RTG Rennbericht: Maratona dles Dolomites, So-01 JUL 2018

Sieg in der Teamwertung in den dolomiten !

 

Corvara/Gaimersheim, am 03 Jul 2017, von Brunni /
1 – Das Event
Ein Highlight für alle Marathonis ist die „Maratona dles Dolomites“ (Maratona Dolomiti, Dolomiten Marathon) in Südtirol und Italien, die traditonell am ersten Juli Sonntag stattfindet. 2018 stand die 32te Auflage dieses Klassikers mit 9500 Startern auf dem Programm. Bei der ersten Auflage im Jahre 1987 waren es 178. Start ist in La Villa/Stern im Gader Tal/Val Badia, Ziel ist in Kurfar/Corvara. Im Gader Tal wird wie auch im Grödner und Fassa Tal ladinisch, deutsch und italienisch gesprochen. In Alta Badia wird auch alljährlich im Dezember der superschwere Herren RTL im Schi Weltcup ausgetragen (Sieger 2017 der Österreicher Marcel Hirscher mit mehr als 2 Sekunden Vorsprung auf den Zweiten … ). Von der Startlinie des Marathons hat man direkt einen Blick auf den steilen Zielhang. Unfassbar steil, schaut im Fernsehen flach aus…


2 – Das Team

Unser Radsport Team Gaimersheim (RTG) ist auch diesmal wieder Dank unserem Freund Hubert Stöffel mit dem Radteam Aichach 2000 in folgender Besetzung am Start:
Brunnegger, Thomas

Daffner, Arthur
Gabler, Thomas
Gawlik, Patrick
Hagg, Stefan
Kopold, Thomas
Rebel, Jens
Riepl, Matthias
Roiger, Ernst
Roubinek, Jan
Treffer, Sascha
Witt, Stephen
Wolf, Rainer
Tratz, Bernhard

Leider mussten Günther Gartner und Winfrid Schlögl kurzfristig absagen, dafür ist unsere Kelheim Starterin Ines Bradshaw dabei. Jürgen ist als Betreuer vor Ort.

 

3 – Die Strecke
Es stehen 3 Strecken zur Auswahl:

Percorso / Strecke Lunghezza   Länge – km      Dislivello / Höhenunterschied – m
Corto / kurz      55km – 1800m
Medio / mittel   106km – 3100m
Lungo / lang     138km – 4200m

Die Wahl der Strecke kann individuell während dem Rennen erfolgen. Der Marschplan ist klar: Wir fahren die „Lange“. So können wir auch die meisten km für die Teamwertung sammeln. Zunächst geht es für alle auf die Sella Ronda mit Campolongo, Pordoi, Sella und Grödner Joch. In Corvara fährt man auf der kurzen Runde schon ins Ziel. Für uns geht es ein zweites Mal auf den Campolongo. In Cernadoi muss man sich dann für Medio oder Lungo entscheiden. Auf der Medio geht’s über Falzarego/Valparola ins Ziel. Auf der langen ist zunächst der „Hügel“ Colle Santa Lucia zu überwinden, bevor der Höhepunkt und gleichzeitig der Scharfrichter der Maratona wartet. Der Giau ! Wohl bekannt und gefürchtet bei Amateuren und Radprofis. Dann geht’s bergab Richtung Cortina (dem berühmten italienischen Wintersportort), wo dann der achte und letzte Berg des Tages wartet: der Falzarego/Valparola. Am Schluss ist dann noch das ansteigende Tal von La Villa nach Corvara zu überwinden, seit 2014 aber zusätzlich mit der kurzen und giftigen Steigung „Muir del Giat“ (die Katermauer) in LaVilla.

 

4 – Das Rennen
Der Sonntag startet traumhaft: Sonnenschein und angenehm warm bereits am morgen. So geht’s mit vielen, vielen Radfahrern von Colfosco (Kolfuschg) aus in die Startaufstellung nach La Villa. Ein Radsportfest erwartet uns. Die Hubschrauber der RAI (es wird 6 Stunden live im Fernsehen berichtet !) vermittelt Profi-Feeling und lässt den Pulsschlag schon vor dem Start steigen.

Start / Partenza – La Villa / Stern – 1436m
Viele Prominente sind auch im Starterfeld der Maratona: der Südtiroler Schifahrer Manfred Moelgg, seine Schwester Manuela, Biathletin Dorothea Wierer, Ski-Weltmeister Christoph Innerhofer. Der Spanier Miguel Indurain (5x Tour de France Sieger, 2x Giro Sieger). Dazu der neue Italo Campione Elia Viviani (hat am Samstag das rot-weiß-grüne Meistertrikot geholt), Team Quickstep, ex-Weltmister Paolo Bettini, der italienische Nationaltrainer Davide Cassani und auch der ex-Formel 1 Pilot Alessandro Zanardi mit seinem Handbike.
Wir sind diesmal auf 3 Startblöcke (grün, blau, gelb) aufgeteilt, leider keiner im roten Block 1, denn Jürgen und Werner sind leider nicht mit von der Partie.

