Triathlon Rothsee

Am letzten Juniwochenende fand das bereits 27. Triathlon-Festival am Rothsee bei Hilpoltstein statt. Damit gehört dieses perfekt organisierte Event zu den etablierten Triathlon-Klassikern und erfreut sich eines starken, nationalen Teilnehmerfelds. Im Hauptwettkampf über die Olympische Distanz gingen am Sonntag knapp 1.200 Einzelstarter ins Rennen, unter ihnen drei ambitionierte Athleten des TriTeam Gaimersheim, die schon  vor dem Start durch die neuen, orangefarben-leuchtenden Triathloneinteiler auffielen: Reinhard Mußemann, Stefan Leithner und ich.

 

Schon bei der Ausgabe der Startunterlagen waren wir vom fränkischen Charme gefangen und es herrschte für die frühe Tageszeit eine außergewöhnlich gute Atmosphäre zwischen Sportlern, Wettkampfrichtern, Orga und Helferteam. Pünktlich um 9:00 Uhr fiel der Startschuss für die erste der insgesamt 8 Einzelstartergruppen. Zwischen den Topfavoriten Anja Beranek und Andreas Dreitz – beide gehören zu dem Besten, was der deutsche Triathlonsport momentan zu bieten hat – durfte ich mit den schnelleren Alterklassenathleten ins Wasser laufen und mich auf die angeblich 1,5km lange Schwimmstrecke begeben. Die Wassertemperatur konnte man einfach mit „perfekt“ beschreiben: 19°C sind mit Neo weder zu kalt noch zu warm. Nach gut 23 Minuten (mein erster Schock über die eher durchschnittliche Schwimmzeit sollte sich später wieder relativieren: Alle sind schlechte Zeiten geschwommen, da der Kurs etwa 150m zu lang war) und etwas mehr als 3 Minuten Rückstand auf die Spitze stieg ich aus dem Wasser. Erster Lerneffekt: Ich hatte den Chip für die Zeitnahme wie gewohnt am Fußgelenk befestigt und musste meinen Fuß auf eine Box heben, damit die Zeitmessung funktioniert. Die Sportler, die bei der Wettkampfbesprechung besser aufpasst haben, hatten den Chip am Handgelenk und haben im Vorbeilaufen einfach lässig auf die Box geschlagen. Ich erhielt dafür bewundernde Reaktionen aus dem Publikum für meine gute Haltungsnote… Der Wechsel auf das Triathlonbike funktionierte zügig und ich verließ die Wechselzone an circa 20. Position. Schwimmen ist meine Stärke! Der 42km lange Radkurs ist abwechslungsreich: Viele eckige Ortsdurchfahrten und ein paar Rampen, aber auch kurvige Abfahrten, auf denen man über die 53:11-Übersetzung froh ist. Auf dem Aerobar liegend erinnert es teilweise an ein Computerspiel. Das Windschattenverbot wurde scharf kontrolliert und auch bestraft, also lieber 12m als 9,98m Abstand halten und weniger aggressiv fahren, auch wenn viele Lutscher ungestraft davonkommen. Auch für die zweite Disziplin hätte das Wetter kaum besser sein können: Temperaturen um die 20°C und ein nur leichter Wind.

 

Nach insgesamt 1:35h kam ich zurück in die Wechselzone, hatte ein paar Plätze verloren, aber das ist OK. Schnell in die Laufschuhe und weiter auf den 5km-Rundkurs, der zweimal zu absolvieren war. Im Start-Ziel-Bereich herrschte tolle Stimmung. Der Kurs ist im ersten Teil flach, im zweiten Teil geht es über teilweise grobes Geröll kleinere Rampen hoch und runter. Besonders in der zweiten Runde tut der Anstieg im letzten Kilometer weh, aber das Ziel vor Augen übersieht man den Schmerz einfach. Noch ein letztes Mal den Fuß auf die Box heben, und schon war ich nach 2:15:10h im Ziel (Platz 6 in der AK40 und 43. Gesamt). Das ewige Duell zwischen Reinhard und Stefan konnte diesmal Stefan für sich entscheiden: Er wurde mit einer hervorragenden Zeit von 2:35:24h 55. in AK45 (316. Gesamt), Reinhard kam einen Wimpernschlag später ins Ziel (2:36:33h, 29. AK50, 340. Gesamt). Reinhard wird hoffentlich sein Material für den Radsplit bald verbessern können: Sein nagelneues Carbon-Triathlonbike wurde bei einem Unfall beschädigt, weshalb er momentan auf seinem Alurenner mit Lenkerprovisorium unterwegs ist. Das Duell bleibt also weiterhin spannend!

 

Erst auf der Massagebank habe ich den souveränen Sieger Andraes Dreitz wieder gesehen: Er hat mit über 9 Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten als einziger unter 2 Stunden gefinished. Er spekuliert auf den Weltmeistertitel beim IRONMAN 70.3 in Zell am See und hat nach einigen internationalen Siegen über diese Distanz sehr gute Chancen. Massage und Zielverpflegung, wenn man sie denn gefunden hat, ließen auch keine Wünsche offen. Besonders positiv aufgefallen sind die Krapfen und eine unbekannte Sportlerin in einem Renee Rosa Triathlon-Einteiler. Muss wohl AK50 sein, sonst wäre sie mir bestimmt auch aufgefallen J Auch das Finishergeschenk in Form einer Laufmütze war im Gegensatz zum 76. Radtrikot eine tolle Idee. Nachdem wir alle einen schönen und erfolgreichen Wettkampftag am Rothsee hatten, gehen wir davon aus, dass das TriTeam Gaimersheim im nächsten Jahr mit einer stärkeren Mannschaft antritt.

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Olaf Borsutzky