RTF – Zwischen Isar und Donau

Eigentlich stand ja das Dachauer Bergkriterium in meinem Kalender. Aber nach drei Wochen Bronchitis war das vielleicht nicht ganz das Richtige um wieder einzusteigen. Da kam mir der Aufruf von Alex und Hans, die RTF in Rottenburg mitzufahren gerade recht. Meine erste RTF! Ich musste erstmal googeln was das überhaupt heißt. Radtouristikfahrt. Das hört sich jedenfalls nicht sonderlich anstrengend an, da kann man sicher locker mitrollen und muss nie in den Spitzenbereich.

Als ich mich dann in der früh auf den Weg gemacht habe, kam mir der Gedanke, welche Veranstaltungen ich bisher mit Hans und Alex gefahren bin. Mit dem Ergebnis: In den zwei Jahren die ich im Verein bin, sind wir nur Kelheim zusammen gefahren. Und da wurde ich am ersten Berg abgehängt. Von da an hatte ich so ein komisches Gefühl, dass der Tag vielleicht doch anstrengender wird als gedacht. Und als ich dann den Schäffer Bene am Start stehen sah, wurde aus dem Gefühl Gewissheit…

Aber der Reihe nach. Wer schon mal das Theater der Alpenmarathons mitgemacht hat, der ist einfach begeistert, wie unkompliziert es bei einer RTF abläuft. Kein Losverfahren, kein Anmelden Monate im vorraus und auch kein Gezeter um den Startblock. Einfach hinfahren, 12€ bezahlen, Startnummer befestigen und losfahren. Ein Traum!

Die Strecke ist 154km lang und flach, kein Anstieg über 100Hm. Von Beginn an wurde zügig gefahren, am ersten Stop bei knapp 90km hatten wir einen 39er Schnitt. Alex war vorne im Wind sehr fleissig und hat auch jeden Anstieg genutzt um die Spitzengruppe zu verkleinern. Dass ich irgendwann auch mal unter den Opfern sein werde, war mir eigentlich schon klar, als ich am ersten Berg einen Blick auf den Leistungsmesser geworfen hab. Nach 100km war es dann soweit. Es kam ein etwas steileres Stück, dann wurde zwei- dreimal kurz angezupft und schon war das Loch da, dass ich nicht mehr zufahren konnte. Wirklich überrascht hat das aber die anderen. Die sind nämlich bei mir geblieben und davon ausgegangen, dass man uns wieder rankommen lässt. Nach dem Motto: “Die Gaimersheimer fahren doch nicht ihren eigenen Mann raus!”
Doch, tun sie 🙂
Mir kam das sehr entgegen, denn ich hatte somit noch drei Mitstreiter für die restlichen Kilometer. Der Rythmus wurde deutlich ruhiger und die Intervalle länger. Für mich war das ein guter Abschluss der Trainingseinheit.

Als wir im Ziel angekommen sind, war ich froh, dass man die Verpflegungsstationen größtenteils ausgelassen hat. Denn der Hunger war genauso groß wie das Angebot an selbstgebackenen Kuchen. An der Stelle ein großes Lob an den RV Concordia Rottenburg. Die Veranstaltung war toll organisiert. Die Strecke war nicht nur schön, sondern auch sehr gut ausgeschildert und ohne jede Gefahrenstelle.

Mein Fazit:
Mir hat meine erste RTF sehr gut gefallen. Klar, ein richtiges Rennen wie beim Alpencup ist es jetzt nicht, dafür sitzt man aber auch nicht Hunderte von Kilometer im Auto und ist mittags wieder zuhause. Wenn einem mal die Sonntagstour zu kurz ist, ist es genau das Richtige…

Rottenburg, 15.08.2016
Stefan

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