RTG Rennbericht: Maratona dles Dolomites, So-02 JUL 2017

Sieg in der Teamwertung in den dolomiten !

Corvara/Gaimersheim, am 08 Jul 2017, von Brunni

 

1 – Das Event
Ein Highlight für alle Marathonis ist die „Maratona dles Dolomites“ (Maratona Dolomiti, Dolomiten Marathon) in Südtirol und Italien, der alljährlich am ersten Juli Sonntag stattfindet. 2017 stand die 31te Auflage dieses Klassikers mit 9500 Startern auf dem Programm. Bei der ersten Auflage im Jahre 1987 waren es 178. Start ist in La Villa/Stern im Gader Tal/Val Badia, Ziel ist in Corvara/Kurfar. Im Gader Tal wird wie auch im Grödner und Fassa Tal ladinisch, deutsch und italienisch gesprochen. In Alta Badia wird auch alljährlich im Dezember der superschwere Herren RTL im Schi Weltcup ausgetragen (Sieger 2016 der Österreicher Marcel Hirscher :-)). Von der Startlinie des Marathons hat man direkt einen Blick auf den steilen Zielhang. Unfassbar steil, schaut im Fernsehen flach aus…

 

2 – Das Team
Unser Radsport Team Gaimersheim (RTG) ist auch diesmal wieder für unseren Freund Hubert Stöffel mit dem Radteam Aichach 2000 in folgender Besetzung am Start:

Brand, Ralf Brunnegger, Thomas Finke, Niklas
Gabler, Thomas Hagg, Stefan Treffer, Sascha
Kopold, Thomas Schlögl, Winfried Roiger, Ernst
Gawlik, Patrick Tratz, Bernhard Wolf, Rainer *

*Gaststarter
Diesmal sind mit Sascha, Patrick, Ralf und Wini 4 “neue” am Start. 4 Mann von RTG waren diese Woche sehr erfolgreich bei der TOUR Transalp am Start (Werner, Jürgen, Günter, Marcel) und deswegen nicht in den Dolomiten.

 

3 – Die Strecke
Es stehen folgende 3 Strecken zur Auswahl:

Percorso / Strecke Lunghezza   Länge – km      Dislivello / Höhenunterschied – m
Corto / kurz      55km – 1780m
Medio / mittel   106km – 3090m
Lungo / lang     138km – 4190m

Die Wahl der Strecke kann individuell während dem Rennen erfolgen. Der Marschplan ist klar: Wir fahren die „Lange“. Zunächst geht es für alle auf die Sella Ronda mit Campolongo, Pordoi, Sella und Grödner Joch. In Corvara fährt man auf der kurzen Runde schon ins Ziel. Für uns geht es ein zweites Mal auf den Campolongo. In Cernadoi muss man sich dann für Medio oder Lungo entscheiden. Auf der Medio geht’s über Falzarego/Valparola ins Ziel. Auf der langen ist zunächst der „Hügel“ Colle Santa Lucia zu überwinden, bevor der Höhepunkt und gleichzeitig der Scharfrichter der Maratona wartet. Der Giau ! Dann geht’s bergab Richtung Cortina (dem berühmten italienischen Wintersportort), wo dann der achte und letzte Berg des Tages wartet: der Falzarego/Valparola. Am Schluss ist dann noch das ansteigende Tal von La Villa nach Corvara zu überwinden, seit 2014 aber zusätzlich mit der kurzen und giftigen Steigung „Muir del Giat“ (die Katermauer) in LaVilla.

 

4 – Das Rennen
Sonntag morgen bewahrheiten sich zum Glück die Wettervorhersagen, dh es ist bewölkt, relativ kühl und die Strassen sind teilweise nass. Aber wir sind froh, dass es nicht regnet. Diese Woche mussten leider unsere Teamkollegen bei der Transalp sehr schlechtem Wetter mit Regenj und Kälte leiden. So geht’s mit vielen, vielen Radfahrern von Colfosco aus in die Startaufstellung nach La Villa.

