Festive500 2018 – Eine schöne Bescherung!

VORWORT

Kurz vor Weihnachten haben sich manche Vereinsmitglieder, Freunde und sonstige Blog-Leser mit der Frage gemeldet, ob wir denn dieses Jahr auch wieder die 1000 Kilometer zwischen Weihnachten und Neujahr fahren. Tausend sind es zwar nicht, aber die 500, zu denen das Modelabel Rapha gemeinsam mit der Sport App STRAVA aufruft, wollen wir auf jeden Fall wieder anpacken. Neben der allgemeinen Motivation im Urlaub Rad zu fahren ist auch der Trainingslagereffekt nicht zu unterschätzen. Und nachdem dem ein oder anderen der Bericht vom letzten Jahr scheinbar gut gefallen hat, soll es auch dieses Jahr ein paar Worte zu Festive500 geben. Ob der Entenbraten wieder durch eine Trainingsfahrt unterbrochen wurde, der Döner in Eichstätt nach wie vor das Maß der Dinge ist und wie viele (positiv) Verrückte sich dieses Jahr auf das Rennrad oder den Crosser gesetzt haben, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Tag 1: Mit dem Pizzaschneider durch die drei Täler

Nach den starken Regenfällen an den Vortagen, beschlossen wir den Heiligen Abend mit den Crossern und der 3-Täler-Runde anzugehen. Über unsere Whatsapp Gruppe vereinbarten wir den Marktplatz in Gaimersheim als Startpunkt. Nachdem im vergangenen Jahr am ersten Tag noch jeder Einzeln unterwegs war, stellten die sieben zusammengekommenen Radfahrer (Sechs auf dem Foto, einer muss ja Fotografieren) schon eine gewaltige Steigerung dar.

Leider hat uns jemand für den Prolog die Lager und Bremsen zugedreht... Die Räder wollten sich schier nicht drehen. Oder es war schlicht und ergreifend der völlig aufgeweichte Boden. So der so war die Runde wirklich anstrengend und leider auch "etwas" dreckig. An den Steigungen wäre Absteigen und Schieben manchmal wohl schneller gewesen. Aber sei es drum, wir waren miteinander unterwegs und haben uns die klassischen Weihnachtsmenüs im Kreis unserer Familien verdient. Schlussendlich standen je nach Startadresse knappe 80km auf dem Tacho - ein guter Einstieg bei einem Soll von täglichen 62km.

Tag 2: Durch das Altmühltal zum Paulser Joch

Auch heute konnte sich die Teilnehmerzahl wieder sehen lassen. Zu sechst starteten wir am Gaimersheimer Marktplatz in Richtung Altmühltal. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt konnten wir flott Kilometer sammeln. Nachdem wir uns in Kipfenberg getrennt hatten, fuhr eine Vierergruppe weiter Richtung Beilngries um von dort den motiviert neu angelegten Radweg (Die Steigung steigt hier kurzzeitig auf fast 20% an - deshalb bei Strava wohl auch Paulser Joch getauft) Richtung Paulushofen als Wendepunkt anzugehen. Um uns optimal auf die anstehenden Wettbewerbe vorzubereiten, suchte Bernhard sogar einen "Strade-Bianche" Abschnitt aus - bei uns ist Abwechslung garantiert 🙂 ! Über Denkendorf und den Truppenübungsplatz zwischen Wettstetten und Stammham näherten wir uns wieder der Stadt. Deutlich früher als im letzten Jahr konnten wir bereits an Tag Zwei die 100km Tagesdistanz-Marke knacken und so zusammen mit dem Vortag fast schon einen Tag Puffer erreichen.

Den obligatorischen Entenbraten gab es abweichend zum Vorjahr übrigens nicht, dafür war dieses Mal mit einer Regelmannsbrunner Forelle für optimale Sportlernahrung gesorgt.

Tag 3: Arbeitssieg

Beim Fußball spricht man bei einem wenig glamurösen aber dennoch erfolgreichen Spiel von einem Arbeitssieg. So lässt sich in Kürze der dritte Tag beschreiben. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, recht tiefem Hochnebel und mancherorts etwas zwielichtigem Asphalt war das Ziel, schnell das Tagessoll von gut 60km abzureißen um im Anschluss den kulinarischen Familientreffen nachzukommen. Viele fuhren für sich, eine Vierergruppe drehte eine flache Runde über Neuburg an der Donau und zurück nach Ingolstadt.

