RTG Rennbericht: Giro delle Dolomiti, So-22 bis Sa-28 JUL 2018

Giro delle Dolomiti: 6 Etappen in SÜDTIROLS BERGEN !

Bozen/Gaimersheim, am 31 JUL 2018, von Brunni /
Ein Highlight für viele Radsportler ist alljährlich der „Giro delle Dolomiti“ / die „Dolomiten Radrundfahrt“ in Südtirol / Italien. Das Event feiert 2018 Ausgabe Nr. 42 und findet traditionell Ende Juli / Anfang August statt. Die RTG Starter Leo Ortner, Karl Schlick und Thomas Brunnegger beenden die Rundfahrt mit 6 Etappen, 601km und 11.028HM erfolgreich !


1 – DAS EVENT

Die Veranstaltung 2018 umfasst 6 Etappen mit Start und Ziel in Bozen. Pro Etappe wird ein BZF / crono ausgetragen, die Summe der Fahrzeiten ergibt die Gesamtwertung. Charakteristisch ist dabei, dass auf jeder Etappe alle Teilnehmer hervorragend verpflegt werden: Es gibt ein- zweimal Verpflegung auf der Strecke und (meist am Ende) sogar ein Mittagessen ! Auf der Etappe wird dabei geschlossen im Feld gefahren. Hervorragend von Polizei und Begleitmotorrädern vom Verkehr abgeschirmt ! In der italienischen Zeitung “Alto Adige” wird täglich mehrseitig mit kompletter Ergebnisliste berichtet. Einfach Spitze !!!



2 – Das Team

Unser Radsport Team Gaimersheim (RTG) war auch diesmal wieder in folgender Besetzung am Start:
* Ortner, Leo
* Schlick, Karl
* Brunnegger, Thomas

 

3 – DIE STRECKE

Grundsätzlich ist Bozen Start und Ziel jeder Etappe. Königsetappe ist 2018 Etappe 3 mit der Sella Ronda und 155km. Berühmtester Berg ist das Stilfser Joch (passo dello Stelvio) auf Etappe 4. Etappe 6 wird wie schon 2017 als MZF im Flachen ausgetragen. Hard facts sind folgende:
• Totale / Gesamt 601km / 11.028HM
• Crono / BZF:  88km / 5.388HM 

4 – DAS RENNEN

Etappe 1: Sonntag – 22 Jul
163km / 1859HM
BZF: St. Leonhard – Jaufenpasso (passo Giovo): 19,0km / 1398HM / avg 7,4%
https://www.youtube.com/watch?v=eNIDZOM0QzA

Zum Auftakt geht’s von Bozen über Meran ins Passaiertal nach St. Leonhard, dem Geburtsort des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer. Hier startet das erste Bergzeifahren (BZF) zum Jaufenpass. Nicht übernmässig steil, aber fast 20km lang. Das haben wir daheim nie :-(. Kann mich gut erinnern, vor einigen Jahren bin ich hier bei meinem ersten Giro Dolomiti auch Sonntags hoch. Ich kann wie erwartet mit den Schnellsten nicht mithalten, find aber einen guten Rhythmus, fühle mich gut (wohl auch, weil ich meinen gestrigen Geburtstag nicht gefeiert habe) und kann am Ende noch einige Mitstreiter überholen. Am Ende werden 1h12min für mich notiert, das reicht für die Top 50. Nach einem Waterstop am Jaufenpass geht’s gemeinsam nach Sterzing zum Mittagessen. Danach wird geschlossen im Feld bei sommerlichen Temperaturen über Brixen ins Etappenziel Bozen gefahren.

Etappe 2: Montag – 23 Jul
78km / 2296HM
BZF: Rauth – Obereggen – Reiterjoch (passo Pompeago): 8,0km / 724HM / avg 9%
https://www.youtube.com/watch?v=Zz1AwLSBCNU

