8. Cross Grandprix Rosenheim – LVM Bayern

Ein Tag nachdem die Jünger des FC Bargeld wieder ihren Obergeldschieber zum Präsidenten gewählt haben, ging es für es für die RTG Crosser beim Kampf um den bayrischen Meistertitel in Rosenheim zur Sache. Während Stefan und Jens noch tief und fest schlafen, hieß es für mich und Liv um 6:00 Uhr aufstehen und nach Rosenheim fahren. Mit dem etwas großspurigen 9-Sitzer Hochdach Mercedes Sprinter fuhren wir also zu zweit bei der immer gleichen CD im Reichseinheitstempo von 115km/h bei zunehmenden Nieselregen gen Süden.
Kaum angekommen macht sich meine Kleine aus dem Staub um die Strecke zu erkunden und ich musste den neu angeschafften 3x3m wasserdichten Pavillon ganz allein aufbauen, super. Materialtechnische sollte ja nichts mehr schief laufen, denn ich hatte ja schon am Montag die 160€ teuren FMB Reifen auf meinen besten Laufradsatz aufgelebt.
Bei der Startnummernausgabe traf ich gleich meine unmittelbaren Konkurrenten. Sandro Cramer und Robert Gorgos, beides Rosenheimer. Sandro ist auch ein Exilthüringer den ich schon seit meiner Jugend kenn und wir haben schon einige MTB Rennen gegeneinander bestritten. Naja es wurde gescherzt und wie immer hat keiner trainiert und nichts drauf und sowieso nur einen Satz Reifen was die Materialwahl überflüssig macht. Dennoch sind wir uns einig, dass der Sieg wohl nur über Robert, dem MTB Fachwart beim Bayrischen Radsportverband, gehen wird.
Um 10:00Uhr war dann der Start der Klassen U15 und U17 weiblich. Hier konnte sich wie erwartet Liv Baacke den Bayrischen Meistertitel in der U15 weiblich, noch vor den Mädchen der U17 sichern. „So eine Angeberin“, aber dennoch super Leistung.
Jetzt aber mal zu den erfahrenen Fahrern, denn seitdem ich bei den Masters 2 an den Start gehe, kann das ruhig mal erwähnt werden. Damit wir aber nicht ganz so alt aussehen haben sie einfach die Damen und die Junioren im Abstand von zwei Minuten nach uns auf die Verfolgung der junggebliebenen Männer geschickt. Hier ist natürlich Luisa Beck zu erwähnen, welche die Top Favoritin für den Titel ist. Der Grund dafür ist natürlich der Johannes. Er ist nicht nur der Sohnemann von unserer Uschi. Nein, der Mann ist Mechaniker, sportlicher Leiter, Physio- und Psychotherapeut, Sponsor, Liebhaber und bestimmt auch baldiger Ehemann. Bei so einer Betreuung, abgesehen von Liebhaber, würden wir all unsere Platzierungen um Welten besser sein. Aber so ist es nun mal.
Ok, der Startschuss ist gefallen und Sandro erobert sich sofort die erste Position dicht gefolgt von meiner Wenigkeit und Robert. Nach zirka einer halben Runde zieht Robert davon und Sandro und ich versuchen den Schaden zu begrenzen. Doch was ist das, Mitte der zweiten Runde trete ich am Anstieg ins leere. Misst, vor lauter Dreck am Rad kann ich noch nicht einmal das Problem erkennen. Ich laufe schnell den Anstieg hoch und schwing mich wieder auf mein Rad um wenigstens den Schwung von der Abfahrt mitzunehmen. Aber leider trat ich immer noch ins leere. Ja was ist denn hier los, die Kette hat sich Zwischen Rahmen und Kettenblatt verharkt. Erstmal die Gras- und Dreckbatsten vom Kettenblatt entfernen und dann mit viel Gefühl die Kette wieder frei bekommen. Das Blöde war nur das mich immer mehr und mehr Fahrer überholten und ich gefühlt Letzter war.

Aber, Schwamm drüber und weiter kämpfen, so lautet dann auch die Devise. Mit maximalen Einsatz und unter extremen Anfeuerungsrufen von Jens, Stefan und sogar Klaus Wagenstätter der ja beim RSV Rosenheim ist, konnte ich ein nach dem anderen wieder einholen und in der letzten Runde noch auf Platz drei vorfahren. Ja so ist Radrennen mal verliert man, mal gewinnen die anderen. Als Sandro mir anschließend sagte, dass er wohl von meinem Pech profitiert hat, sei ihm das mehr als gegönnt.

Noch fürs Protokoll, Luisa wurde einmal mehr ihrer Favoritenrolle gerecht und holte den Bayrischen Meistertitel nach Ingolstadt was ja gleich neben Gaimersheim liegt, also nach Hause.

So jetzt aber zum Rennen der Elite: Jens und Stefan hab ich schon gesehen, aber ich vermisse noch unseren Dritten im Bunde, wo ist den Alex, ich hoffe der ist nicht zum FC Bargeld gewechselt und deshalb heute verhindert. Dennis vom RSG Augsburg braucht schon vor dem Start ein neues Hinterrad aber damit konnten wir aushelfen. Also hoch motiviert stehen sie am Start, leider ein bisschen weit hinten für meine Begriffe. Da erinnere ich mich wieder an die Worte meines Trainers, da wo wir fahren ist die Spitze und wenn wir hinten fahren ist halt hinten die Spitze. Aber kurz nach den ersten Kurven und Hindernissen wird um jeden Platz gekämpft. Aber was muss ich da, mit meinen immer noch dreckigen Augen sehen, Jens schiebt sein Fahrrad ca. 20m nach dem letzten Hindernis, sofort denke ich an einen Defekt, aber nein, Jens hat sich scheinbar so an das Laufen gewöhnt, das er noch ne extra Laufeinheit einlegt. Gefühlt nach 30m hüpft er dann doch noch aufs Rad. Alles bestens. Vorne geht die Post ab und die Spitze die sich ja heute etwas weiter hinten befindet macht Boden gut. Bei Halbzeit des Rennens musste ich nach mehrmaliger Aufforderung von meiner Tochter nach Hause fahren und somit konnte ich leider den Ausgang des Rennens nicht live miterleben. Zuhause angekommen, sah ich, dass es den beiden gut geht und sie sich bei Macki ein 1. Advent Menu gönnen.

Rosenheim, 27.11.2016,
Swen