Die kurze Runde hält uns weiterhin mit ordentlichem Puffer im Rennen und ist eine gute Vorbereitung für die lange Fahrt zu Herobikes nach Roth, die am Donnerstag anstehen soll.

Dem Ein oder Anderen wird sogar nachgesagt, am Tag Drei eine zweite Runde am Nachmittag gedreht zu haben um die konsumierten Köstlichkeiten maximal in Brennstoff umzusetzen. Beim wohl allgemein vorherrschenden durchschnittlich erhöhten Vanillekipferl- und Spitzbubenumsatz sicher eine gute Strategie!

Tag 4: DIE KÖNIGSETAPPE: Ausflug nach Roth

Als ich am Donnerstagmorgen aus dem Küchenfenster schaute, befürchtete ich, dass sich der Wetterbericht mal wieder mit dem Ingolstädter Donaunebel verkalkuliert haben könnte. Grau in Grau in Frost. Bei den angesetzten 130+ km nach Roth zu Herobikes begrenzte das die Vorfreude kurzzeitig auf ein Minimum. Aber bekanntermaßen stirbt die Hoffnung zuletzt so dass es vielleicht außerhalb des Ingolstädter Nebellochs etwas Sonne geben könnte. Kurz nach Kipfenberg war das auch der Fall. Die graue Wolkendecke öffnete sich und die gefühlte Temperatur stieg um 10 Grad. Da wir größtenteils auf flachen Straßen unterwegs waren, konnten wir schnell Strecke gutmachen und näherten uns unserem Ziel Roth.

 

Nach einem kurzen Besuch bei Marco und dem Rest des Herobike Teams, stärkten wir uns in einer benachbarten Bäckerei bevor es an die Heimreise ging. Um nicht die selbe Strecke zurückfahren zu müssen, wählten wir eine alternative Route, die allerdings mit deutlich mehr Höhenmetern auf uns wartete. Aufrgund des guten Wetters und der guten Stimmung verging aber auch hier die Zeit mitsamt den Kilometern wie im Flug. Je näher wir Ingolstadt kamen, desto winterlicher wurde das Wetter wieder. Spätetens ab Gungolding hatte uns der Frost wieder fest im Griff. Glücklicherweise waren wir aber eben schon fast daheim, so dass die Königsetappe je nach Startort mit zurückgelegten Distanzen von 150 bis knapp über 180km in den Büchern steht. Somit haben viele von uns bereits an Tag Vier die 400km Marke geknackt und rollen langsam aber sicher auf die Flamme Rogue zu.

 

Tag 5: JEDER FÜR SICH

Für den fünften Tag vereinbarten wir keinen gemeinsamen Startpunkt, so dass jeder individuell einen Tag Pause oder eine kleine Runde einlegen kann. Der erste konnte bei einer "kleinen" MTB Runde bereits die Schallmauer von 500km seit heilig Abend durchbrechen. Herzlichen Glückwunsch!

Am sechsten Tag soll die klassische Runde über Eichstätt mit Stop beim besten Döner der Welt stattfinden.

 

Tag 6: Ein besonderer Tag!

Es scheint ein wirklich einmaliger Tag gewesen zu sein. Eine Aneinanderreihung an Vorkommnissen, die Ihresgleichen suchen. Für die sieben Mitfahrer sicher ein Tag, den sie nicht so schnell vergessen werden. Denn wann hat den schon einmal jemand VIER Platten? Und dann auch noch immer unten am Reifen? Und gerade der, der so penibel auf sein Material achtet? Sensationell! Würde es diesen Bericht nicht geben, müsste man diese Besonderheit anderweitig schriftlich festhalten. Gott sei Dank hat sich der arme Kerl bei Platten Nummer Vier dann doch dafür entschieden nochmal den Schlauch zu wechseln und sich nicht mit einem Pumprythmus von 500m von Gaimersheim aus heimzuschleppen.