Start / Partenza – La Villa / Stern – 1436m
Viele Prominente sind auch im Starterfeld der Maratona: der Südtiroler Schifahrer Manfred Moelgg, seine Schwester Manuela, Biathletin Dorothea Wierer und Deborah Agreiter. Als Gast von Pinarello (Sponsor des Maratona) ist der Brite Bradley Wiggins der große Star (Sieger Tour de France 2012, Team Sky mit Pinarello) . Wir sind diesmal auf 3 Startblöcke (grün, blau, gelb) aufgeteilt, keiner im roten (Block 1)

Berg 1 – passo Campolongo – 1875m
Der erste Berg des Tages ist flach und mit 6km kurz, aber ich hab wie erwartet sehr, sehr viel Verkehr. Mühevoll kämpfe ich mich nach vorne. Um die Schönheit der Landschaft und das unbeschreibliche Spektakel inszeniert von 9500 Radfahrern auf der Bergstraße zu genießen haben wir keine Zeit. Auch in der ersten Abfahrt Richtung Arabba gilt es höllisch aufzupassen, denn es ist richtig viel los.

Berg 2 – passo Pordoi – 2239m
Der Pordoi, der am öftesten befahrene Dolomiten Pass des Giro d’ Italia mit dem Fausto Coppi (il campionissimo) Denkmal auf der Passhöhe ist der zweite Berg des Tages, 9.2km lang mit unzähligen Kehren. Nach gut 35min bin ich auf der Passhöhe und steck mir den ersten Riegel in den Mund. In der kurzen Abfahrt ist jetzt noch recht kühl, ist ja klar, ist auch erst 08:15h !!!

Berg 3 – passo Sella – 2244m
Auf halber Länge des Pordoi, dann die Kreuzung zum Sella Joch, also scharf rechts ! Links geht’s weiter runter nach Canazei. Am Sella, dem steilsten Anstieg der Sella Runde lockert sich das Feld ein wenig auf und ich kann mein Tempo fahren. Nach 5.5km überquere ich die Passhöhe und es geht in die gefährliche Abfahrt. Zum Glück teilweise mit neuem Asphalt.

Berg 4 – Grödner Joch (passo Gardena) – 2121m
Wieder geht’s scharf rechts, bitte nicht nach links, denn da kommt man ins Grödner Tal. Nach 20min ist auch dieser Pass geschafft und es geht in die wunderschöne und kurvenreiche Abfahrt nach Corvara. Hier ist nun die Sella Runde, d. h. Teil 1 des Marathons beendet. Sehr wichtig ist es hier nun die richtige Gasse zum Passo Campolongo zu finden, denn an sonst ist man schon im Ziel des percorso corto mit 55km.

Berg 5 – passo Campolongo 2 – 1875m
Viele, viele begeisterte Zuschauer säumen nun die Strassen bei der zweiten Ortsdurchfahrt von Corvara, sowie in den Kehren der Steigung. Die Straße ist nun endlich frei und jeder kann sein eigenes Tempo fahren. Auch die Abfahrt nach Arabba macht jetzt mehr Spaß. Von hier gibt es praktisch das einzige Flachstück dieses Rennens. Es geht Tal auswärts nach Andracz. Hier muss man sich nun entweder für percorso medio, also links ab Richtung Falzarego oder für perscorso lungo, also rechts ab entscheiden. Ich entscheide mich für die „Medio“, den ein Blick gegen den Himmel verspricht nix gutes: es koennte wohl regnen. Dazu hab ich am GIAU, vor allem in der Abfahrt keine Lust.

Berg 6 – Colle Santa Lucia – 1484m
Der sechste Berg des Tages ist im Vergleich zu den anderen wohl nur ein Hügel, obwohl 2.5km bergauf zuhause im Altmühltal schon als Berg eingestuft werden. In dem Anstieg hat man eine schöne Aussicht auf die mächtige Monte Civetta und die Marmolada, die Königin der Dolomiten genießen.

Berg 7 – passo Giau – 2236m
Der gefürchtete Giau, Schauplatz vieler Schlachten beim Giro ist der entscheidende Berg des Tages: 10km mit praktisch 10% Steigung im Schnitt. Hier muss jeder Rennfahrer kämpfen, egal ob er für den Anstieg 35min (die Besten), 1Std oder länger braucht. Dieses Jahr muss ich den nicht fahren :-).

Berg 8 – passo Falzarego- 2117m / Valparola – 2200m
In Pocol geht’s links ab in den letzten Berg des Tages, den „flachen“ Falzarego. Aber der Berg ist nicht so flach wie er am Papier ausschaut, jedenfalls stellt der 10km lange Anstieg nach der der Renndistanz eine echte Herausforderung dar. Oben auf der Falzarego Passhöhe kreuzen sich dann wieder lange und mittlere Strecke (ich komme da von der linken Seite) und es geht zur letzten Bergwertung des Tages: dem Passo Valporola ! Hier heißt es kurz vor dem Passchild nochmals lächeln für die Fotografen, bevor es in die finale und superschnelle Abfahrt ins Gadertal geht.

