Rennbericht Triathlon Landesliga Grassau

Landesliga-Finale in Grassau – Staus, Prügeleien und Kollisionen

Die Idee, das herrliche Wetter am Samstag den 16. Juli für einen Ausflug an den Chiemsee zu nutzen, hatten außer uns scheinbar noch andere. Auf dem Weg zum Finale der Landesliga in Graussau bei Bernau am Chiemsee standen wir mehr im Stau als dass es vorwärts ging und lange Zeit war unklar, ob wir es rechtzeitig zum Start des Triathlons über die Sprintdistanz schaffen würden. 400m Schwimmen, 18,5km Rad und 4,8km Lauf standen auf dem Programm. Von den insgesamt 7 liga-infizierten aus unserem Team standen diesmal nur drei am Ufer des kleinen Badesees und warteten auf den Startschuss. Die übrigen Teammitglieder konnten aus diversen guten Gründen nicht dabei sein, und so kam es heute auf ein sicheres Finish von Reinhard, Markus und mir (Olaf) an: In jedem Landesligarennen müssen mindestens drei Athleten das Ziel erreichen, damit letztendlich eine Teamwertung zustande kommt. Und das erklärte Ziel unseres Teams für die erste Ligasaison war gewertet zu werden und nicht letzter zu werden.

Pünktlich um 17:30 Uhr liefen wir gemeinsam mit etwa 135 weiteren Triathleten in den kleinen aber kalten Reifinger See bei Grassau und steuerten auf die erste Wendeboje in ca. 100m Entfernung zu. Die triathlon-typische Schwimmstart-Prügelei fiel durch die geringen Dimensionen des Sees gemessen an dem großen Starterfeld und der extrem kurzen Strecke noch schlimmer aus als befürchtet. Es schien so, als ob einige Mitstreiter gerade wegen der Prügelei mitmachten. Erst nach der Hälfte der Strecke zog sich das Feld etwas auseinander und es war an einen sauberen Schwimmstil zu denken. Nach gut 6 Minuten liefen wir schon in die erste Wechselzone ein und nahmen den 3km-Radkurs in Angriff, der sechsmal zu durchfahren war. Diesmal wieder ohne Windschatten, dafür mit unseren Triathlonbikes. Durch die vielen Ecken und Kanten kam der Kurs besonders den Athleten entgegen, die ihr Material beherrschen und eher mal 1 km/h zu schnell als 2 km/h zu langsam in eine Kurve einstechen. Nachdem man beim Schwimmen nicht gewinnen, sondern wegen der besonderen Bedingungen nur verlieren konnte, konnte ich meine gute Position im Feld vor der ersten größeren Gruppe behaupten und zog als 13. meine  Laufschuhe für die dritte Etappe an.

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Die 2,4km-Laufrunde war flach, geschottert und staubig. An einem Wendepunkt hat es einige Läufer regelrecht aus der Bahn geworfen. Als Anspruchsvoll war eine etwa 300m lange Engstelle zu bezeichnen: Sie war aus beiden Richtungen zu durchlaufen, also gab es hier Gegenverkehr und spätestens in der zweiten Laufrunde für die schnelleren Läufer Überholmanöver. Bei jeder Begegnung musste mindestens ein Läufer vom Weg in den unebenen Grünstreifen ausweichen. Trotzdem gab es hier einige Kollisionen, so dass auch Reinhard mit einer leicht geprellten Schulter im Ziel ankam.

Ich kam als insgesamt 15. der Gesamtwertung nach 55:18min ins Ziel und konnte in diesem Wettkampf erstmals die in den vorherigen Wettkämpfen kennen- und schätzen-gelernten Athleten vom SV Marienstein und TG Viktoria Augsburg komplett hinter mir lassen. Wenige Minuten später kamen auch Reinhard und Markus nach einem tollen Wettkampf ins Ziel und sicherten die Wertung unseres Teams in der Landesliga Süd.

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Da es ein offener Wettkampf und kein reines Ligarennen war, gab es diesmal auch eine Siegerehrung. Ganz besonders froh war Reinhard über seinen ersten Triathlon-Pokal als dritter in seiner Altersklasse, fast genauso schön war mein silberner Pokal.

Olaf und Reinhard nach der Siegerehrung

Wertung in der Landesliga Süd:
Nach Auswertung des letzten der drei Rennen steht nun die Gesamttabelle der Landesliga Süd. Von insgesamt 15 Mannschaften, die sich mit anderen Teams messen wollten, erste Liga-Erfahrungen sammeln oder sogar in die Bayernliga aufsteigen wollten, hat unser TriTeam mit dem 9. einen guten Platz im Mittelfeld belegt.

Ranking Landesliga

Als Fazit nach der ersten Ligasaison kann man festhalten, dass Triathlon als Mannschaftssport uns allen „Individualisten“ riesigen Spaß gemacht hat und unser TriTeam ein gutes Stück fester zusammengeschweißt hat. Besondere Formate wie zum Beispiel das Windschattenrennen am Ammersee sorgten für willkommene Abwechslung und den besonderen Kick. Jedoch ist das Niveau der Spitzenteams aus Weilheim oder Freising für unser Team momentan nicht erreichbar und auch das Gesamtniveau in der Liga etwas höher als erwartet.

Für das TriTeam,
Olaf Borsutzky