Trainingslager Les Vans – Nachbericht

Trainingslager Les Vans 22.04.17-30.04.17

Vom 22.04.-30.04.2017 fand das Trainingslager in Les Vans, in der Region Ardeche in Südfrankreich statt. Hier die Zusammenfassung für Eilige: es war schön, es war bergig, es war kalt und windig, es war anstrengend, es war lustig und es war lecker.

Anreise:

Treffpunkt war bei Helmut, um den Riesen-Hänger zu beladen. Fahrzeuge waren zwei Multivans und ein 9-sitziger Sprinter. Die Sprinterfahrer konnten erst deutlich nach den Multivans losfahren, da ein Mitfahrer zwar seine Klamotten frühzeitig ablieferte, aber erst zur vorgesehenen Abfahrtszeit um 21 Uhr mit dem Rad kam. Herberts Multivan hatte den Hänger dran, so dass wir den Rückstand dann aufgeholt haben. Walter und Ralf teilten sich die Fahrt und die nachts komplett autofreien Autobahnen in Frankreich ließen einen gut vorankommen. Schlafen war schwierig, aber man schlief immer mal wieder ein. Um Lyon herum gab es Diskussionen, wo es lang geht. Harald ruft von hinten Hinweise, Wolfgang und Werner lesen vorne aus ihren Navigationsapps vor. Irgendwie hat Ralf daraus einen Weg gefiltert. Dort wurden auch alle drei Fahrzeuge an der gleichen Stelle fotografiert, obwohl das erste Fahrzeug die anderen noch per Handy warnte. Nach vielen Stunden waren wir dann in unserem Hotel Le Carmel, dessen Besitzer Engländer ist! Wie gut, dass wir den perfekt Französisch sprechenden Harald dabei hatten.

 

Das Hotel:

Oberhalb vom Stadtzentrum gelegen, ein renovierter Altbau und mit eigener Kathedrale. Und in dieser wurden die Räder geparkt! Ein tolles Bild und es gibt sogar eine Person, die sich in der Kathedrale warm gefahren hat. Für das Abendessen hatten wir einen eigenen Speisesaal. Das war angenehm, da man so nicht Rücksicht auf andere Gäste nehmen musste. Die Essensauswahl war toll: es gab an acht Tagen verschiedene Speisen und jeweils drei Gänge. Harald schrieb und erklärte die Speisekarte. Leider konnten wir aufgrund des Wetters weder Terrasse, noch Garten, noch Pool ausreichend genießen. An drei Tagen war immerhin ein Schmerzlinder-Bier auf der Terrasse drin. Natürlich durfte die Bockbierprobe von Wolfi nicht fehlen. Diese fand am Pool statt und die Prozente haben einige unterschätzt. Die Beteiligung an der abendlichen Barrunde war so wie letztes Jahr. Zur Entschuldigung sei gesagt, dass wir immer lange im Speisesaal waren und das Tourenprogramm nicht ganz ohne war. Morgens wurde man in einigen Zimmern praktischerweise frühzeitig durch Klopfzeichen aus den Wänden geweckt.

Die Touren:

Wenn man so planlos und sorgenfrei (bis auf die Sorge, ob man es noch zum Hotel zurückschafft) hinter Tour-Guide Helmut herfährt, merkt man sich die Strecken nicht. Und abends auf der Karte alles nachzuvollziehen, fehlte einem die Lust. Bestimmt hat Wolfgang die Touren zum Nachlesen abgelegt. Aber die Kilometer der Gruppe „Ambitionierte Breitensportler“ seien hier genannt: 83, 159, 155, Ruhetag, weiß nicht (war allein unterwegs), 95, 130, 95 (Gruppe Hackner). Dazu kamen viele, viele Höhenmeter. Tag zwei und drei waren ganz schön heftig und haben einigen den Zahn gezogen, da an beide Male auch 2500 hm auf der Uhr standen. Es gab in den acht Tagen nur einen Platten und keinen Sturz oder andere Defekte. Die Landschaft war traumhaft, eine Felsschlucht nach der anderen, tolle Bergrücken, lange, nicht zu steile Steigungen, Flußtäler und Schnee! Lange Steigungen haben die Gruppe natürlich gesprengt, aber es wurde oben gewartet. Was für die Schnellen unangenehm war, da es ja kalt und windig war. Für den Letzten am Berg war es aber auch unangenehm, da er nicht so richtig Zeit zum Verschnaufen bekam. Aufgrund der Landschaft und den Bergpausen wurden viele Fotos geschossen, die dann schon abends fleißig verteilt wurden. Den Mont Ventoux haben wir gesehen, es aber aufgrund des Wetters gelassen, eine Tagestour dort zu machen. Da die Franzosen aber auf jeden kahlen Berg eine Sendeantenne setzen, sind wir an vielen Mont Ventouxchen vorbei gekommen. Zum Wind noch: der war an einem Stausee so stark, dass man bei 3%-Gefälle treten musste, um nicht stehenzubleiben. Dem Autor wurde erzählt, dass das zu einem Ausscheidungsrennen führte, von dem er nichts berichten kann, da er schon davor abreißen lassen musste. An einem Tag hat uns ein Glück erst am Ende der Tagestour auf den letzten Kilometern der Regen erwischt. Die Straßen waren gut, in den Schluchten teilweise eng. Aber der Verkehr war ein Glück dünn und es wurde immer rechtzeitig vor Verkehr gewarnt. Die Führungsarbeit wurde hauptsächlich durch die Wattwunder Werner, Klaus und Robert und natürlich Tour-Guide Helmut geleistet.

 

Radeln macht hungrig und durstig. Wo wir nicht vorbestellt hatten, waren die Augen der Wirte immer sehr groß, wenn die Horde hungrige, orange Aliens einfielen. Aber sie zauberten immer Essen aus dem Hut. Vor allem in dem Bergdorf, wo die Wirtin praktisch alle Reste, die sie noch hatte, zusammenstellte. Getrunken wurde auch, aber die legendären 13 Liter Wein in der Wirtschaft mit dem Deutsch sprechenden Kind sind wohl nicht ganz richtig. Viel war es aber auf jeden Fall. Dort war auch das einzige Mittagessen, wo wir uns wegen der Sonne freiwillig in den Schatten gesetzt haben. Harald übersetzte immer für jeden die Speisekarte und bestellte. Ob der Urlaub Erholung für ihn war? Das härteste Mittagessen war auf der Ardechetour. Da einigen das beheizte Restaurant an der Straße nicht gefiel, fand Klaus ein Restaurant direkt am Fluß Ardeche. Schön, aber bei 14 Grad, kaltem Wind und keiner Sitzgelegenheit innen eine Härteprüfung. Wie uns die zweite Gruppe später berichtete, war es in dem Restaurant an der Straße gut und warm! Auf der Ardeche-Tour haben wir es geschafft am Pont D‘Arc alle Frankreichfahrer auf einem Foto zu versammeln. Danach zerstreute sich die ganze Gruppe. Es wurde nicht mehr auf alle gewartet. Immerhin wurde man an einem Aussichtspunkt von der gerade wieder aufsitzenden Kleingruppe darauf hingewiesen, dass der Blick sich lohnen würde. Und weg waren sie! 

 

Rückreise:

Der Sprinter hatte den Hänger an am Haken, so dass wir länger als auf dem Hinweg brauchten. In einem Ort gab es wieder Navigationsdiskussionen und so musste Ralf mit dem langen Gefährt durch die Innenstadt fahren. Schön war die Brotzeit mit allen Teilnehmern auf einem Rastplatz. Walter und Ralf bekamen Unterstützung durch Harald, der die Lautsprecher so verstellte, dass er keinen mit dem Radio stört, aber auch keiner mehr wusste, wie man das wieder zurückstellt. Wie auf der Hinfahrt hat Leo kein einziges Wort gesprochen. Und sein Handyakku hat eine beneidenswerte Kapazität. 80 km/h in Deutschland waren nervtötend, aber Montagmorgen um 8 Uhr waren wir gut zuhause.

 

Fazit:

Es war eine schöne, leider kalte und sehr sportliche Woche. Danke an Helmut und Harald für die Reiseleitung. Und noch ein technisches Fazit: solange man bergab nicht unbedingt Zeit herausholen will und bei Nässe vorsichtiger fährt, braucht man keine Scheibenbremsen.

Guido