Etappen 2 sollte eine kurze, aber knackige Etappe werden ! Den Anstieg “Reiterjoch” kenn ich eh aus den vergangenen Giros … Zu meiner Überraschung biegen wir in Stenk nicht auf die super steile Steigung ab, sondern fahren im Feld weiter nach Rauth, wo das Crono gestartet wird. Damit ist die Strecke heute um 3km kürzer, aber nicht wirklich einfacher, als mir bekannt. Die 3km auf der breiten Strasse in den Schiort Obereggen sind steiler als erwartet. Hier starte ich wohl zu schnell und kann auf den flacheren km Richtung Ziel nicht mehr richtig zulegen.  Mit 35:05min bleibe ich im GC aber in den Top 50.
Nach dem Crono geht’s über eine sehr schmalle Strasse (erst 2012 für den Giro d’ Italia asphaltiert) zur Alpe die Pompeago (Zielort legendärer Giro Bergankünfte mit den Siegern Marco Pantani, Pavel Tonkov, Gilberto Simoni, Roman Kreuziger). Bin froh, dass ich diesen supersteilen Berg nicht hochfahren musste. Über den den Aufstieg zum passo Lavaze geht’s dann zurück Bozen.

Etappe 3: Dienstag – 24 Jul
155km / 3275HM
BZF: Corvara – Grödner Joch (passo Gardena): 9,00km / 589HM / avg
6,5%
https://www.youtube.com/watch?v=_VsCf7wHelk

Etappe 3 ist die Königsetappe unseres Giro 2018: “Sella Ronda”. Klingt einfach (wenn man von Corvara startet), wir starten aber in Bozen. Bis zum ersten Wasserstop in Wolkenstein hab ich 3h Fahrzeit auf der Uhr. Wir fahren die Sella Ronda gegen den Uhrzeigersinn (anders als beim Maratona dles Dolomites), dh Sella – Pordoi – Campolongo – Gardena. In Corvara, dem Maratona Zielort startet heute unser BZF zum Grödner Joch. Uns allen wohl bekannt, nur 9km lang und nicht steil, die Italiener sagen “pedalabile”, aber heute nach 5h im Sattel, ist es eine besondere Herausforderung. Leider starte ich hinter der Spitzengruppe, geb Vollgas und kann bald zu einer guten Gruppe aufschließen. Aus dieser kann ich mich in den letzten Kehren vor der Passhöhe absetzen und unter 30min finishen. Erst auf der Passhöhe erfahre ich, dass ein Rennfahrer der Gruppe ex-Profi Manuel Quinzato aus Bozen war (Team BMC + Squadra Liquigas, Team Weltmeister mit BMC). Nach dem Mittagessen in Wolkenstein (Marco Pantani hatte hier 1998 sein erstes Maglia Rosa übergestreift…) geht’s im Feld zurück nach Bozen. Am Ende des Tages hab ich 7h35min Fahrzeit stehen ! Net schlecht, länger fahr ich nur beim Ötztaler oder Alpenbrevet.

Etappe 4: Donnerstag – 26 Jul
67km / 1851HM
BZF: Prad – Stilfser Joch (passo dello Stelvio): 24,00km / 1838HM / avg 8,0%

https://www.youtube.com/watch?v=LWxDgb0F0Xw

Etappe 4, nach dem Ruhetag am Mittwoch-25 Juli ist meine persönliche Lieblingsetappe, denn es steht das legendäre Stilfser Joch (passo dello Stelvio) mit 2760m auch die Cima Coppi des Giro 2018 auf dem Programm. Jeder kennt es, fast 25km lang, fast 1900HM am Stück, verteilt auf 48 Spitzkehren. Bin motiviert und kann mich der ersten Verfolgergruppe nach dem Start anschließen. Leider muss ich diese nach Trafoi ziehen lassen. So fahre ich weiter meinen eigenen Rhythmus, am Ende kann ich aber nochmals zulegen und kurz vorm Ziel auf Lorna und den italienischen ex-Weltmeister Maurizio Fondriest (Ehrengast von Sponsor Alpecin) aufschließen. Viele Radsport Fans errinnern sich an das denkwürdige WM Finale 1988 in Ronse (Belgien), als Maurizio nach Sturz des belgischen Favoriten Claude Criquelion (inzwischen verstorben) vor dem Kandier Steve Bauer im Sprint Gold gewann.
Bin am Ende in 1h38min im Ziel und damit ein bisschen hinter meinem persönlichen Stelvio Rekord. Die Schnellsten, der Belgier Daan Vermeulen und der Südtiroler Thomas Gschnitzer brauchen nur 1h15min ! Nach dem BZF fahren wir über den Umbrailpass (viele Profinamen zieren noch die Strasse von der Giro Etappe 2017, als das Maglia Rosa Tom Dumoulin einen sehr speziellen Moment hatte …) in die Schweiz und über Mals und Glurns zurück zum Start in Prad.