Berg 1 – passo Campolongo – 1875m
Der erste Berg des Tages ist flach und mit 6km kurz, aber ich hab wie erwartet sehr, sehr viel Verkehr. Mühevoll kämpfe ich mich nach vorne. Um die Schönheit der Landschaft und das unbeschreibliche Spektakel inszeniert von 9500 Radfahrern auf der Bergstraße zu genießen haben wir keine Zeit. Auch in der ersten Abfahrt Richtung Arabba gilt es höllisch aufzupassen, denn es ist richtig viel los.

Berg 2 – passo Pordoi – 2239m
Der Pordoi, der am öftesten befahrene Dolomiten Pass des Giro d’ Italia mit dem Fausto Coppi (il campionissimo) Denkmal auf der Passhöhe ist der zweite Berg des Tages, 9.2km lang mit unzähligen Kehren. Nach gut 35min bin ich auf der Passhöhe und steck mir den ersten Riegel in den Mund. In der kurzen Abfahrt ist jetzt noch recht kühl, ist ja klar, ist auch erst 08:15h !!!

Berg 3 – passo Sella – 2244m
Auf halber Länge des Pordoi, dann die Kreuzung zum Sella Joch, also scharf rechts ! Links geht’s weiter runter nach Canazei. Am Sella, dem steilsten Anstieg der Sella Runde lockert sich das Feld ein wenig auf und ich kann mein Tempo fahren. Nach 5.5km überquere ich die Passhöhe und es geht in die gefährliche Abfahrt. Zum Glück teilweise mit neuem Asphalt.

Berg 4 – Grödner Joch (passo Gardena) – 2121m
Wieder geht’s scharf rechts, bitte nicht nach links, denn da kommt man ins Grödner Tal. Nach gut 20min ist auch dieser Pass geschafft und es geht in die wunderschöne und kurvenreiche Abfahrt nach Corvara. Hier ist nun die Sella Runde, d. h. Teil 1 des Marathons beendet. Sehr wichtig ist es hier nun die richtige Gasse zum Passo Campolongo zu finden, denn an sonst ist man schon im Ziel des percorso corto mit 55km.

Berg 5 – passo Campolongo 2 – 1875m
Viele, viele begeisterte Zuschauer säumen nun die Strassen bei der zweiten Ortsdurchfahrt von Corvara, sowie in den Kehren der Steigung. Die Straße ist nun endlich frei und jeder kann sein eigenes Tempo fahren. Auch die Abfahrt nach Arabba macht jetzt mehr Spaß. Von hier gibt es praktisch das einzige Flachstück dieses Rennens. Es geht Tal auswärts nach Andracz. Hier muss man sich nun entweder für percorso medio, also links ab Richtung Falzarego oder für perscorso lungo, also rechts ab entscheiden. Ich entscheide mich für die „Lungo”, also rechts ab. Miguel Indurain in meiner Gruppe fährt auf die Medio.

Berg 6 – Colle Santa Lucia – 1484m
Der sechste Berg des Tages ist im Vergleich zu den anderen wohl nur ein Hügel, obwohl 2.5km bergauf zuhause im Altmühltal schon als Berg eingestuft werden. In dem Anstieg hat man eine schöne Aussicht auf die mächtige Monte Civetta und die Marmolada, die Königin der Dolomiten genießen.

Berg 7 – passo Giau – 2236m
Der gefürchtete Giau, Schauplatz vieler Schlachten beim Giro ist der entscheidende Berg des Tages: 10km mit 10% Steigung im Schnitt. Hier muss jeder Rennfahrer kämpfen, egal ob er für den Anstieg 35min (die Besten), 1Std oder länger braucht. Ich brauch mehr als 50min :-(, das ging schon mal schneller… 

Berg 8 – passo Falzarego- 2117m / Valparola – 2200m
In Pocol geht’s links ab in den letzten Berg des Tages, den „flachen“ Falzarego. Aber der Berg ist nicht so flach wie er am Papier ausschaut, jedenfalls stellt der 10km lange Anstieg nach der der Renndistanz eine echte Herausforderung dar. Oben auf der Falzarego Passhöhe treffen sich dann wieder lange und mittlere Strecke und es geht zur letzten Bergwertung des Tages: dem Passo Valporola ! Hier heißt es kurz vor dem Passchild nochmals lächeln für die Fotografen, bevor es in die finale und superschnelle Abfahrt ins Gadertal geht.

