, Donis und Harald für Organisation und Reiseleitung.

Guido