Hochkönigman – Endurance Trail Lauf über 85km, 5000hm

Der Hochkönigman Endurance Trail. 85 Kilometer und 5000 Höhenmeter im Auf- sowie Abstieg. Im Vorfeld fragten mich viele warum man sowas macht. Die Frage stellte ich mir selbst auch des öfteren. Aber alles der Reihe nach.
Am Freitag in der Früh packte ich meine Sachen und fuhr nach Maria Alm am Steinernen Meer. Nachdem ich mich durch den Pfingstverkehr gestaut hatte suchte ich mir vor Ort einen ruhigen Parkplatz. Startnummer geholt, Laufrucksack gepackt, Klamotten und Schuhe hergerichtet und noch ein paar Stunden Schlaf zamkratzen...denkste. Die Warterei schlug mir immens aufs Gemüt und ich fragte mich warum ich mir den Schmarrn eigentlich antun sollte. Aber nach ein paar Motivationsnachrichten und einem sehr lieben Telefonat 🙂 stand für mich fest: An den Start gehen und schauen was passiert.
Glücklichweiße parkte direkt neben mir ein sympathisches Paar und schnell stellte sich heraus, dass Christoph Bambi Vierthaler und ich in etwa die selben Vorraussetzungen und Ziele für den Lauf hatten und so beschlossen wir kurzerhand die ganze Nummer gemeinsam anzugehen.
Dann um Mitternacht war es soweit, der Startschuss für meine Herausforderung des Jahres. Am Anfang lief es gut, wir sagten uns immer wieder langsam machen, ruhig bleiben. Hat nicht ganz geklappt, nach ca 1,5 - 2 Stunden musste ich dem doch zu hohen Tempo Tribut zollen und deutlich langsamer werden. Christoph zog erst einmal davon. Die nächsten Stunden waren ziemlich übel. Alleine mit absolut leerem Tank in der Nacht mit der Aussicht auf noch einige dutzend anspruchsvolle Kilometer Trail. Wie zur Hölle sollte das funktionieren? Naja, irgendwann kam dann doch die zweite Verpflegungsstelle am Arthurhaus bei Kilometer 29 und siehe da, Christoph hatte auf mich gewartet. sehr geil. Dann zogen wir wieder zusammen los, was uns beiden gut tat. Noch ein Anstieg zum Hochkeil wo wir uns ein paar Minuten genehmigten und den Sonnenaufgang genossen und dann ein kompletter Talabstieg bis Mühlbach. Die letzten Kilometer liefen über eine steile Asphaltstraße was unseren Oberschenkeln und Knien ziemlich zusetzte. Schließlich erreichten wir die dritte Verpflegungsstelle in Mühlbach bei Kilometer 39.
Nach einer kleinen Pause und frisch gestärkt stand der erste richtig lange Anstieg zum Schneeberg an. Aber da wir diesen von Anfang an vernünftig gingen, war es weniger schlimm als befürchtet und schließlich standen wir bei Kilometer 48 auf dem Gipfel. Nach drei weiteren Gipfeln ging es wieder komplett bergab nach Dienten. Bei diesem Abstieg verliefen wir uns sagenhafte drei Mal, was uns ziemlich auf die Moral schlug. Aber nach einer großen Pause, einer ordentlichen Versorgung sowie der Seelsorge durch Christophs Freundin samt Eltern fassten wir neuen Mut und sagten uns: Jetzt ziehen wir es durch! Sind ja auch nur noch 30 Kilometer.
Den langen Anstieg zum Hochkasern gingen wir wieder in einem vernünftigen Tempo und waren trotz abartig steilem Gipfelanstieg schließlich oben angekommen. In weiter Ferne war unser nächstes Ziel, das Statzerhaus zu erkennen. Also erstmal wieder einiges bergab, bevor der nächste Anstieg anstand. Hier merkte ich, dass ich doch schon seit Freitag früh um 7 wach war und fiel während dem Gehen in einen kurzen Sekundenschlaf. Einfach nur krass. Endlich am Statzerhaus angekommen schnappte ich mir jede Cola und Red Bull Dose die ich kriegen konnte. Zusammen mit Wassermelone und Gummibärchen war ich danach wieder einigermaßen wach und weiter ging die Reise.
Jetzt spielte uns das Höhenprofil auf den Startnummern einen ordentlichen Streich. Eingezeichnet war eine Erhebung und anschließend nur noch ein langer Abstieg. Als wir mit einer Gruppe von drei anderen Läufern den nächsten Gipfel erreicht hatten meinte wir, jetzt gehts nur noch bergab. Daraufhin meinte einer der anderen: Naa, den ganzen Grat müss ma no laufen. Der Grat bestand aus 3 oder 4 weiteren Gipfeln. Aber die Ernüchterung hielt nicht lange an, wir waren so im nicht aufgeben Modus, dass wir einfach stur immer weiter machten, egal was kam. Nachdem auch diese Hürden gemeistert waren stand noch der lange Schlussabstieg an. 8 Kilometer bergab, davon 3 oder 4 Kilometer über eine Forststraße, die unsere Oberschenkel und Knie nochmal richtig forderte. Also Hirn aus, Schmerz aus und runter, hilft ja nix. Irgendwann war auch die letzte Steigung geschafft und wir erreichten das Tal. Jetzt nochmal Zähne zambeißen, durch Maria Alm laufen und den Triumph genießen. Gemeinsam liefen wir durch das Ziel und freuten uns wie die Schneekönige 🙂 Der Freude über das gelungene Finish folgten ein Kreislaufzusammenbruch meinerseits und ein 20 minütiges Nickerchen im Zielbereich von uns beiden. Aber egal, hauptsach wir sind jetzt Hochkönigmänner!
Der Erfolg wäre ohne einige Menschen nicht möglich gewesen, allen voran Christoph, der sich als genialer Laufkollege herausstellte, danke dafür. Auch sein Fanklub betreute uns bestens, war superklasse. Danke auch an alle die mich im Vorfeld motiviert haben und die mitgefiebert haben am Liveticker, mein Handy ist gestern Abend gefühlt explodiert 😀 Und natürlich Danke an mein Taxi in die Heimat, mal wieder mehr Glück als Verstand gehabt.
So, jetzt die Wunden und kaputte Füßchen versorgen und die näxte Herausforderung raussuchen.

 

von Max Geith