Etappe 5: Freitag – 27 Jul
81km / 1615HM
BZF: Kastelruth – Seiser Alm (Alpe de Siusi): 9,20km / 748HM / avg 7
,0%
https://www.youtube.com/watch?v=E0WexWVStRQ

Etappe 5 auf die sehr bekannte Seiser Alm, wohl vielen Volksmusik Fans wegen der Kasterlruther Spatzen ein Begriff. Der Giro der Profis machte zuletzt 2016 hier Station, als am Tag nach der Königsetappe in den Dolomiten ein BZF mit Start in Kastelruth ausgetragen wurde.
Unser BZF startet unmittelbar nach dem Abzweig von der Hauptstrasse, ist nur 9km lang und sehr schön zu fahren. Meine Beine sind heute müde und obwohl ich mich bemühe geht heute nicht viel, bin froh, dass die Quälerei nur 35min dauert. In der Tageswertung bin ich nur auf P60. Im classifica generale bleibe ich Top 50.


Etappe 6: Samstag – 28 Jul
57km / 132HM
MZF: Golf Club Eppan: 19,0km / 115HM / avg 0
,5%
https://www.youtube.com/watch?v=qHAUKCbojL4

In einer offiziellen Aussendung des Veranstalters nach Etappe 5 wird folgendes verlautbart: das Gesamtergebniss des Giro wird nach Etappe 5 erstellt, Etappe 6 zählt nicht zur Gesamtwertung, muss aber bestritten werden, um nicht aus dem Gesamt Klassement gestrichen zur werden. Für das MZF gibt’s eine eigene Siegerehrung. Nur dies macht für mich aus sportlicher Sicht Sinn.
Für das MZF können beliebige Teams mit 5 Fahrer gebildet werden (Herren, Damen oder Mixed). RTG hat nur 3 Mann im Rennen und so entschließe ich mich für einen Einzelstart. Das ist neben dem MZF  auch möglich: dies ist ganz einfach ein Strassenrennen mit Massenstart. Kann mich lange in der Spitzengruppe halten, muss aber dann reisen lassen und erreiche mit Platz 7 Gesamt und Platz 1 in meiner Kategorie D eine schönes Abschlussergebnis. Nach der gemeinsamen Rückfahrt nach Bozen erfolgt In der Messe das letzte Mittagessen und die Siegerehrung.

 

5 – DIE SIEGER

Am Ende konnten alle RTG Starter die schwere und schöne Rundfahrt erfolgreich beenden, Thomas Brunnegger belegte in der Gesamtwertung Platz 42, Platz 7 in der Kategorie D. Der Gesamtsieg ging an Daan Vermeulen aus Belgien bzw. Monika Dietl aus Freising, die „kurze“ Rundfahrt über 3 Etappen gewannen der Sterzinger Thomas Gschnitzer vom Racing Team WINAX bzw. Lorna Ciacci, Team Sportler aus Bozen.


6 – Links

Veranstalter
http://www.girodolomiti.com

Ergebnisse
https://www.winningtime.it/admin/admin.php?mac=circuiti&item=8

Fotos
www.fotostudio3.com

Presse
Etappe 4  – Stilfser Joch:
https://www.suedtirolnews.it/sport/vermeulen-auch-am-stilfser-joch-nicht-zu-schlagen

 

7 – Conclusion

Generell ein Super Event, Kar, Leo und ich möchten 2019 gerne wieder kommen. Am Ende eine superschöne und großartige, ja sogar eine einzigartige Veranstaltung. Grosses Kompliment an die Organisatoren ! Prädikat: Sehr empfehlenswert, egal wie schnell man fährt, Radfahren in den Dolomiten ist einfach super.
Einzige Kritikpunkte: Bitte das MZF abschaffen und durch ein kurzes über 2-3km Einzel-BZF ersetzen (wie dies bis 2016 der Fall war). Die Online Anmeldung und Ergebniss Suche im Internet sollte auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden (datasport zeigt wie es geht…). Nach meiner letzten Info vom Orga Leiter Simon Kofler soll zweiteres auf Fälle geschehen.

 

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