RTG Rennbericht: Ride to Höll / Rad WM Innsbruck, So-30 SEP 2018

Himmel und Hölle in Innsbruck !


Innsbruck (Tirol, Österreich), am 02 OKT 2018, von Brunni /

Rad WM in Österreich ! Da muss ich natürlich wieder dabei sein, war schon 1987 in Villach, Kärnten beim legendären Triple von Stephen Roche (IRL) und in Salzburg 2006 beim Sieg von Paolo Bettini (ITA) live vor Ort. Die Vorfreude auf die Rad WM in Innsbruck-Tirol, Austria war sehr groß, denn es sollte eines der schwersten Elite Strassenrennen werden, aufgrund der vielen Höhenmeter…., aber des is ja eh klar im Land der Berge :-). Und zudem waren die österreichischen Profis dieses Jahr sehr erfolgreich: Giro Platz 7 für Patrick Konrad, Etappensieg Sieg in Polen durch Georg Preidler, …

1 – Ride to Höll

Und das schönste an der WM dieses Jahr: es gibt auch einen Radrennen für Jedermänner auf der Original Rennstrecke: “Krone Ride to Höll” wird von der Kronen Zeitung am Samstag, 29 September veranstaltet (ähnlich wie bei der Österreich Rundfahrt, das Rennen zum Kitzbüheler Horn). Auf dem Streckenplan für die Jedermänner steht der Schlussanstieg des Elite Rennesn vom Sonntag: die Höttinger Höll: nur 2,8km lang mit 300HM, aber mit einem Steilstück über 500m mit 20% Steigung und mit 28% Steigung im steilsten Stück ! Der Berg ist nicht nur bei den Profis gefürchtet.
Die Startaufstellung erfolgt direkt auf der Zielgeraden des Strassenrennes, der Start wird vom italienischen ex-Doppel-Weltmeister (2006 Salzburg + 2007 Stuttgart) Paolo Bettini freigegeben, nach 400m neutralisierter Fahrt beginnt die Zeitnahme am Beginn der Steigung. Ich reihe mich ganz vorne ein, lass aber die Schnellsten ziehen und fahr mein eigenes Tempo, denn ich weiß was noch kommt … Fühle mich gut, am Anfang ist es ja auch relativ flach, da hats “nur” 13%. Sehr bald erreiche ich das steilste Stück, will nochmal schalten, aber da geht nix 🙁 . Hab schon das größte Ritzel eingespannt. Da hilft nur mehr eins: einfach treten, im Wiegetritt geht’s jetzt mit Vollgas und einer Trittfrequenz von nur 50 Umdrehungen Meter für Meter auf der sehr schmallen Strasse bergauf. Das Leiden wird durch das Anfeuern von vielen, vielen Zuschauern ein wenig gemildert. Das SRM zeigt nur einstellige Geschwindigkeitswerte. Die Steigung erscheint endlos lang, die Erleichterung ist groß, als ich endlich den Krone Zielbogen am Gramartboden erblicken kann. Die letzten Meter sind eine Wohltat, erscheinen flach, sind ja auch nur mehr 10% Steigung. Mit 11min:37sec bin ich am Ende auf Platz 36. Weitere Details gibts auf STRAVA. Auch mit den Daten der Profis …
Als Belohnung für die Schinderei gibt’s eine rotes Krone Trikot von Santini, eine schöne Medaille, eine WM Trinkflasche und umfangreiche Verpflegung im Zielbereich vor der Hofburg in Innsbruck.
Einmal durch die Hölle zu fahren ist das eine, da hoch fahren nach 250km Rennen, wie die Profis das am Sonntag machen müssen eine ganz andere Geschichte… Für mich unverstellbar.
Der Berg ist der steilste, den ich je mit dem Rennrad gefahren bin, noch steiler als wie Mortirolo, Kitzbüheler Horn, Rettenbach Ferner oder das Tal der Tränen auf Gran Canaria. Vergleichbar ist die Hölle mit dem Blumenberg in Eichstätt, nur ist der viel kürzer.


Veranstalter

https://www.innsbruck-tirol2018.com/en/ride-to-hoell/


Ergebnisse

https://my2.raceresult.com/94573/?lang=de#0_E9925C

 

2 – Rad WM

Die Rad WM in Innsbruck-Tirol, Austia wird über eine Woche praktisch in ganz Tirol ausgetragen. Veranstaltungsorte sind Kufstein, Ötztal, Rattenberg, Innsbruck. Das Ziel ist immer in der Tiroler Landeshaupstadt Innsbruck vor der Hofburg. Nach den Zeitfahrbewerben in der Mannschaft und im Einzel und Rennen der Junioren folgen die Strassenrennen. Highlight ist auf alle Fälle das Elite Rennen der Männer über 258km am Sonntag.
Das Radsport Team Gaimersheim (RTG) ist am Sonntag in Innsbruck sehr stark vertreten. In der Fanzone oberhalb von Schloss Ambras genießen wir die grossartige Stimmung. Boris, Bernhard, Stefan, Sascha, Werner und Karl Heinz reisen am Samstag per Rad an und haben am Ende 266km auf der Uhr !
An der Strecke mit 275.000 Zuschauer am Sonntag herrscht Volksfeststimmung. Das superschwere Elite Rennen mit gut 4500HM gewinnt am Ende der Spanier Alejandro Valverde vor dem Franzosen Roman Bardet, dem Kanadier Michael Woods und dem Niederländer Tom Dumoulin im Sprint einer Vierer-Spitzengruppe. Der Italiener Gianni Moscon wird Fünfter, sechster der Tscheche Roman Kreuziger (Sieger des Pro Ötztaler 5500 letztes Jahr). Valverde, Bardet und Woods konnten sich an der Höttinger Höll absetzen. Der regierende Weltmeister Peter Sagan steigt, wie einige andere Favoriten frühzeitig aus. Die Österreicher machen über weite Strecken das Tempo im Hauptfeld, können am Ende aber eben sowenig in die Entscheidung eingreifen wie die Deutschen.


Die Sieger der Strassenrennen:

Freitag, 28 SEP: U23 Männer, 179.9km
Gold     M. Hirschi, SUI
Silber   Lambrecht, BEL
Bronze Hanninen, FIN

Samstag, 29 SEP: Damen, 156.2km
Gold     A. van der Breggen, NED
Silber   A. Spratt, AUS
Bronze T. Guderzo, ITA

Sonntag, 30 SEP: Elite Männer, 258.5km
Gold     A. Valverde, ESP
Silber   R. Bardet, FRA
Bronze M. Woods, CAN

 

Rad WM 2018: Link
https://www.innsbruck-tirol2018.com/

 

3 – Conclusion

Für mich persönlich ist das WOE der perfekte Abschluss einer Super Radsaison mit RTG. Die WM in Österreich war eine sehr gelungene Veranstaltung und ist eine hervorragende Werbung für das Alpenland Österreich: Super Wetter, traumhafte Landschaft, gutes Essen und sehr vielel freundliche Menschen und Radsport auf höchstem Level ! Zudem gab es Gold für Laura Stigger bei den Juniorinnen ! Bleibt zu hoffen, dass diese Euphorie in Österreich anhält und den Radsport weiter beflügelt. (Ich hab nach Villach 1987 mein erstes Rennrad gekauft …)
Die nächste WM in Tirol ist bereits im Februar 2019: die Nordische Ski-WM in der Olympiaregion Seefeld mit Schispringen und Langlaufen.


For RTG
Brunni