Ultra Trail Lamer Winkel

Ultra Trail Lamer Winkel … der Kini vom Baierwoid!

Oder, wozu man sich angesichts spektakulärer Bilder auf der Homepage hinreißen lässt, wenn man 53km und 2600hm auf ausgesetzten Steigen im bayerischen Wald anstrengungstechnisch nur sehr schwer einzuordnen vermag…

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Thomas und Olaf beim UTLW2016

Nach etlichen Trailrunning-Kilometern in Schambach- und Altmühltal über Winter und Frühjahr konnten wir – Thomas und Olaf – den Startschuss zum UTLW am 28. Mai 2016 kaum erwarten. Wir beide konnten uns bis zum Start nur schwer vorstellen, was uns wirklich an diesem Tag erwarten sollte. Mit Blasmusik bei sonnigen 17°C und weiteren gut 400 trailhungrigen Mitläufern ging‘s vom beschaulichen Arrach zum Warmlaufen erst einmal hoch aufs „Eck“. Das Zeitlimit 1:30h bis zur 1. Verpflegungsstelle bei km 9 war der erste Fixpunkt, die erste Etappe. Die Stimmung und Anfeuerung dort war so riesig, dass man sich hochmotiviert auf die zweite und längste Etappe (15km) auf dem Goldsteig bis zum großen Arber machte. Auf dieser “Arbeitsetappe” ließen das beständige auf und ab und die intensive Sonneneinstrahlung auf dem zumeist recht kahlen Höhenzug den mitgeführten Wasservorrat zügig schwinden und einem ab km 21 die 2. Verpflegungsstelle herbeisehnen. Auf dem Goldsteig wurde schnell klar, dass der UTLW uns technisch, konditionell und kräftemäßig alles abverlangen würde – hoffentlich nicht zu viel. Frisch aufgetankt ging es nach Verpflegung 2 auf Skipisten und löchrigen Forststraßen talwärts, um dann wieder über VP3 den technisch anspruchsvollen und einfach sausteilen Aufstieg aufs Zwercheck mit fantastischem Rundblick nach Tschechien und über die gesamte bisher gelaufene Strecke zu genießen. (Boah ist der große Arber schon wieder so weit weg…!).Die Überschreitung von großem und kleinem Osser gipfelte in grandiosen Singeltrails und als highlight dem „holy trail“ mit teils überraschenden Haken und kleinen Klettereinlagen. Vorteil hierbei war, dass die Arme die doch schon ziemlich müden Beine hier tatkräftig unterstützen konnten, ohne dass die Haltungsnote zu sehr darunter leidet. Nach diesem Märchenwald ging‘s über Wiesenwege mit tollem Panoramablick hinein nach Lam und auf dem letzten km angefeuert von Feuerwehr und allem möglichen Mensch und Getier am Wegesrand auf den roten Teppich für die letzten Genussmomente dieses genialen Laufevents.

Fazit: trotz nie gekannter Streckendimensionen – wir haben immerhin 11 Gipfel mit mehr als 1000m Höhe überschritten, wobei die Anzahl der Kilometer auf einfach zu laufenden Wegen oder gar Forstautobahnen auf ein absolutes Minimum reduziert wurde – und dem intensiven Durchleben des Marathonhammers zwischen  km 30-35 (Thomas) und einem tiefentladenem Akku gegen Ende des Rennens (Olaf) war die Runde deutlich mehr Genuss als Anstrengung und alles in allem ein sehr intensiver Genuss.

Thomas und Olaf