Rennbericht Zugspitz Ultratrail

Rennbericht zum Zugspitz Ultratrail von Maximilian Geith– 102 Kilometer und 5400 Höhenmeter Auf- und Abstieg

Am Samstag, 16. Juni um 7:15 Uhr fiel der Startschuss zum ZUT, mein zweiter Versuch, einen 100km Lauf zu finishen. Bis 7:16 Uhr lief alles nach Plan. Dann stand das komplette Teilnehmerfeld vor einer geschlossenen Bahnschranke. Danke für diesen witzigen Anfang Deutsche Bahn ;). Nachdem diese erste Hürde gemeistert war, standen nur kleine Anstiege an, alles in allem keine größere Herausforderung. Ich versorgte mich gut, ließ es locker angehen und fand gut in meinen Rhythmus. Der erste nennenswerte Anstieg begann bei Kilometer 23 und führte auf den höchsten Punkt mit 2204 Metern Höhe. War aber auch alles kein Thema, wieder bergab zur 4. Verpflegung. Danach ging es los mit den Problemen. Scheinbar hatte mein Körper ziemlich mit der Höhe zu kämpfen, mir wurde schwindlig, ich hatte Kopfschmerzen und am schlimmsten: Ich bekam nur sehr schwer Luft. Der nächste Anstieg von 1400 Metern Höhe auf 2100 Meter wurde eine echte Qual und der erste Test für den Geist. Dank eines Gummibärchens welches mir ein Wanderer schenkte ging es dann aber doch. Jaja, die kleinen Dinge entscheiden 😉 Danach ging es runter auf etwa 1100 Meter zur Verpflegung 5. Hier waren schon 3500 Höhenmeter gemeistert. 

Nun kam der vermeintlich einfachste Teil der Strecke, circa 30 Kilometer ohne nennenswerte Steigung. Aber dieser Streckenabschnitt sollte die echte Herausforderung werden. Das monotone Laufen neben einem Bach  und die kleinen Wellen zermürbten mich ziemlich und ich hatte immer noch große Probleme mit dem Atmen. Zwischen Schloss Elmau und Eckbauer telefonierte ich mit meinen mitgereisten Fans, die mir Mut zusprachen. Bringt doch jedes Mal wieder mehr Dampf als ein Gel! Schließlich ging es runter in die Partnachklamm – und leider auch wieder hoch. Bei diesem Anstieg brauchte ich für jeden Schritt etwa 5 Sekunden, so wie man es eigentlich nur von Videos vom Mount Everest kennt. Wie sollte ich denn noch den Schlussanstieg mit 1000 Höhenmetern packen?? Naja, an der Verpflegung 8 verschlang ich ungefähr die gleiche Menge an Essen wie eine vierköpfige Familie in einer Woche. Das und eine sehr motivierende Nachricht vom Nico gaben mir so viel Power, dass ich tatsächlich den letzten Anstieg in einem guten und gleichmäßigen Tempo hochgehen konnte. An der 9. Verpflegung nochmal gut versorgen, die restlichen 300 Höhenmeter machen und schließlich ganz oben ankommen. Einmal tief durchatmen, die Stimmung hier oben genießen und dann im Downhill mal so richtig Gas geben! Jetzt gab es kein Halten mehr, die 1300 Höhenmeter nach Grainau lief ich komplett durch, überholte nochmal einige andere Teilnehmer und dachte nur noch an den Zieleinlauf. 

Dieser kam dann schließlich nach 17 Stunden und 17 Minuten und einem 65. Gesamtplatz bei 570 Teilnehmern. Hier empfing mich meine liebe Miri, die da schon seit 2 Stunden ausgeharrt hatte, vielen vielen lieben Dank dafür :*

Fazit: Die im Vorfeld oft erwähnten Krisen kommen immer bei solchen Rennen, aber der Kopf siegt dann doch über den Körper, selbst wenn man schon komplett am Ende ist, findet sich noch irgendwo ein bisschen Energie. Darum: Immer weiter, immer weiter! ☺

Ergebnis: Link