Amstel Gold Race 2016 – Tourversion

Zur Abwechslung wollte ich mal einen „Rennbericht“ der anderen Art abgeben…

Eigentlich zählt die „Toerversie“ des Frühjahrsklassikers „Amstel Gold Race“ ja nicht als ein Rennen mit Sieger, Platzierung usw., sondern eher als eine Radtouristik, Jedermann- oder auch Marathonveranstaltung.
Die Startplätze werden hier, ähnlich wie beim „Oetztaler“, verlost und ich hatte das Glück, im Oktober letzten Jahres einen zu ergattern. Also startete ich letzte Woche Donnerstag, gleich nach unserem STAPS-Leistungstest, mit dem Wohnmobil Richtung Niederlande. In Valkenburg in der Provinz Limburg (neben dem jährlichen Amstel Gold Race fanden in der Vergangenheit hier auch schon zwei Strassenweltmeisterschaften statt) angekommen, holte ich mir gleich mal mein Starterpaket ab. Erster Eindruck: TOP Organisation! Aber bei 15.000 Teilnehmern geht es auch nicht anders. Das Wetter passt, also gleich mal rauf aufs Rad und die Gegend erkunden.
Nach zwei Stunden die Erkenntnis:
– Wind hat in den Niederlanden eine etwas andere Dimension als bei uns.
– Ganz schön hügelig hier, kein Wunder das die Holländer schon so viele Top-Bergfahrer hervorgebracht haben.
– Anscheinend heißt hier jede 3. Strasse „Dorpstraat“

Um 07:00 Uhr am nächsten Morgen wurde es dann ernst! Bei 8°Grad lachte anfangs sogar die Sonne vom Himmel. Insgesamt ging es über 17 Hellingen, wie die Hügel hier liebevoll genannt werden. Die bekanntesten sind sicherlich der Eyserbosweg ( 18%), Keutenberg (22%) und der Zielberg, der Cauberg, mit 13%. Da sich in der Anfangsphase Gruppen mit bis zu 100 Mann bildeten, kam ordentlich Rennfeeling auf und der Schnitt stieg auf über 32km/h. Insgesamt wurden 6 verschiedene Streckenlängen von 60 bis 238 km angeboten, wovon die letzten 25 Kilometer für alle Gruppen dieselben waren. Nach 4 Verpflegungspausen, 3 Hagelschauern bei mittlerweile „gemütlichen 5°Grad“ und  2.790 Höhenmetern auf 238 Kilometern kam ich dann nach rund 9 Stunden, mit Gänsehautfeeling, oben am Cauberg an.

Geschafft, nach Flandernrundfahrt 2007, 2008 und Paris-Roubaix 2008, der dritte Haken hinter einen der berühmten Klassiker!

Wenn jemand (nicht nur die Lizenzfahrerkollegen) mal Lust hat, einen Radklassiker zu fahren, wäre ich gerne dazu bereit, gegebenenfalls eine Gruppenteilnahme zu organisieren. Mailand-San Remo, Lüttich-Bastogne-Lüttich oder Gent-Wevelgem stehen für die nächsten Jahre auf jeden Fall auf meiner „to do-Liste“!
April, Mai ist zwar für uns Hobbyfahrer schon ein sehr früher Termin im Jahr, aber die Frühjahrsklassiker haben ja nicht umsonst Ihren legendären Ruf und für das Gänsehautfeeling, mal die berühmten Hellingen, Cotes oder Capis überfahren zu haben, lohnt es sich allemal.
Wie heißt es so schön: Schmerz geht, Stolz bleibt!

Rüdiger