Gran Fondo New York (GFNY)

Das Rennen

Der Gran Fondo New York ist eine internationale Rennserie (z.B. gibt es Rennen in Italien und Frankreich). Zeitgleich mit dem Ötztaler wurde am 28.06. nun zum ersten Mal ein Rennen in Deutschland ausgetragen, wobei auf abgesperrten Straßen mit Zeitnahme gefahren wurde. Da der Austragungsort Hameln nur 20 Minuten von meinen Eltern entfernt liegt, stand für mich eine Teilnahme bereits frühzeitig fest.

 

Die Strecke

Zu bewältigen waren entweder 110km oder 167km, wobei die Strecke fast durchgängig wellig verlief. Die lange Strecke enthielt insgesamt sechs kurze Anstiege von fünf bis zehn Minuten Dauer. Zunächst ging es über eine Schleife nach Bodenwerder, bevor dann zweimal eine Runde bewältigt werden musste, die je zweimal über den Ith (längster Klippenzug Norddeutschlands) führte. Abschließend ging es über einen Schlussanstieg, für den es eine extra Bergwertung gab, zurück nach Hameln.

 

Der Rennverlauf

Bis zum ersten richtigen längeren Anstieg hinter Bodenwerder hat sich das Feld von anfänglich gut 400 Fahrern durch die Wellen mit den immer wieder kurzen Stichen bereits auf etwa 40 Fahrer ausgedünnt und dem ersten Anstieg fallen weitere Fahrer zum Opfer, sodass es mit etwa 20 Mann auf die Ith-Runde geht. Am zweiten Anstieg kann ich zur Mitte das Tempo der Schnellsten nicht mehr mitgehen und muss reißen lassen. Mit drei weiteren abgehängten Fahrern gelingt mir aber im Folgenden wieder der Anschluss an die Spitzengruppe, aus der sich allerdings ein Fahrer abgesetzt hat. Im nächsten Anstieg beiße ich mich hinten fest und komme mit der Spitze zur Streckenteilung. Zu meiner Überraschung biegt nur ein Fahrer auf die kurze Strecke ab, alle anderen zwölf verbliebenen Fahrer begeben sich auf die zweite Runde. Pünktlich zur Streckenteilung wird auch der Führende wieder eingeholt. Aufgrund der mittlerweile gestiegenen Temperaturen geht es die nächsten 20 Kilometer im etwas lockereren Tempo weiter und es wird beschlossen bei der nächsten Verpflegungsstelle gemeinschaftlich zu halten und die Vorräte aufzufüllen. Dies kommt mir gelegen, liegt diese doch am Ende des nächsten Anstiegs. Nach dem Auffüllen der Vorräte wird das Rennen die restlichen 45km wieder schnell. Einzelne Fahrer versuchen nun immer wieder erfolglos sich abzusetzen. Ich kann im vorletzten Anstieg wieder knapp die Gruppe halten und so kommen wir schließlich zu neunt zum finalen Anstieg. Hier kann ich dieses Mal das angeschlagene Tempo deutlich besser mitgehen und muss nur zwei Fahrer leicht ziehen lassen. Am Ende des Anstiegs begebe ich mich mit drei Mitstreitern auf die Verfolgung der beiden in Sichtweite liegenden Führenden. In der finalen 90°-Linkskurve der Abfahrt liegen dann sehr viele Steine und meinen Vordermann rutscht das Rad weg. Ich kann nur mit einem Ausweichmanöver durch ein Brenneselfeld auf einen geschotterten Hof einen Sturz vermeiden. Nach einer kurzen Vergewisserung, dass es dem Gestürzten gut geht (er ist schon wieder auf den Beinen), setze ich meine Fahrt fort. Die Spitze ist allerdings weg, sodass ich nun die letzten acht Kilometer alleine fahren muss. Nach vorne schließe ich nicht mehr auf, werde allerdings 2km vorm Ziel noch von einem Fahrer eingeholt. Gemeinsam erreichen wir schließlich nach 2000hm und 4:45h das Ziel.

 

Das Ergebnis

Im Ziel liege ich schließlich auf Gesamtrang 6 und erreiche in meiner Altersklasse Platz 3. In der Bergwertung habe ich sogar die drittschnellste Zeit gefahren. Da die ersten Drei vom Veranstalter nicht für die Altersklassen mitgezählt werden, darf ich sogar noch als „Sieger Altersklasse“ auf das Podium klettern.

 

Das Fazit

Eine gelungene Auftaktveranstaltung mit einer landschaftlich schönen und anspruchsvollen Strecke. Das alle Fahrer verpflichtet sind, dass im Startpaket enthaltene Trikot zu tragen, sorgt für eindrucksvolle Bilder.

 

Stephen Witt, 30.08.2016