Am sechsten Tag wollten wir den Einkehrschwung bei einer bekannten Eichstätter Dönerbude wiederholen. Leider hatte unser Gastwirt vom letzten Jahr am Samstag Ruhetag, so dass wir beim Sultan-Döner einkehrten und uns hier stärkten. Bei einer äußerst schmackhaften Kiwi-Fanta (Nicht zur Nachahmung empfohlen) konnten bereits die ersten RTG-Festive500 Schlüsselanhänger verteilt werden, denn einige Mitstreiter hatten auf dem Weg nach Eichstätt die magische Grenze geknackt. Und das bereits an Tag 6! Chapeau meine Herren, sauber durchgekämpft! Vielen Dank an Stefan für das individuell gefertigte Schmankerl!

Der Rest wird am Sonntag, Tag sieben die restlichen Kilometer packen. Einige wenige waren zwischen den Jahren beruflich eingespannt und mussten sich die Strecke deutlich mühsamer erkämpfen. Dafür gibt es aber Edelhelfer wie den Tom, der den Matthias mehrmals begleitet hat.

Abgerechnet wird zum Schluss!

 

Tag 7: Die Letzten Kilometer!

Nachdem der Großteil bereits an Tag 6 seine Kilometer beisammen hatte, durften der Toni und ich am Sonntag zu einer kurzen Crossrunde mit Begleitung ausrücken. Unser Festive endete, wie es begann: Nicht allzu kalt, windig und vor allem dreckig. Vom gefrorenen Boden war nichts mehr übrig geblieben und entlang der Donau wartete eine Pfütze nach der Anderen auf uns. Spätestens in Neuburg war die 500km-Schallmauer geknackt und wir begaben uns auf den Rückweg nach Ingolstadt. Ohne besondere Vorkomnisse erreichten wir unser Ziel.

Nachtrag zu Tag 6: Unser Vierfach-Pechvogel hat sich gleich gestern Abend noch mit neuen Reifen ausgestattet! Stillstand des Querfeldreinrades scheint ein No-Go zu sein ;-).

Jetzt fehlt nur noch Einer aus unserer Truppe und der wird am Silvestertag Vollzug melden können. Eine Zusammenfassung gibt es an Tag 8!

Tag 8: GRANDE FINALE

Heute erreichte der Letzte unserer Truppe die 500km Grenze. Somit haben sage und schreibe 11 plus zwei vereinsfremde Fahrer Festive 500 erfolgreich abgeschlossen (Holger, Tom, Bernhard, Juri, Toni, Alex, Sascha, Christian, Franz, Stefan, Patrick, Stefan, Matthias und Günter). Der Günter hat es gemacht wie immer. Sauber seinen Schnitt hingelegt und zum Schluss mit einem +100km Tigersprung die 500km Marke locker überwunden.

Schlussendlich stellt sich der/die Ein oder Andere die Frage warum man sich sowas "antut". Dies ist leicht beantwortet: Blickt man in die Gesichter auf den Fotos ist es schlicht und ergreifend der Spaß, zusammen in der Gruppe mit dem Crosser und Rennrad unterwegs zu sein und nebenbei noch eine nicht zu unterschätzende persönliche Herausforderung zu absolvieren. Aber auch für die Zahlenexperten haben wir den Beweis, dass sich Festive500 auch aus Trainingssicht lohnt: Bei einer aufsummierten TSS von 1038 konnte einer der Fahrer seinen CTL Wert bei 19h Training um den Faktor 17 steigern. Der Trainingslagereffekt ist also definitiv vorhanden. Und die Kälte? Nun ja, hier gilt nach wie vor das alte Sprichwort: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Klamotten. Grundsätzlich empfiehlt sich die Challenge aber eher für Fahrer, die Kälte-unempfindlich sind.

Schlussendlich danken wir unseren Familien und jedem/r, der/die mitgefiebert hat und uns somit diese etwas andere Radsportwoche ermöglicht hat.

Wir sehen uns 2019 am 24.12., wahrscheinlich am Marktplatz in Gaimersheim und wünschen bis dahin einen Guten Rutsch ins neue Jahr!