Landshuter Strassenpreis 2016

Erfolg für Gaimersheimer Radsportler!

Alexander Geith gewinnt beim Landshuter Straßenpreis, Hans Hofmann wird Fünfter (Dritter AK)!

Der Start:

Nach den kalten Tagen stehen wir bei knapp 20 Grad zu zweit an der Startlinie. Ich starte in der Herren-Klasse und Hans in Senioren 2. Wir entschieden uns recht kurzfristig eine Woche zuvor, an dem Rennen teilzunehmen. Für Hans sollte es ein effektives Training für unser Heimrennen sein, ich bin eigentlich nur just for fun gestartet.

Alex Geith und Hans Hofmann am Start beim Landshuter Strassenpreis

Die Strecke:

Der Kurs ist relativ flach, insgesamt müssen 63km in 15 Runden a 4,2km bewältigt werden. Neben zwei kurzen Kuppen gibt es viele sehr enge Kurven auf einer sehr schmalen Straße, unter anderem eine S-Kurve, die über eine schmale Holzbrücke führt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die Kurven mit hohen Geschwindigkeiten zu nehmen waren, um Kraft zu sparen.

 

Streckenführung Landshuter Strassenpreis

Das Rennen:

Das Besondere an diesem Rennen war, dass unter den Startern einige Gehörlose waren. Hauptveranstalter des Rennen ist der Gehörlosensportverein Landshut. Um den den Organisationsaufwand und den Einsatz von Feuerwehr, roten Kreuz etc. effizient zu nutzen wird im gleichen Zug ein Jedermann Rennen veranstaltet. Die Absperrung fand durch die örtliche Feuerwehr absolut zuverlässig statt. Aufgrund der schmalen Straße entschieden wir, uns bereits am Start weit vorne zu positionieren. Dies führte nach dem Startschuss dazu, dass ich die gesamte erste Runde in Führung fuhr, Hans ebenfalls immer mit in der Spitze dabei. In Runde 1,2 und 3 wurde nach den Kurven immer wieder attackiert, es konnte sich aber keine Gruppe absetzen. Auch wir waren hier immer stets aktiv dabei. Im weiteren Verlauf des Rennens entschied ich mich, Kraft zu sparen und auf einen Sprint zu spekulieren. Somit hielt ich mich immer ca. zwischen Position 10 und 15 auf. Hans dagegen war stets in der Führung beteiligt und immer an der Spitze zu sehen. Das Feld, dass zu Beginn 70 Fahrer stark war, wurde von Runde zu Runde kleiner, bis es in der Drittletzten Runde noch ca. 30 Fahrer waren. In den zwei Runden davor, beschloss ich, mich auch immer wieder an der Spitze zu zeigen, die Drittletzte Runde fuhr ich aber äußerst passiv, um Kraft zu sparen.

Hans Hofmann - stets an der Führung beteiligt
Hans Hofmann - stets an der Führung beteiligt

Das Finale:

Um in einer aussichtsreichen Position für einen Sprint zu liegen, arbeitete ich mich in der vorletzten Runde wieder nach vorne, um beim Überfahren der Ziellinie für die letzte Runde unter den ersten 10 Fahrern zu liegen. Auch der Hans lag unter den besten 10, die Aussichten auf eine gute Platzierung waren auf jeden Fall gegeben. In der engsten Kurven kam es jedoch fast zum Sturz, als es zwischen Hans, Armin Zankl und einem weiteren Fahrer sehr eng wurde und alle drei fast stürzten. Auf der vorletzten Gerade wurde jetzt stark attackiert, so dass sich eine 3 Mann starke Gruppe ca. 20 Meter vor dem Feld befand, Hans und ich unter den Verfolgern. Nach der letzten Kurven versuchte ein weiterer Fahrer der „Bike Wuiderer“ an die drei Fahrer hinzuspringen. Ich konnte mich an sein Hinterrad hängen, jedoch ließen bei ihm kurz vor dem Aufschließen auf das Trio die Kräfte nach, ich musste mich also die letzten Meter alleine hinkämpfen. Einer der drei Fahrer musste dem hohen Tempo Tribut zollen und fiel ebenfalls zurück. Ich versuchte, nochmal 5 Sekunden durchzuatmen, bevor die beiden schließlich den Sprint anzogen. Der Rest ist schnell erzählt: Ich konnte aus dem Windschatten herausziehen, an den beiden linker Hand vorbeiziehen und rollte schließlich mit knappen 60 km/h als erster über die Ziellinie - ein unglaubliches Gefühl. Der Hans wurde Zweiter der Verfolgergruppe, insgesamt also Fünfter. Nach Altersklassen sortiert war ich bei den Herren logischerweise ebenfalls Erster, Hans bei den Senioren2 Dritter. 

 

Jetzt wird's erst: Alex arbeitet sich im Finale nach vorne
Zieleinlauf: Alex gewinnt im Sprint!

Fazit:

Aus der spontanten Idee, bei diesem Rennen mitzufahren konnten wir den maximalen Erfolg rausholen und unser Trikot, unser Team und den Verein äußerst positiv präsentieren. Die Stimmung rund um das Rennen war sehr gut. Schlussendlich bleibt mir nur noch den Hut zu ziehen vor Sportlern, die trotz körperlicher Beeinträchtigungen absolute Höchsleistungen bringen. Auch Teile der Organisation, z.B. bei der Startnummernausgabe waren Gehörlos - Respekt wie souverän und absolut selbstverständlich diese Sportskameraden mit ihrer Beeinträchtigung umgehen! Zur Info. Für die Gehörlosen wurde sowohl für die Damen als auch die Herren eine eigene Wertung geführt, diese wird im Rahmen einer deutschlandweiten Tour zur Gesamtwertung gezählt.

Für RTG,
Alex

Das Podium: Alex auf P1 und Hans auf P3 (AK)