RTG Rennbericht: Amadé Radmarathon (Alpencup), So-28 MAI 2017

Erfolgreicher Auftakt des Alpencups für das Radsport Team Gaimersheim: Manfred Böhm gewinnt in Radstadt auf der langen Strecke in seiner Altersklasse!

1 - Event/Strecke

An der Streckenführung der 24. Ausgabe hat sich im Vergleich zu den Jahren zuvor nichts geändert, lediglich der Zieleinlauf war wegen einer Baustelle abgeändert:
- kurze Strecke 96km
- lange Strecke 146km

Für das 25. Jubiläum plant das Organisationsteam jedoch eine Streckenänderung: Die lange Strecke wird nächstes Jahr abgeändert, so dass man den Dachstein komplett umrundet.

2 - Team / Starter

RTG:

  • Manfred Böhm
  • Stefan Hagg
  • Jens Rebel

Radteam Hermann:

  • Maximilian Hornung
  • Christian Dengler

3.1 - lange Strecke: Ride with the boss!

Der Amadé, mein erstes Rennen überhaupt und seit jeher verbunden mit schönen Erinnnerungen. Nicht nur auf der Strecke, sondern vor allem auch drumherum. In der Regel stehen wir ja mit fast zehn Fahrern am Start und bei einem so großen Haufen ist der Spaß eigentlich garantiert. Deshalb komme ich immer gerne wieder nach Radstadt zurück, auch wenn der Termin dieses Jahr nicht wirklich in meinen Kalender passt. Ich möchte an diesem Wochenende auch noch zum Giro, da ich ja schon den Tourstart in Düsseldorf verpasse. Den anderen geht es wohl ähnlich, so dass wir dieses Jahr mit einem ziemlich dezimierten Team da stehen. Mit dabei sind nur Jens, Mando und ich. Umso schöner, das die Jungs vom Radteam Hermann noch bei uns in der Ferienwohnung andocken. Maxi und Christian nutzen das Rennen um sich auf die Transalp vorzubereiten.

Mit der Vorbelastung aus Südtirol war mir schon klar, dass ich keine frischen Beine haben werde. Da ich eh nicht den gesamten Alpencup fahren kann, habe ich die Hoffnung Mando etwas unterstützen zu können. Wir beschließen zusammen zu fahren. Ein Blick in mein Trainingstagebuch meldet für diesen Tag eine Stress-Balance von -26. Mein Garmin übersetzt mir das in eine Erholungszeit von 28h. Dabei sind es zum Start nur noch 18min. Au weia, das kann ja was werden. Vom Start weg geht es direkt in den ersten Anstieg und der läuft ganz schön zäh. Am zweiten Berg bin ich aber warm und kann gut mitfahren.

Als es oben flacher wird, können wir vor der Kuppe noch das Loch zu der nächsten Gruppe zufahren. Ich freue mich, dass das so gut funktioniert hat. Dann aber die Enttäuschung, die Gruppe ist zu groß, als dass sie laufen würde. Jeder nimmt die Beine hoch und verlässt sich darauf, dass die anderen fahren. Mit ein paar Mitstreitern verrichten wir einen Großteil der Führungsarbeit und können ein paar weitere Fahrer einsammeln. Von da an läuft es besser, auch weil sich ab der Streckenteilung die Anzahl halbiert. Mit in der Gruppe ist auch ein alter Bekannter. In vielen Alpencup-Rennen bin ich mit ihm schon in einer Gruppe gefahren. Am Berg ist er immer vorne mit dabei, aber im Flachen verweigert er die Führungsarbeit. Wie oft hab ich das Kopfschütteln schon gesehen, die Ausreden schon gehört: "Ich kann nicht mehr". Nur um mich dann am letzten Anstieg stehen zu lassen.

Diesmal bin ich aber nicht alleine und da er in der gleichen Altersklasse wie Mando sein könnte, setzten wir alles daran um ihn zu knacken. Am Berg ist er zu stark, aber uns bleibt noch eine letzte Möglichkeit: Im letzten Anstieg von St. Johann nach Wagrain gibt es ein Flachstück in dem wir attackieren. Wir können uns erfolgreich von ihm und der Gruppe abzusetzen und zu den Fahrern aufzuschließen, die uns am Fuß des Anstiegs enteilt sind. An der Kuppe ziehen wir durch, aber leider fehlen mir für das Finale die Körner. Die Beine machen zu, nichts geht mehr. Man kann es auch anders ausdrücken: Im Flachen ist Mando einfach eine Macht. Vor allem mit seinem neuen Rad. Eine Aeromaschine mit 60mm-Felgen habe ich im ganzen Starterfeld keine Zweite gesehen. Aber jetzt macht es sich bezahlt, dass er sie über die Berge geschleppt hat. Vor uns liegen noch 13km flach mit Wind von schräg hinten. Perfekte Bedingungen für den Zeitfahrer. Ich kann da nicht mal mehr im Windschatten dran bleiben, einfach der Wahnsinn! Ich lasse mich zur Gruppe zurückfallen und störe dort noch ein wenig die Nachführarbeit, so dass wir am Ende mit zwei Minuten Rückstand ins Ziel rollen. Wir haben ja letztes Jahr bei Jürgen gesehen wie wenig zum Gesamtsieg gefehlt hat. Vielleicht können wir am Ende die Zeit noch gebrauchen...

