Trainingslager Istrien, Kroation

Vom 22.04.-30.04.2017 fand das Trainingslager mit 26 Teilnehmern in Istrien statt. Das Wetter war bis auf einen Regenschauer durchgehend gut, sodass immer in kurz gefahren werden konnte. Das Hotel-Ressort (Club Tamaris Valamar) bot alles, was das Herz begehrt inklusive einem reichhaltigen Buffet, beheiztem Pool und Bike-Wasch-Station. Stefan reservierte nach dem 1. Tag eine Ecke des Restaurants für uns, so dass wir immer zusammen sitzen konnten. Die hügelige, toskanaähnliche Landschaft hielt für jeden Radfahrertyp etwas bereit. Die Straßen waren teilweise sehr schlecht. Vor allem die Rechtsfahrer der Zweierreihe (ist eigentlich verboten in Kroatien!) wurden gut durchgeschüttelt und das Material auf eine harte Probe gestellt. Trotzdem und trotz einiger Schotterabschnitte gab es keinen einzigen Platten. Die Autofahrer waren teilweise sehr aggressiv gegenüber uns eingestellt. Empörtes Hupen, Stinkefinger und mindestens 2 Abdrängversuche waren inklusive. Das lag vielleicht auch an der Zweierreihe und der großen lange Gruppe in den ersten 3 Tagen, aber viel besser war das durch die kleineren Gruppen danach auch nicht.

1. Tag: Anreise, 65 km

Abfahrt war bei Helmut um 4:30 Uhr. 5 Multivans machten sich auf die Reise gut 650 km. Den am Freitag beladenen Hänger hatte Herbert am Haken. Bis auf einen Stau in Ljubljana war die Reise problemlos. Imposant waren neben der Landschaft auch die mehrfachen sehr langen Tunnel.
Zu unser aller Freude waren die Zimmer schon bei der Ankunft beziehbar. Flugs umgezogen und der Radlertross war schon unterwegs. Reinhold riss die Kette, Sandra stürzte fast durch ein Schlagloch. In Porec wurde eine Pause eingelegt. Nachdem uns unterwegs das Schild „Sexy-Ferkel-Lamm“ den Mund wässrig gemacht hatte, waren wir 19 Uhr pünktlich am Buffet, wo sogar Bier und Hauswein bis 21 Uhr kostenlos waren. Um 21:05 Uhr traf dann Harald ein.

2. Tag: 90 km

Die Route führte uns nach Motovun und liegt zentral in Istrien oben auf einen 300 m hohen Berg. Wir sollten ihn in den folgenden Tagen noch öfter sehen. Die letzten 500 m im Ort auf grobem Kopfsteinpflaster bei 10% Steigung verlangten einem vor der Mittagspause alles ab. Für einen kurzen Blick in die Stadtmitte reichte es leider nicht.

3.Tag: 100 km

Zunächst ging es lang an der Küste entlang, inklusive 3 km Schotterpiste in einer Baustelle. Das gefiel Werner mit seinen 28 mm Reifen prächtig. Irgendwie bildeten sich unterwegs zwei Gruppen, von der sich eine leicht verfuhr und so vor der Einkehr einen Extra-Anstieg erneut fahren musste, der gerade heruntergefahren wurde. Gegessen wurde in einer kleinen Brauerei, wo wir auch den Regen glücklicherweise abwarten konnten. Auf dem Rückweg wurden die Räder wegen der nassen Strassen ordentlich dreckig, was aber aufgrund des Waschplatzes am Hotel kein Problem war. Das gefährlichste war noch die Gefahr des Ausrutschens, um den leicht erhöhten Waschplatz mit den Radschuhen zu erreichen.

4.Tag: Ruhetag (88 km)

Eigentlich war heute Ruhetag angesagt. Aber es fuhren doch mehr als die Hälfte der Teilnehmer in kleinen Gruppen Rad. Die einen radelten zum Beisipiel zu einer Weinprobe, die anderen holten den Blick in die Innenstadt von Motovun nach. Der Eisbecher in Novigrad zum Abschluss der Motovun-Runde war riesig.

5.Tag: 125 km

Es hatte sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es bei den aggressiven Autofahrern sinnvoll wäre in zwei Gruppen zu fahren. So machte sich Gruppe 1 eine Viertelstunde vor Gruppe 2 auf den weg. Durch bergige 10 Extra-km kamen dann alle zeitgleich in einem Ort aus grauer Vorzeit an, wo aber ein totales Chaos entstand, da Gruppe 1 gesprengt worden war und keiner so richtig wusste, wie es weiter geht. 6 Personen verpassten teils absichtlich und teils unabsichtlich die Abfahrt zur eigentlichen Einkehr. Von der Einkehr kann ich nichts berichten, da ich die deutsch-englische Freundschaft pflegte.

6. Tag: 130 km

Nachdem keiner mehr in Gruppe 1 fahren wollte, gab es heute Gruppe 2a und 2b, was aber insgesamt auch nur 13 Personen waren. Ziel war der Lim-Fjord, wo nach zu langen 100 km der Magen mit zwei Schlachtplatten vom frisch gegrillten Schwein gefüllt wurde. Auch beim Essen saßen Gruppe 2 a und 2 b lustigerweise getrennt, obwohl die letzten 10 km zusammen gefahren worden war.

7. Tag: 100 km (überliefert von Daniel, da der Autor solo unterwegs war)

Es ging Richtung Slowenien. Der Lieblingsort Motovun wurde gestreift und nach 6 Tagen wurden wir dann doch mal von der Polizei angehalten: in Zweierreihe fahren kostet 300 Kuna (45 €) pro Person. Nachdem wir uns dann in der Gruppe etwas dumm gestellt haben, ist es bei einer mündlichen Verwarnung geblieben. An der Grenze wurde nach den Ausweisen gefragt und wo wir hin möchten. Da sich herausstellte, dass der Übertritt zurück nach Kroatien an anderer Stelle nicht erlaubt ist wurde umgedreht nach Momjan. Dort wurde eingekehrt und auf Gruppe 2b gewartet. Walter hat auch direkt Anschluss gefunden. Der Hund des Lokal hat sich zu ihm auf den Ratan Sessel gesellt und wurde auch schön von Walter gestreichelt. Aufgrund eines Schaltaugendefekts bei Wolfgang trudelte Gruppe 2b später ein. Glücklicherweise hatte doch tatsächlich Michael ein Ersatzschaltauge dabei hatte. Gruppe 2b machte sich dann etwas früher auf die Rückfahrt und etwas zersplittert trafen dann alle wieder in Hotel ein

8. Tag: Rückreise

Die Rückreise lief problem- und ereignislos. Eine schöne Woche lag hinter uns und alle waren froh heil nach Hause zu kommen, da die teilweise schlechten Straßen und rüden Autofahrer doch immer Gefahr ausstrahlten. Danke an Helmut für die ganze Planung und an die Tourguides für die allabendliche Tourenvorbereitung.