Ziel / Arrivo – Corvara (Kurfar) – 1520m
Die Abfahrt vom Valparola ist die schnellste des Tages, ich hab deutlich mehr als 80 auf der Uhr und kann nochmals Kräfte sammeln für das Finale. In La Villa steht dieses Jahr erstmals ein letztes Hindernis auf dem Streckenplan: „Die Katermauer“: nur 400m lang, aber 13% steil. Das ist nicht lang, aber nach 132km ist schon ein Ding. Angefeuert von vielen Zuschauern schaffen wir auch den Berg. Nach der der Flamme Rouge geht’s direkt rein nach Corvara. Hier ist die Strasse links und rechts gesäumt mit Sponsor Plakaten, ich wähne mich bei einem Profi Rennen.
Ich bin mit 4h10min am Ende auf P54 (P7 classe) auf der medio mit 106km und damit gut 3 Minuten schneller als wie 2016. Nächstes Jahr fahr ich dann wieder die Lange….

Für alle Finisher gibt es im Ziel eine Medaille und eine Kappe ! Im umfangreichen Startpaket sind eine hochwertiges Trikot und eine Weste von Castelli enthalten (diese Teile passen wirklich), eine Trinkflasche, ein Piccolo Sekt und Enervit Gels und Riegel. 2017 ist das Motto: “Amur”, dh. Amore bzw. Liebe, so sind alle Artiekl sind in Rot gehalten Mit Gutscheinen gibt es im Überfluss zu essen und zu trinken. Bei dem heutigen Kalorienverbrauch ist das auch nötig.

Am Ende erreichen alle aus unserem Radsport Team Gaimersheim bzw Radteam Aichach 200 erfolgreich das Ziel.  Unsere Zeiten im Überblick:

Strecke medio
Niklas 4h01min, P11 Klasse / P36 Gesamt
Brunni 4h10min, P7 Klasse / P53 Gesamt

Strecke lungo
Bernhard 5h47min, P43 Klasse, P228 Gesamt
Stefan 5h54min, P60, P299
Thomas K 6h51min, P297, P1384
Thomas G 6h22min, P127, P724
Ernst 6h45min, P96, P1350
Rainer 6h21min, P139, P696
Arthur 7h14min, P357, P1929
Winfried 7h52min, P391, P2838
Patrick 6h13min, P55, P578
Sascha 6h50min, P168, P1353

Die Team Wertung „Trofeo SELLE ITALIA a squadre“ gewinnen wir mit Radteam Aichach 2000. Gratulation unserem ganzen Team zu den grossartigen Leistungen und vielen Dank an Hubert Stöffel für die Organisation !


5 – Die Sieger
Die Lange gewinnt der Italiener Tommaso Elettrico in 4h37min, bei den Damen siegt die Italienerin Erica Magnaldi in 5h16min.

 

6 – Links
Veranstalter
www.maratona.it

Ergebnisse
https://services.datasport.com/2017/velo/maradolo/

Fotos
https://www.sportograf.com/it/shop/event/3226-30-Maratona-dles-Dolomites-2017

 

7 – Conclusion
Das Wichtigste am Ende des Tages: Alle von uns sind trotz der schwierigen Bedingungen wieder gut in Corvara angekommen. Aufrichtige Gratulation unserem kompletten Team zu den Super Zeiten! Generell ein Super Event, wir werden 2018 wohl alle wieder kommen….und dann hoffentlich wieder mit besserem Wetter. Am Ende eine superschöne und großartige Veranstaltung. Großes Kompliment an die Organisatoren ! Prädikat: Sehr empfehlenswert, egal wie schnell man fährt, Radfahren in den Dolomiten ist einfach super. Ich komme auf alle Fälle wieder hierher, egal ob zum Rennen, zum Trainieren oder mal zum Urlaub machen und Schifahren, denn diese Reise über den Brenner zahlt sich immer aus…
Nun freuen wir uns auf Kelheim in 2 Wochen…


8 – RTG Ausblick
Die nächsten Events für das Radsport Team Gaimersheim sind folgende:

Sa-15/So-16 JUL   24h Kelheim (Bayern)

 

For RTG
Brunni