Ziel / Arrivo – Kurfar (Corvara) – 1520m
Die Abfahrt vom Valparola ist die schnellste des Tages, ich hab deutlich mehr als 80 auf der Uhr und kann nochmals Kräfte sammeln für das Finale. In La Villa steht dieses Jahr erstmals ein letztes Hindernis auf dem Streckenplan: „Die Katermauer“: nur 400m lang, aber 13% steil. Das ist nicht lang, aber nach 132km ist schon ein Ding. Angefeuert von vielen Zuschauern schaffen wir auch den Berg. Nach der der Flamme Rouge geht’s direkt rein nach Corvara. Hier ist die Strasse links und rechts gesäumt mit Sponsor Plakaten, ich wähne mich bei einem Profi Rennen.

Ich bin mit 5h50min am Ende auf P48 in der Klasse und Platz 248 Gesamt. Ich war schon mal schneller 🙁 Vielen Dank an Stefan für seinen grossartigen Support auf den letzten km Richtung Ziel !

Für alle Finisher gibt es im Ziel eine Medaille und eine Kappe ! Im umfangreichen Startpaket sind eine hochwertiges Trikot und eine Weste von Castelli enthalten (diese Teile passen wirklich und sind 2018 im RTG design: blau-orange), eine Trinkflasche, ein Piccolo Sekt und Enervit Gels und Riegel. 2018 ist das Motto: Gleichgewicht. Mit Gutscheinen gibt es im Überfluss zu essen und zu trinken. Bei dem heutigen Kalorienverbrauch ist das auch nötig. Am Ende erreichen alle aus unserem Radsport Team Gaimersheim bzw Radteam Aichach 2000 erfolgreich das Ziel. Unsere Zeiten im Überblick:

Strecke corto
Arthur 3h16min, Platz 32 Klasse, Platz 198 Gesamt

Strecke medio
Ernst 5h24min, P60 / P536
Sascha 4h48min, P34 / P219

Strecke lungo
Bernhard 5h58min, P66 Klasse, P341 Gesamt
Stefan 5h50min, P36, P249
Thomas K 6h32min, P118, P810
Thomas G 6h26min, P125, P724
Rainer 6h24min, P135, P705
Patrick 6h08min, P57, P463
Jan 7h42min, P223, P2371
Matthias 6h46min, P128, P1106
Jens 5h42min, P40, P183
Stephen  6h07min, P67, P460
Brunni 5h50min, P48, P248

Die Team Wertung „Trofeo SELLE ITALIA a squadre“ gewinnen wir mit Radteam Aichach 2000 und können damit unseren Titel aus dem Jahr 2017 verteidigen. Gratulation unserem ganzen Team zu den grossartigen Leistungen und vielen Dank an Hubert Stöffel für die Organisation !


5 – Die Sieger
Die Lange gewinnt der italienische Titelverteidiger Tommaso Elettrico in 4h38min, bei den Damen siegt die Deutsche Christina Rausch in 5h19min. Bester Nicht-Italiener auf Platz 13 ist der Österreicher Patrick Hagenaars, Ötztaler Top Ten, Sieger vieler Radmarathons (Arlberg Giro). Seine Leistung ist sehr hoch einzuschätzen, da er eine Armprothese tragen muss.


6 – Links

Veranstalter www.maratona.it

Ergebnisse https://services.datasport.com/2018/velo/maradolo/

Fotos https://www.sportograf.com/de/shop/event/4487

Stefan ist in der best of Foto Gallery von sportograf !


7 – Conclusion
Das Wichtigste am Ende des Tages: Alle von uns sind wieder gut in Corvara angekommen. Aufrichtige Gratulation unserem kompletten Team zu den Super Zeiten! Generell ein Super Event, wir werden 2019 sicher alle wieder kommen … Am Ende eine superschöne und großartige Veranstaltung. Vielen Dank and Hubert Stöffel und seine Gattin Annemarie für die Orga der Startplätze mit dem Radteam Aichach ! Großes Kompliment an die Organisatoren ! Prädikat: Sehr empfehlenswert, egal wie schnell man fährt, Radfahren in den Dolomiten ist einfach super.

Nun freuen wir uns auf Kelheim in 2 Wochen…


8 – RTG Ausblick
Das nächste Event für das Radsport Team Gaimersheim ist folgendes:

Sa-14/So-15 JUL   24h Kelheim (Bayern)

 

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Brunni
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Fotos: https://www.sportograf.com/de/shop