For RTG,
Stefan

 

 

3.2 - kurze Strecke

Vom Start weg versuche ich aus den hinteren Reihen des ersten Startblocks mir einen Weg nach vorne zu suchen, um ohne Rückstand in den ersten Anstieg einfahren zu können. Auf lediglich 1,5km gelingt mir dies aber nicht, so dass ich mit leichtem Rückstand in die steile Rampe einbiegen muss. Hinauf zur Seitenalm wird bereits voll aufs Pedal getreten, ich fahre bei maximaler Leistung, kann aber das Tempo der Spitze nicht mitgehen. Mit einer größeren Gruppe jagen wir in der Abfahrt einer weiteren Verfolgergruppe hinterher. Im folgenden Flachstück halten sich alle zurück, keiner möchte (mit Tempo) führen. Ungeduldig wie immer versuche ich mit Vollgas die Gruppe zu motivieren, doch wohl jeder kennt die Strecke besser als ich (ich fahre sie zum ersten Mal). Es kommt der nächste Anstieg, der mich direkt für meine Tempoarbeit bestraft. Ich verliere Meter um Meter zu der Gruppe, obwohl ich nicht einbreche sondern immer noch konstant hohe Leistungen treten kann. Aber es fehlen eben die Körner, die ich kurz vorher auf dem Flachstück in der Gruppe so wahllos verteilt habe.

Mit Mühe und Not kann ich mich mit zwei weiteren Fahrern zusammen tun und im welligeren Schlussteil des langen Anstieges zum Vorberg wieder an die Gruppe andocken. Diese Investition zahlte sich aus, denn in der Abfahrt und dem folgenden Flachstück war die etwa 20 Mann große Gruppe wie eine erholsame Zugfahrt. Und der Zug holte dank guter Kreiselarbeit schon bald die nächste große Gruppe auf. Bis zur Streckentrennung passierte nicht mehr viel, dann halbiert sich die Gruppe etwa.

Ich fühle mich gut, versuche mit einigen anderen wieder mehr Tempo in die Gruppe zu bringen – schließlich wird uns nur ein Rückstand von wenigen Minuten zur Spitze zugerufen. Nicht alle in der Gruppe können oder wollen sich beteiligen, das Tempo ist mitunter einfach nur lahm. Ich denke an eine Flucht nach vorne nach, spare mir aber dann aber aufgrund meiner Streckenunkenntnis doch die Kraft für den letzten Anstieg von St. Johann im Pongau über Wagrain. Wir fahren mit Tempo in den Anstieg und schon bald fliegen hinten die ersten aus der Gruppe. Ich bin gut positioniert und kann gemeinsam mit wenigen anderen Fahrern das Tempo hoch halten. Die Gruppe bleibt dennoch recht groß und wird nur von Wenigen entschlossen geführt. Mir wird es zu blöd - an der nächsten Kuppe lege ich das große Blatt auf und trete einfach mal voll durch. Doch alle sind aufmerksam, ich komme nicht weg und breche den Versuch ab. Einige Kilometer später nutze ich eine Tempoverschleppung beim Wechsel abermals zur Attacke, ein Fahrer zieht mit, doch gegen die vehemente Verteidigung der Gruppe sind wir abermals chancenlos. Ich bleibe anschließend lange in der Führung, fühle mich einfach gut und habe weiterhin Interesse, das Tempo hoch zu halten. Weitere Versuche zur Absprache einer Ausreiß-Allianz finden aber leider keine Gegenfreude mehr… So verstecke ich mich auf den letzten Kilometern etwas in der Gruppe, tanke noch einmal auf und warte auf den letzten Moment für eine Schlussattacke, da ich mit Blick in die Gruppe bei einem reinen Zielsprint bestimmt den Kürzeren ziehen würde. Ca. 1km vor dem Ziel (leider ohne KM-Schilder an der Strecke) kommt mir dann ein anderer Nicht-Sprinter zuvor und versucht sein Glück. Die Gruppe sprintet hinterher und stellt ihn, jedoch löst sich ein anderer Fahrer, dessen Windschatten mir eine ideale Ausgangsposition verschafft. Wir ziehen voll durch und erblicken die Ziellinie vor Radstadt mit einigen Metern Vorsprung. Mit letzter Kraft stemme ich mich gegen die hinterherjagende Sprintgruppe, doch muss schlussendlich noch einen Fahrer auf dem letzten Meter vorbeiziehen lassen.

Insgesamt war es bei traumhaftem Wetter ein landschaftlich schöne Runde mit neuen Renn-Erfahrungen sowie ein freudiges Wiedersehen mit vielen Radsport-Freunden!

For RTG,
Jens

4 - Ergebnisse

Alle Ergebnisse sind hier zu finden:

https://services.datasport.com/2017/velo/amade/

5 - Galerie